Pfefferminzia Logo rgb
Geld sparen fürs Alter: Wie viel ist genug? © Frantisek Krejci / Pixabay
  • Von Sabine Groth
  • 01.07.2024 um 14:12
artikel drucken artikel drucken
lesedauer Lesedauer: ca. 02:10 Min

Weltsparen hat berechnet, wie viel Geld 40-, 50- und 60-jährige Frauen und Männer bereits heute angespart haben sollten, um ihren Lebensstandard im Alter halten zu können. Die gute Nachricht: Was sich mit Kapital, Zinsen und Rendite erwirtschaften lässt, wurde dabei ausgeblendet.

Männer verdienen in Deutschland immer noch mehr als Frauen. Das wirkt sich auch auf die Rentenansprüche aus. Ein früher Beginn der Altersvorsorge kann für sie noch entscheidender sein als für Männer. Die Geldanlageplattform Weltsparen hat untersucht, wie viel Erspartes 40- bis 60-Jährige auf der hohen Kante haben sollten, um mithilfe weiterer Rücklagen bis zum Rentenbeginn ihre zu erwartende Rentenlücke schließen zu können.

Für die Berechnung wurden die Durchschnittsgehälter in verschiedenen Altersklassen herangezogen und angenommen, dass 10 Prozent des Nettogehaltes ab sofort bis zum Renteneintritt (unverzinst) gespart werden können. Die Unterschiede zwischen den Geschlechtern sind eklatant. 40-jährige Frauen sollten demnach bereits über ein Vermögen von 185.000 Euro verfügen, 50-Jährige über 211.000 Euro und 60-Jährige über 230.000 Euro. Bei Männern würden entsprechend 150.000, 181.000 und 207.000 Euro reichen.

Diese Berechnungen beruhen allerdings auf Durchschnittszahlen und sehr vielen Annahmen.

So hat Weltsparen gerechnet:

Eine 40-jährige Frau in Deutschland verdient im Schnitt 47.758 Euro pro Jahr. Diese Zahl ergibt sich laut Weltsparen aus den durchschnittlichen Bruttoeinkommen aus 2023 von Stepstone und Angaben des Statistischen Bundesamts zum Gender Pay Gap. Angenommen, die Frau ist ledig und hat keine Kinder, entspricht das 2024 einem monatlichen Nettogehalt von 2.592 Euro.

Zahlt sie kontinuierlich in die Rentenversicherung ein, seit sie 25 ist, ergibt sich für sie nach heutigem Stand eine gesetzliche Nettorente von durchschnittlich 1.409 Euro. Unter Berücksichtigung steigender Renten und Inflation, fehlen ihr im Schnitt damit monatlich 1.240 Euro, um im Alter ihren Lebensstandard halten zu können. Bei 18,2 Jahren Rentenbezug ergibt das im Alter hochgerechnet etwa 271.000 Euro.

Wie viel Geld Frauen und Männer fürs Alter gespart haben sollten (Quelle: Weltsparen)
Wie viel Geld Frauen und Männer fürs Alter gespart haben sollten (Quelle: Weltsparen)

Dieser Rentenlücke kann die Frau entgegenwirken: Wenn sie ab sofort und bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren 10 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens zurücklegt, könnte sie unverzinst noch rund 86.000 Euro ansparen. Den Rest, etwa 185.000 Euro, müsste die 40-Jährige bereits heute auf ihrem Konto haben, um die verbleibende Lücke zu schließen.

Ausgeklammert werden dabei Auszeiten für Familiengründung und Kindererziehung ebenso wie Teilzeitarbeit, was den Rentenanspruch von Frauen mindert und den Finanzbedarf im Alter entsprechend erhöht.

Zum Vergleich: Ein heute 40-jähriger Mann verdient durchschnittlich 3.050 Euro netto im Monat. Der gesetzliche Rentenanspruch wird, nach heutigem Stand, bei 1.658 Euro netto liegen. Es kommt zu einer Rentenlücke von hochgerechnet 251.000 Euro bei 14,5 Jahren Rentenbezug. Legt er ab sofort 10 Prozent seines monatlichen Nettogehalts zurück, kann er bis zum Renteneintritt noch etwa 101.000 Euro sparen. Aktuell müsste er also im Vergleich 150.000 Euro zurückgelegt haben, 35.000 Euro weniger als eine Frau in derselben Altersgruppe.

Keine Panik: Geld kann renditebringend investiert werden

Wer noch nicht genügend Geld zurückgelegt hat, müsse nicht in Panik verfallen, so die Experten von Weltsparen. Statt die 10 Prozent des Nettogehalts unter dem Kissen zu bunkern, könnte man das Geld auch renditeorientiert anlegen.

„Gerade für Frauen ist es wichtig, ihre Finanzen schon früh selbst in die Hand zu nehmen. Der Einstieg ist leichter als viele denken. Produkte wie breit gestreute ETFs können im Sparplan flexibel und schon mit kleinen monatlichen Raten bespart werden. Mit langfristiger und kontinuierlicher Vorsorge können Frauen unabhängig bleiben und sich ein finanzielles Polster für das Alter aufbauen“, so Weltsparen-Finanzexpertin Katharina Lüth.

autorAutorin
Sabine

Sabine Groth

Sabine Groth schreibt seit über 20 Jahren schwerpunktmäßig über Geldanlage sowie weitere Finanz- und Wirtschaftsthemen, seit 2009 als freie Journalistin. Zu ihren Auftraggebern zählen vor allem Fachmagazine und -portale.

kommentare
Warum 40-Jährige 185.000 Euro gespart haben sollten – Pflege Nachrichten
Vor 3 Wochen

[…] Read More | Alles zum Thema Vorsorge – Pfefferminzia […]

Hinterlasse eine Antwort

kommentare
Warum 40-Jährige 185.000 Euro gespart haben sollten – Pflege Nachrichten
Vor 3 Wochen

[…] Read More | Alles zum Thema Vorsorge – Pfefferminzia […]

Hinterlasse eine Antwort

Pfefferminzia Logo rgb
Suche
Close this search box.
Zuletzt hinzugefügt
Zuletzt hinzugefügt
„Schadenbearbeitung war immer wie ein Wurmfortsatz“
„Lass mal reden“ mit Sami Charaf Eddine (Claimflow)

„Schadenbearbeitung war immer wie ein Wurmfortsatz“

„Wie willst du denn 1 Million Versicherte individuell ansprechen?“
„Lass mal reden“ mit Ingo Gregus (Adesso Digitalagentur)

„Wie willst du denn 1 Million Versicherte individuell ansprechen?“

Zuletzt hinzugefügt
Vermittler müssen und wollen sich weiterbilden
AfW-Vermittlerbarometer: Nachhaltigkeit

Vermittler müssen und wollen sich weiterbilden

Die besten Maßnahmen, mit denen Versicherer Maklern helfen
OMGV Award für Maklerunterstützung 2023

Die besten Maßnahmen, mit denen Versicherer Maklern helfen

Zuletzt hinzugefügt
„In fünf Jahren sterben Online-Abschlussstrecken aus“
„Lass mal reden“ mit Ralf Pispers, Personal Business Machine (PBM)

„In fünf Jahren sterben Online-Abschlussstrecken aus“

„80.000 Impats pro Jahr könnten sich sofort privat versichern“
„Lass mal reden“ mit Kabil Azizi (Gothaer)

„80.000 Impats pro Jahr könnten sich sofort privat versichern“

Zuletzt hinzugefügt
„In fünf Jahren sterben Online-Abschlussstrecken aus“
„Lass mal reden“ mit Ralf Pispers, Personal Business Machine (PBM)

„In fünf Jahren sterben Online-Abschlussstrecken aus“

„Es gibt kaum Branchen, die eine höhere Verantwortung tragen“
Interview-Reihe 'Mit Vision – Auf dem Weg zum Unternehmer'

„Es gibt kaum Branchen, die eine höhere Verantwortung tragen“

Skip to content