Kampagnenmanager Ronny Walter ist Leiter der Vertriebsdirektion West der Ergo Beratung und Vertrieb AG. © Ergo
  • Von Lorenz Klein
  • 13.07.2020 um 14:57
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Gewissermaßen im Sinne des Märchens „Des Kaisers neue Kleider“ sucht der Versicherer Ergo nach Menschen, die sich eine Karriere im Versicherungsvertrieb vorstellen können – auch wenn die Umworbenen wohl selbst nie darauf gekommen wären. Wie es um den Erfolg der Kampagne #ERGOyou steht und was diese auszeichnet, erläutert Ronny Walter, Leiter Vertriebsdirektion West der Ergo Beratung und Vertrieb AG, im Interview mit Pfefferminzia.

Pfefferminzia: Immer mehr Vermittlerbetriebe geben auf – in vielen Fällen, weil die handelnden Personen in Rente gehen oder weil die regulatorischen Anforderungen den Beruf zunehmend unattraktiv machen. Mit der Corona-Krise dürfte sich der Abrieb noch einmal beschleunigen. Und auch um das Image des Berufsstandes ist es nicht zum Besten bestellt. Wie belastend sind all diese Faktoren für die Social-Media-Initiative zur Vermittlergewinnung von Ergo? 

Ronny Walter: Überhaupt nicht, ganz im Gegenteil: Mit unserer Kampagne #ERGOyou möchten wir den von Ihnen genannten Herausforderungen sowie der demographischen Entwicklung in der Assekuranz entgegenwirken.

Die Karriere im Versicherungsvertrieb bietet zahlreiche Vorteile gegenüber vielen anderen Branchen – insbesondere auch in diesen besonderen Zeiten. Viele potenzielle Bewerber kennen diese Vorteile aber gar nicht, schlichtweg weil sie sich nie intensiver mit unserer Branche beschäftigt haben.

Genau an dieser Stelle setzt unsere aktuelle Kampagne an: Mit feiner Ironie wollen wir Interesse wecken und mit dem vermeintlich langweiligen Image des Versicherungsvermittlers aufräumen. Mit den Inhalten unserer Kampagne zielen wir konkret auf die Bedürfnisse junger Nachwuchstalente ab, indem wir Vorteile wie zeitliche Flexibilität, leistungsgerechte Verdienstmöglichkeiten und Sicherheit in den Fokus stellen. Dafür lohnt es sich, gerade heute, zu werben, finde ich.

Pfefferminzia: Wie fallen die Reaktionen in den von Ihnen bespielten Social-Media-Kanälen aus? Und inwieweit ist dabei schon Zählbares herausgekommen?

Walter: Insgesamt sind wir mit der Resonanz auf unsere Digitalkampagne sehr zufrieden. Sowohl was die Reichweiten und Klick-Zahlen angeht, aber auch hinsichtlich des Feedbacks unserer Vertriebspartner und Interessenten. Über 90 Prozent der Außendienststellen nutzen die Kampagne aktiv auf ihren Social-Media-Kanälen als Recruiting-Unterstützung und konnten damit ihre Reichweiten erkennbar steigern.

Und auch das eigentliche Ziel – das Interesse an einer Karriere im Versicherungsvertrieb zu wecken – haben wir erreicht: Wir haben nach rund einem Monat seit Start der Kampagne mehrere hundert Nachrichten von Interessenten beantwortet und bereits einige konkrete Bewerbungen erhalten. Dass es vereinzelt auch mal kritische Kommentare gibt, ist gerade im Social-Media-Umfeld und bei dieser humorvollen Darstellung von Klischees eingepreist gewesen. Unterm Strich läuft die Kampagne sehr positiv für uns.

Pfefferminzia: Schaut man sich die Zielgruppen an, um die sie werben, scheint es fast so, als wollten sie es allen recht machen – sowohl dem jungen Familienvater, der pünktlich Feierabend machen möchte als auch der karrierebewussten Frau, die sich selbst etwas aufbauen möchte. Wie bekommen Sie das unter einen Hut?

Walter: Wir zeigen damit vor allem eins: Der Job als moderner Vertriebspartner ist für viele Menschen in unterschiedlichsten Lebenssituationen attraktiv. Wir bieten unseren Vertriebspartnern die Chance auf berufliche Selbstverwirklichung und Zufriedenheit. Durch unsere Entwicklungs- und Verdienstmöglichkeiten können sich unsere Vertriebspartner ihr eignes Agentur Start-up im Konzern aufbauen. Bei unseren Unternehmerbetrieben mit hochmotivierten Agenturpartnern gibt es sehr viele Beispiele, die das belegen. Die enge Verzahnung des On- und Offline-Vertriebs bietet ihnen zudem die Möglichkeit über alle Interaktionswege hinweg mit den Kunden in Kontakt zu kommen und sie zu betreuen.

Pfefferminzia: „Man muss kein Branchenkenner sein, um als Vermittler durchzustarten“, lautet eine zentrale Botschaft der Kampagne. Wie wollen Sie dieses Versprechen konkret einlösen – die rechtlichen Anforderungen an den Vertrieb sind doch recht umfassend?

Walter: Wir geben branchenfremden Neueinsteigern die notwendige fachliche Qualifizierung, weit über die rechtlichen Anforderungen hinaus, um erfolgreich in eine Karriere im Ergo-Vertrieb zu starten. Innerhalb von zwölf Monaten bieten wir unseren jungen Vertriebspartnern einen Wechsel aus theoretischer und praktischer Ausbildung an. Durch unsere modularen Weiterbildungsprogramme bereiten wir sie systematisch auf die Zielposition vor und unterstützen bei der Entwicklung vertrieblicher und sozialer Kompetenzen.

Außerdem steht jedem Berufsstarter eine erfahrene Führungskraft mit Rat und Tat zur Seite. Zudem fördern wir alle Vertriebspartner bei der kontinuierlichen beruflichen Weiterbildung und Qualifikation über das umfassende Angebot unserer hauseigenen Akademie.

Pfefferminzia: Auch der GDV hat eine entsprechende Recruiting-Kampagne gestartet. Fürchten Sie nicht, dass der Wettbewerb um die raren Vertriebstalente noch größer als ohnehin schon ausfällt?

Walter: Die zeitliche Parallele beider Kampagnen war bewusst gewählt. Sowohl die Kampagne des GDV – an deren Mitgestaltung wir übrigens als Mitglied mit jungen Vertriebspartnern beteiligt waren – sowie unsere Kampagne verfolgen dasselbe Ziel: Positiv das Berufsbild verbreiten und neue ‚Potentials‘ für unsere Branche zu gewinnen, die eine Bewerbung ansonsten eventuell gar nicht in Betracht gezogen hätten. Mit unserer Kampagne lenken wir die Aufmerksamkeit zudem konkret auf Ergo als Vertragspartner. So wollen wir qualifizierte Vertriebler gewinnen, die mit vollem Einsatz für unsere Kunden dabei sind.

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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