Ältere Dame im Café: Gerade für die Zielgruppe 50plus kann sich eine Rürup-Rente lohnen. © Kaffee Foto erstellt von shurkin_son - de.freepik.com
  • Von Oliver Lepold
  • 07.12.2020 um 20:13
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Die Rürup-Rente hat vor allem wegen mangelnder Flexibilität, fehlender Vererbbarkeit und relativ hoher Kosten nicht den besten Ruf. Wann und für wen sich die staatlich geförderte Anlageform trotzdem lohnen kann.

Wer 2020 demnach 10.000 Euro in eine Basisrente investiert, kann davon 9.000 Euro steuerlich absetzen. Beim aktuellen Spitzensteuersatz von 46,12 Prozent (inklusive Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer in Höhe von 8 Prozent) erhält man 4.151 Euro als Steuerersparnis zurück. Dieser Betrag erhöht sich jährlich bis auf etwa 4.600 Euro im Jahr 2025. Die Steuerersparnis steigt mit den folgenden Jahren noch weiter, entsprechend reduziert sich der Nettobeitrag (siehe Tabelle).

Der Sparer muss so weniger anlegen, um seine Versorgungslücke zu decken. „Damit eignet sich die Basisrente nicht nur für Selbstständige zum Aufbau einer zusätzlichen aktienbasierten Altersvorsorge, sondern insbesondere auch für Freiberufler, Ehefrauen und 50plus-Kunden“, sagt Guido Steffens, Leiter aktienbasierte Altersvorsorge der Netfonds Gruppe.

„Auch für gutverdienende Angestellte kann sich eine Basisrente gut eignen, gerade wenn andere geförderte Konzepte wie die Riester-Rente bereits ausgeschöpft sind. In Kombination mit einer Berufsunfähigkeitszusatzversicherung inklusive Weiterspargarantie und Dynamisierung erweitert sich aus unserer Sicht der Personenkreis noch deutlich“, so MLP-Altersvorsorge-Leiterin Michelsen. Eine Entkoppelung, also die Überführung der BUZ in eine selbstständige BU-Versicherung, sei bei den entsprechenden Tarifen zudem ohne erneute Gesundheitsprüfung möglich, sollte sich der Kunde in späteren Jahren dazu aus finanziellen Gründen wider Erwarten gezwungen sehen.

Fondsvarianten im Kommen

Gerade die fondsgebundenen Varianten haben derzeit Aufwind. Denn bei klassischen Basisrenten ist im bestehenden Niedrigzinsumfeld lediglich mit einer Gesamtverzinsung von um die 3 Prozent zu rechnen, so Michael Hauer, Geschäftsführer des Instituts für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP). „Bei einer fondsgebundenen Basisrente kann jedoch die Kombination der steuerlichen Absetzbarkeit mit der Investition in die Kapitalmärkte höhere Renditen bringen“, sagt Hauer.

Den Trend zur Wahl einer Fondspolice als Rürup-Vertrag bestätigt auch die Condor. „Hier wird bei uns gerade auch die Variante ohne Garantie sehr gut nachgefragt. Als finanzstarker Versicherer haben wir aber auch eine hohe Nachfrage nach klassischen Basisrenten-Versicherungen, die kurz vor der Rentenphase zu uns kommen“, bekundet Vorstand Hilp.

Im vergangenen Jahr hat das IVFP das Angebot der Rürup-Renten unter die Lupe genommen. Im Rating erreichten 24 der 90 untersuchten Tarife von 38 Versicherern die Höchstnote. „Das Ergebnis ist noch aktuell, die Rahmenbedingungen haben sich nicht verändert“, so Hauer.

So lohnt sich die Basisrente – Beispiel 2: Die Zielgruppe 50plus (Grafik vergrößern)

Quelle: IVFP • Illustration: macrovector / Freepik
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Oliver Lepold

Oliver Lepold ist Dipl.-Wirtschaftsingenieur und freier Journalist für Themen rund um Finanzberatung und Vermögensverwaltung. Er schreibt regelmäßig für Pfefferminzia und andere Versicherungs- und Kapitalanlage-Medien.

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