Joachim Haid © Robert Schlossnickel
  • Von Redaktion
  • 04.12.2019 um 12:49
artikel drucken artikel drucken
lesedauer Lesedauer: ca. 03:60 Min

„Aktuell sucht der Bund der Versicherten, konkret Axel Kleinlein, wieder einmal Streit mit dem Gesamtverband der Versicherungswirtschaft“, kommentiert Joachim Haid den jüngsten Zwist um die Riester-Rente. Dabei werde die Kernaufgabe des Verbraucherschutzes völlig ignoriert, findet der „Riester-Papst“. Hier geht es zu seinem Gastkommentar.

Wie schon in den vergangenen Jahren der Fall, äußert Axel Kleinlein wieder nur pauschale Kritik. Konkrete Vorschläge für eine bessere Lösung bleibt er auch dieses Mal wieder schuldig. Er spricht von Milliardenkosten der Riester-Rente durch Zulagen und Steuergeschenken und übersieht dabei, dass allein 2019 rund 98 Milliarden Euro in Form des Bundeszuschusses von Finanzministerium an die Deutsche Rentenversicherung überwiesen werden. Davon sind rund 72 Milliarden Euro Zuschüsse zur allgemeinen Rentenversicherung. Im Jahr 2020 soll zum ersten Mal die 100-Milliarden-Grenze überschritten werden und die Zuschüsse zur allgemeinen Rentenversicherung um circa 3 Milliarden auf 75 Milliarden Euro steigen.

Es geht allenfalls um Steuerverschiebeffekte, nicht um „Steuergeschenke“

Verglichen mit dem Bundeszuschuss werden die jährlichen Förderungen zur Riester-Rente fast zu Rundungsdifferenzen. 2015 betrug beispielsweise die Gesamtförderung zur Riester-Rente rund 3,8 Milliarden Euro, wovon etwa 1,1, Milliarden Euro aus Steuervorteilen stammten (Quelle: Deutsche Rentenversicherung). Überhaupt von Steuergeschenken bei der Riester-Rente zu sprechen, zeigt, dass sich Herr Kleinlein die Welt stets so schafft, wie er sich für seine aktuelle Kritik gerade braucht. War die nachgelagerte Besteuerung der Riester-Rente in der Vergangenheit eine seiner Kritikelemente, so scheint diese bei der Nutzung des Begriffes „Steuergeschenk“ völlig verdrängt worden zu sein. Es gibt keine Steuergeschenke bei der Riester-Rente. Es gibt für viele die Möglichkeit, die Beiträge zur Riester-Rente steuerlich zum Abzug zu bringen. Dafür muss im Alter zu 100 Prozent die sich daraus ergebende Rente versteuert werden. Es geht also allenfalls um Steuerverschiebeffekte, nicht jedoch um Steuergeschenke.

Riester-Rente rentiert sich

Einem studierten Mathematiker sollte das bekannt sein. Wenn jedoch ein Aktuar beginnt von „gefühlten Renditen“ zu sprechen, scheint es hier offensichtlich längst nicht mehr um Verbraucherschutz zu gehen, sondern um ein zwanghaftes Festhalten an zweifelhaften Kritikpunkten und damit um reinen Populismus. Es darf wohl nicht sein, was den eigenen Aussagen der Vergangenheit entgegensteht. Also wird, trotz aller faktenbasierten Berechnungen durch das Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP), des GDV und der Initiative Pro Riester, welche eindeutig zum Ergebnis kommen, dass sich die Riester-Rente für den Verbraucher rentiert, diese Form der geförderten Altersvorsorge ständig in Copy&Paste-Manier schlecht geredet. Axel Kleinlein scheint sich aus dem Titellied von Pippi Langstrumpf einen Satz besonders gemerkt zu haben: „Ich mache mir die Welt, wie sie mir gefällt“.

Aufgabe des Verbraucherschutzes ist es, dem Verbraucher Orientierung zu bieten. Nicht ihn mit „gefühlten Renditen“ und teils völlig abwegigen Berechnungen zu verwirren und ihn davon abzuhalten, überhaupt für das Alter vorzusorgen. Ständig nur zu kritisieren, ist natürlich viel leichter, als selbst einmal das Ruder in die Hand zu nehmen und konkrete Lösungen anzubieten. Mit rund 50.000 Mitgliedern hätte der BdV Zugang zu einer ausreichend großen Gruppe, um eigene Angebote im Bereich der Altersvorsorge umsetzen zu können. Entsprechende Gruppenverträge bietet der Verein seinen Mitgliedern jedoch nur im Bereich der Sachversicherungen an. Interessanterweise ist das dortige Preis-Leistungs-Verhältnis schlechter, als bei den üblichen von Versicherungsmaklern angebotenen Qualitätstarifen. Obwohl hier sogar noch die häufig ebenfalls pauschal verteufelten Courtagen enthalten sind. Wie sagte schon der britische Schauspieler Noel Coward: „Die Kritik an anderen hat noch keinem die eigene Leistung erspart“.

kommentare
Hubert Gierhartz
Vor 11 Monaten

Da liest man auf den Seiten des BdV und dessen 100 % Tochterfirmen BdV Service GmbH und BdV Verwaltungs GmbH
„Wir sind Ihr Mittel gegen schlechte Versicherungen
Verbraucherschutz und Versicherungen – Kein Widerspruch
Wir sind Ihr persönlicher Versicherungsexperte“
Nehmen wir einmal ein Beispiel: Private Haftpflichtversicherung BdV 15 Mio Versicherungssumme Familie Jahresbeitrag 66,90 €
In diesen 66,90 € ist eine für die Versicherungswirtschaft ungewöhnlich Verwaltungsgebühr von jährlich 6,00 € enthalten. Der
BdV verzichtet aber auf Provisionen.
Maklerprodukt: Familienversicherung 20 Mio pauschal Jahresbeitrag 47,12 € mit einem exzellenten Versicherungsschutz. Die
Maklercourtage ist in diesem Beitrag enthalten
Wir sind Ihr Mittel gegen schlechte Versicherungen. Möge das der BdV einmal erklären.

Hubert
Vor 11 Monaten

Noch ein Beispiel „Wir sind Ihr Mittel gegen schlechte Versicherungen“

Hausratversicherung: 100 qm Wohnfläche = 65.000 € Versicherungssumme Versicherungsort: 47839 Krefeld
Einschluss Glas und Elementarschäden Prämie BdV 158,94 € – eine unübliche Verwaltungsgebühr von 12,00 € ist im Beitrag enthalten.
Maklerangebot: gleicher Versicherungsschutz: 120,10 € Senioren ab dem 60. Lebensjahr erhalten einen Nachlass von 20 % und müssen 96,06 € bezahlen. In diesen Prämien sind 25 % Courtage enthalten

Wenn 3 % Fahrraddiebstahl = 1.850,00 € mit versichert werden, erhöht sich die Prämie beim BdV auf 190,14 €.
Maklerangebot: Versicherungsprämie bleibt unverändert, weil Fahrraddiebstahl bis 10.000 € beitragsfrei mit versichert ist.
Das zu der Aussage. „Wir (Bdv) sind Ihr Mittel gegen schlechten Versicherungen“. Gerne kann ich noch mehrere Beispiele bringen.

Hinterlasse eine Antwort

    weitere kommentare
    1 2
kommentare
Hubert Gierhartz
Vor 11 Monaten

Da liest man auf den Seiten des BdV und dessen 100 % Tochterfirmen BdV Service GmbH und BdV Verwaltungs GmbH
„Wir sind Ihr Mittel gegen schlechte Versicherungen
Verbraucherschutz und Versicherungen – Kein Widerspruch
Wir sind Ihr persönlicher Versicherungsexperte“
Nehmen wir einmal ein Beispiel: Private Haftpflichtversicherung BdV 15 Mio Versicherungssumme Familie Jahresbeitrag 66,90 €
In diesen 66,90 € ist eine für die Versicherungswirtschaft ungewöhnlich Verwaltungsgebühr von jährlich 6,00 € enthalten. Der
BdV verzichtet aber auf Provisionen.
Maklerprodukt: Familienversicherung 20 Mio pauschal Jahresbeitrag 47,12 € mit einem exzellenten Versicherungsschutz. Die
Maklercourtage ist in diesem Beitrag enthalten
Wir sind Ihr Mittel gegen schlechte Versicherungen. Möge das der BdV einmal erklären.

Hubert
Vor 11 Monaten

Noch ein Beispiel „Wir sind Ihr Mittel gegen schlechte Versicherungen“

Hausratversicherung: 100 qm Wohnfläche = 65.000 € Versicherungssumme Versicherungsort: 47839 Krefeld
Einschluss Glas und Elementarschäden Prämie BdV 158,94 € – eine unübliche Verwaltungsgebühr von 12,00 € ist im Beitrag enthalten.
Maklerangebot: gleicher Versicherungsschutz: 120,10 € Senioren ab dem 60. Lebensjahr erhalten einen Nachlass von 20 % und müssen 96,06 € bezahlen. In diesen Prämien sind 25 % Courtage enthalten

Wenn 3 % Fahrraddiebstahl = 1.850,00 € mit versichert werden, erhöht sich die Prämie beim BdV auf 190,14 €.
Maklerangebot: Versicherungsprämie bleibt unverändert, weil Fahrraddiebstahl bis 10.000 € beitragsfrei mit versichert ist.
Das zu der Aussage. „Wir (Bdv) sind Ihr Mittel gegen schlechten Versicherungen“. Gerne kann ich noch mehrere Beispiele bringen.

Hinterlasse eine Antwort

    weitere kommentare
    1 2
smiley-icon

achtung: Sie nutzen einen veraltete Version des Internet Explorer und daher kann es eventuell zu fehlerhaften Darstellungen kommen. Wir empfehlen den Internet Explorer zu aktualisieren oder Google Chrome zu nutzen.

verstanden!