Pfefferminzia Logo rgb
Arzt mit Pillendose: Technischer und medizinischer Fortschritt verteuern auch die private Krankenversicherung © picture alliance / imageBROKER | Andrei Zaretski
  • Von Sabine Groth
  • 04.07.2024 um 17:45
artikel drucken artikel drucken
lesedauer Lesedauer: ca. 01:30 Min

2024 sind die Beiträge zur privaten Krankenvollversicherung gestiegen, und zwar stärker als im Vorjahr. Hervor sticht im aktuellen PKV-Beitragsstabilitätsrating von Morgen & Morgen die deutlich gesunkene Zahl der 5-Sterne-Tarife.

Die durchschnittliche Beitragserhöhung in der privaten Krankenversicherung beträgt in diesem Jahr 2,79 Prozent und liegt damit recht deutlich über dem Vorjahreswert von 2,04 Prozent. Diese Werte hat Morgen & Morgen im Rahmen ihres jährlichen PKV-Beitragsstabilitätsratings ermittelt.

Auch wenn der Anstieg gegenüber dem Vorjahr deutlich ist, erachtet die Rating-Agentur das Niveau immer noch als moderat. 2012, als die Unisex-Tarife eingeführt wurden, lag es bei knapp 5 Prozent. Seitdem habe die noch junge Unisex-Tarifgeneration zunächst zu einer Entspannung der Beitragsentwicklung geführt. Doch so langsam kommt auch sie in die Jahre, und die Beitragsanpassungen nehmen zu.

Als Hauptgründe für die Beitragserhöhungen nennt Morgen & Morgen gestiegene Behandlungskosten aufgrund des medizinischen Fortschritts, die Alterung der Bestände, die bisherige Niedrigzinsphase und auch die Inflation.

Für das Rating wurden 1.066 Tarife der privaten Krankenvollversicherung untersucht, die bereits seit mindestens fünf Jahren auf dem Markt sind. Es wurden Neugeschäftsbeiträge und Beitragsanpassungen der PKV-Tarife marktweit analysiert und zu einer Bewertung pro Tarifkombination zusammengefasst.

Rating-Spiegel von Morgen & Morgen zur Beitragsstabilität in der PKV (Quelle: Morgen & Morgen)
Rating-Spiegel von Morgen & Morgen zur Beitragsstabilität in der PKV (Quelle: Morgen & Morgen)

Das Ergebnis zeigt eine Verschiebung in der Sterneverteilung weg von den Höchstbewertungen. Die Zahl der 5-Sterne-Ratings ist um rund 35 Prozent gegenüber dem Vorjahr eingebrochen. Nur noch 187 Tarife, also etwa jeder sechste, erhielten die Bestnote. Die Anzahl der 4-Sterne-Tarife ist mit 227 nahezu stabil. Um rund 40 Prozent die Höhe geschossen sind die 3-Sterne-Bewertungen, die 348 Tarife erhielten. Fast 30 Prozent der untersuchten Tarife müssen sich mit einem oder zwei Sternen zufriedengeben.

Thorsten Bohrmann, Senior Versicherungsanalyst bei Morgen & Morgen, sieht in dem Ergebnis noch keinen Anlass zur Sorge: „Trotz des Rückgangs bei den Höchstbewertungen ist das Anpassungsniveau moderat geblieben und die Gesamtzahl der gut bewerteten Tarife bleibt weiterhin hoch.“

Die Zinsentwicklung dürfte künftig erst einmal nicht zu weiteren Beitragssteigerungen führen. Der medizinische Fortschritt und die Bestandsalterung allerdings schon. Und auch die anhaltende Inflation und die Energiekrise infolge des Ukraine-Kriegs dürften sich nach Ansicht von Morgen & Morgen auf die Preise im Gesundheitswesen auswirken. „Es bleibt abzuwarten, wie die PKV-Anbieter diesen Herausforderungen begegnen und welche Strategien sie entwickeln, um ihre Beiträge stabil und attraktiv zu halten“, sagt Bohrmann.

autorAutorin
Sabine

Sabine Groth

Sabine Groth schreibt seit über 20 Jahren schwerpunktmäßig über Geldanlage sowie weitere Finanz- und Wirtschaftsthemen, seit 2009 als freie Journalistin. Zu ihren Auftraggebern zählen vor allem Fachmagazine und -portale.

kommentare
Beitragserhöhungen in der privaten Krankenversicherung 2024: Ursachen, Analysen und Zukunftsaussichten
Vor 3 Wochen

[…] Mehr dazu auf: https://www.pfefferminzia.de Beiträge in der PKV steigen kräftiger – Pfefferminzia.de […]

Hinterlasse eine Antwort

kommentare
Beitragserhöhungen in der privaten Krankenversicherung 2024: Ursachen, Analysen und Zukunftsaussichten
Vor 3 Wochen

[…] Mehr dazu auf: https://www.pfefferminzia.de Beiträge in der PKV steigen kräftiger – Pfefferminzia.de […]

Hinterlasse eine Antwort

Pfefferminzia Logo rgb
Suche
Close this search box.
Zuletzt hinzugefügt
Zuletzt hinzugefügt
„Schadenbearbeitung war immer wie ein Wurmfortsatz“
„Lass mal reden“ mit Sami Charaf Eddine (Claimflow)

„Schadenbearbeitung war immer wie ein Wurmfortsatz“

„Wie willst du denn 1 Million Versicherte individuell ansprechen?“
„Lass mal reden“ mit Ingo Gregus (Adesso Digitalagentur)

„Wie willst du denn 1 Million Versicherte individuell ansprechen?“

Zuletzt hinzugefügt
Vermittler müssen und wollen sich weiterbilden
AfW-Vermittlerbarometer: Nachhaltigkeit

Vermittler müssen und wollen sich weiterbilden

Die besten Maßnahmen, mit denen Versicherer Maklern helfen
OMGV Award für Maklerunterstützung 2023

Die besten Maßnahmen, mit denen Versicherer Maklern helfen

Zuletzt hinzugefügt
„In fünf Jahren sterben Online-Abschlussstrecken aus“
„Lass mal reden“ mit Ralf Pispers, Personal Business Machine (PBM)

„In fünf Jahren sterben Online-Abschlussstrecken aus“

„80.000 Impats pro Jahr könnten sich sofort privat versichern“
„Lass mal reden“ mit Kabil Azizi (Gothaer)

„80.000 Impats pro Jahr könnten sich sofort privat versichern“

Zuletzt hinzugefügt
„In fünf Jahren sterben Online-Abschlussstrecken aus“
„Lass mal reden“ mit Ralf Pispers, Personal Business Machine (PBM)

„In fünf Jahren sterben Online-Abschlussstrecken aus“

„Es gibt kaum Branchen, die eine höhere Verantwortung tragen“
Interview-Reihe 'Mit Vision – Auf dem Weg zum Unternehmer'

„Es gibt kaum Branchen, die eine höhere Verantwortung tragen“

Skip to content