Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) © picture alliance/dpa | Jörg Carstensen
  • Von Andreas Harms
  • 08.07.2024 um 16:51
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Die Inflation beruhigt sich weiter, die Einkommen steigen, und der Leitzins kommt zurück. Kein schlechtes Umfeld für die Versicherungsbranche, wie deren Verband in seinem neuen Ausblick feststellt. Demnach geht es mit den Beiträgen fast flächendeckend hinauf.

Die Versicherungsbranche zeigt sich in ihrem aktuellen Ausblick optimistisch. Die Beiträge dürften demnach im laufenden Jahr über alle Sparten hinweg um 2,8 Prozent wachsen, wie der Branchenverband GDV meldet. Für 2025 geht er von einem weiteren Anstieg zwischen 3,1 und 5,5 Prozent aus. Im vergangenen Jahr waren es 0,8 Prozent.

In diesem Rahmen tut sich etwas Bemerkenswertes: „Wir werden dieses Jahr erstmals seit 1996 wieder mehr Bruttobeitragseinnahmen in der Schaden- und Unfallversicherung als im Bereich Leben sehen. Dieser Trend dürfte sich auch 2025 fortsetzen“, so GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

Im Vergleich zum Januar hat der GDV übrigens seine Prognose fürs laufende Jahr um einen Prozentpunkt gesenkt. Grund sind die nun etwas schlechter erwarteten Einmalbeiträge im Lebengeschäft, die auf die verzögerte Zinswende zurückzuführen sind.

Konjunkturelle Perspektive einigermaßen stabil

Mit Blick auf das laufende Geschäftsjahr hat sich die konjunkturelle Perspektive weitgehend stabilisiert und die Prognose für sämtliche Indikatoren sei unverändert, heißt es weiter. Eine Ausnahme bilde die Zurückhaltung der privaten Haushalte beim Geldausgeben. „Hier steigen die realen Einkommen zwar deutlich, wodurch eine Erholung des privaten Konsums begünstigt wird. Aber die Antizipation von sinkenden Zinsen sorgt noch für eine vorübergehend erhöhte Sparquote“, so Asmussen.

Folgende Werte legt der GDV für 2025 zugrunde:
  • Inflationsrate von 2 Prozent
  • Wirtschaftswachstum von 1 Prozent (real)
  • verfügbare Einkommen steigen nominal um 2,5 Prozent
  • Sparquote normalisiert sich aufs langfristige Niveau von 11 Prozent
  • private Konsumausgaben legen real um 1 Prozent zu
  • Leitzins der Eurozone Ende 2024 bei 3,75 Prozent und Ende 2024 bei 2,75 Prozent
  • Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe Ende 2025 bei 3,0 Prozent
Lebensversicherung könnte 2025 wieder stärker wachsen

Bei Lebensversicherungen einschließlich Pensionskassen und Pensionsfonds geht der GDV für 2024 von einem Beitragsrückgang um 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr aus. „Vor allem die schwache Entwicklung der Einmalbeiträge belastet das Geschäft. Im kommenden Jahr könnte es mit einer Beitragsentwicklung zwischen minus 0,3 und plus 2,5 Prozent wieder stärker wachsen“, so Asmussen.

KFZ-Versicherung mit Nachholeffekten

Von den Schaden- und Unfallversicherungen dürfte vor allem das Sorgenkind KFZ-Versicherung 2024 auf der Beitragsseite von Nachholeffekten geprägt sein. Der Verband erwartet für die gesamte Sparte ein Plus von 7,8 Prozent. Im kommenden Jahr dürfte der Inflationsdruck zwar weiter nachlassen. Manche Anbieter dürften ihre Beiträge allerdings noch nachträglich zu den hohen Inflationsraten erhöhen. Sie legen demnach 2025 im Schaden- und Unfallbereich zwischen 4,9 und 7,2 Prozent zu.

Für die Private Krankenversicherung (PKV) prognostiziert der Verband für 2024 einen Anstieg des Beitragsaufkommens von 4,5 Prozent. Angesichts deutlich gestiegener Leistungen könnte das Beitragsplus 2025 mit 6,0 bis 8,0 Prozent noch etwas darüber liegen.

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Andreas Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

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