„In der Versicherungsbranche kannst du dir schnell eine finanzielle Unabhängigkeit aufbauen, ohne dass du dafür deine Nächte im Büro verbringen musst“, lautet ein Aspekt, der den Nutzern des neuen Portals werde-insurancer.de näher gebracht werden soll. © Screenshot werde-insurancer.de
  • Von Lorenz Klein
  • 06.05.2020 um 12:07
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Das Image von Versicherungsvermittlern aufzubessern, ist eine Sisyphos-Arbeit – der Versicherungsverband GDV hat sich nun daran gemacht, einen neuen Stein ins Rollen zu bringen. Mit der Initiative „Werde #Insurancer“ versucht der Verband ab sofort, junge Menschen für den Vermittler-Beruf zu begeistern. Pfefferminzia hat sich das Projekt näher angeschaut.

Der Beruf des Versicherungsvermittlers rangiert in einschlägigen Beliebtheits-Rankings stets auf den hinteren Plätzen – das Klischee des Klinkenputzens hält sich hartnäckig. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) will sich damit nicht abfinden und hat eine breit angelegte Kampagne gestartet, um den Berufsstand zu verjüngen und die Neugier potenzieller Bewerber im Alter zwischen 16 und 30 Jahren zu wecken.

Mit der Initiative „Werde #Insurancer“ wolle man der Zielgruppe „ein neues, modernes Bild des Versicherungsvermittlers“ zeigen, teilte der GDV am Dienstag mit. So richtig flüssig will einem das sperrige „Inschuränzer“ noch nicht von den Lippen gehen, aber Hauptsache der obligatorische Hashtag ist dabei. Nun denn, Tatsache ist: Die Branche ist von argen Nachwuchssorgen geplagt. So gelten 42 Prozent der knapp 200.000 registrierten Vermittler in Deutschland der Altersgruppe 55 plus zugehörig. „Spätestens in zehn Jahren werden sie Nachfolger brauchen“, warnt der Verband – die neue Initiative, die von den im GDV organisierten Versicherungsunternehmen getragen wird, soll dem entgegenwirken.

Insofern richtet sich das Projekt vor allem an die gebundenen Vermittler von morgen – der Hinweis, dass laut GDV-Berechnungen immerhin 21 Prozent der gebundenen Vermittler jünger als 35 Jahre seien, bei Maklern aber nur 8 Prozent, dürfte da kein Zufall sein.

Die Trümpfe, die die Kampagnen-Macher ausspielen, lauten so: Schnell Verantwortung übernehmen, auch in der Heimatregion Karriere machen können, eine funktionierende Work-Life-Balance und die Möglichkeit, den eigenen Terminkalender selbst zu bestimmen. Zudem biete der Beruf „eine große Themenbandbreite mit Kunden vor Ort und in der digitalen Beratung“. Vor allem letzteres stellt die Initiative heraus – soll noch ja einer an das völlige verstaubte Bild vom „Versicherungsonkel auf dem Sofa“ denken.

Smartphone-Ruckeloptik für die nötige Authentizität

Wer sich auf der Plattform www.werde-insurancer.de einem spielerischen Selbstcheck unterzieht – und am Ende zum Beispiel das Ergebnis „DU BIST DIE/DER EHRGEIZIGE“ angezeigt bekommt, kann sich ein kurzes Video anschauen, in dem junge Vermittler unter anderem erklären, wie es um das Einstiegsgehalt bestellt ist – und wie man schnell mehr daraus machen kann. „Die Antworten sind mit dem eigenen Smartphone aufgenommen und geben potentiellen Bewerbern ein authentisches Bild von der Tätigkeit“, erklärt der Verband.

Eine Bewerbung ist dann entweder klassisch auf die Stellenanzeigen der Mitgliedsunternehmen – die als Feed auf die Seite laufen – möglich oder mittels einer eigenen Videobewerbung, die auf eine Plattform hochgeladen wird. Die Personalmanager der Versicherer können sich die Videos der Bewerber dort ansehen und direkt mit ihnen Kontakt aufnehmen.

Die Kampagne findet erwartungsgemäß auch auf den sozialen Tummelwiesen der Zielgruppe statt: So gibt es auf Youtube, Instagram und Snapchat weitere Videos zu besichtigen, die laut GDV mit dem Bild der vermeintlichen Traumberufe der Generation Z wie Video-Blogger, Gamer, Rapper spielen. Die Initiative setzt diesen „Irgendwas-mit-(sozialen)-Medien“-Traumblasen folgenden Slogan entgegen: „Get real. Werde #Insurancer!“

Frei übersetzt: Komm‘ mal klar, man! Mach was bodenständiges, das aber vielleicht gerade deshalb hip ist – und was dich und deine Community (Kunden) im Leben wirklich weiterbringt.  

Die Initiative ist zunächst bis Ende 2020 geplant.

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Lorenz

Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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