Pfefferminzia Logo rgb
Kommt nach den Sommerferien eine zweite Corona-Welle auf uns zu? © picture alliance/dpa | Stefan Sauer
  • Von Joachim Haid
  • 19.08.2020 um 09:20
artikel drucken artikel drucken
lesedauer Lesedauer: ca. 06:40 Min

Seit einigen Tagen steigt wieder die Zahl der positiv auf Corona getesteten Personen in Deutschland. Medien berichten deshalb regelmäßig von einer zweiten Welle. Wie sind die Zahlen zu interpretieren?

In den vergangenen Tagen ist die Zahl der positiv auf SARS CoV-2 getesteten Personen wieder gestiegen. Während von Mitte Mai bis Juli 2020 täglich zwischen rund 200 und 600 neue positive Fälle erfasst wurden, stiegen diese Anfang August erstmalig seit vielen Wochen teilweise wieder auf über 1.000 pro Tag. Dem täglichen Lagebericht des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom 12. August 2020 ist dazu folgende Aussage zu entnehmen:

„Der in den vergangenen Wochen gemeldete Zuwachs in den Fallzahlen ist in vielen Bundesländern zu beobachten… Häufig wird ein hoher Anteil von Fällen bei Einreisenden berichtet“. Ist also die zweite Welle in Deutschland dabei sich aufzubauen, vor der Medien und einige Politiker seit Wochen bereits warnen?

(Abb. 1 – Anzahl positiver Tests, Quelle: RKI Lagebericht 12.08.2020)

Mehr Tests = mehr positive Fälle?

Von Kritikern an der Darstellung einer zweiten Welle ist häufig zu hören, dass die erneute Zunahme der positiven Fallzahlen bedingt ist durch die deutlich gestiegene Zahl der durchgeführten Testungen. So einfach ist die Sache jedoch nicht. Wie Abbildung 2 zu entnehmen ist, stieg die Zahl der wöchentlich durchgeführten Tests tatsächlich deutlich an. Läge der Anstieg der neuen positiven Testergebnisse jedoch primär an der Zahl der durchgeführten Tests, müsste die Positiven-Rate jedoch sinken, maximal gleich hoch bleiben. Dabei handelt es sich um den prozentualen Anteil der positiv getesteten Personen im Verhältnis zur Zahl der in einer Woche durchgeführten Tests. Dem ist aber nicht so. Wie deutlich zu erkennen ist, lag die Positiven-Rate ab KW 27 stabil bei 0,6 Prozent, stieg in KW 30 auf 0,8 Prozent und liegt seit KW 31 bei 1,0 Prozent.

(Abb. 2 – Anzahl SARS CoV-2-Testungen in Deutschland, Quelle: Täglicher Lagebericht des RKI, 12.08.2020).
Abnahme der Todesfälle, stabile Situation in den Krankenhäusern

Während also die gemeldeten positiven Testergebnisse wieder auf einem Stand wie zuletzt Anfang Mai 2020 sind, ist die Zahl der täglichen Todesfälle im Zusammenhang mit SARS CoV-2 glücklicherweise nicht einmal ansatzweise auf den Wert von Anfang Mai gestiegen. Damals wurden täglich teilweise noch deutlich über 100 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Corona-Virus SARS CoV-2 registriert. Aktuell gibt es seit Wochen entweder keine Todesfälle, oder es sind nur wenige pro Tag zu beklagen.

Auch die Lage in den deutschen Krankenhäusern ist stabil. Abbildung 4 zeigt, dass die Zahl der Personen, die intensivmedizinisch betreut werden müssen, stabil beziehungsweise sogar am Fallen ist. Anfang Mai bedurften noch über 1.700 Personen einer intensivmedizinischen Behandlung. Aktuell gibt es noch 224 entsprechende Fälle.

(Abb. 3 – Anzahl intensivmedizinischer Behandlungen, Quelle: Täglicher Lagebericht des RKI 12.08.2020)

autorAutor
Joachim

Joachim Haid

Joachim Haid ist Gründer des Gesundheitsprogramms PaleoMental®, zudem Gesundheitscoach und Heilpraktiker in Ausbildung.

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Pfefferminzia Logo rgb
Suche
Close this search box.
Zuletzt hinzugefügt
Zuletzt hinzugefügt
„Schadenbearbeitung war immer wie ein Wurmfortsatz“
„Lass mal reden“ mit Sami Charaf Eddine (Claimflow)

„Schadenbearbeitung war immer wie ein Wurmfortsatz“

„Wie willst du denn 1 Million Versicherte individuell ansprechen?“
„Lass mal reden“ mit Ingo Gregus (Adesso Digitalagentur)

„Wie willst du denn 1 Million Versicherte individuell ansprechen?“

Zuletzt hinzugefügt
Vermittler müssen und wollen sich weiterbilden
AfW-Vermittlerbarometer: Nachhaltigkeit

Vermittler müssen und wollen sich weiterbilden

Die besten Maßnahmen, mit denen Versicherer Maklern helfen
OMGV Award für Maklerunterstützung 2023

Die besten Maßnahmen, mit denen Versicherer Maklern helfen

Zuletzt hinzugefügt
„In fünf Jahren sterben Online-Abschlussstrecken aus“
„Lass mal reden“ mit Ralf Pispers, Personal Business Machine (PBM)

„In fünf Jahren sterben Online-Abschlussstrecken aus“

„80.000 Impats pro Jahr könnten sich sofort privat versichern“
„Lass mal reden“ mit Kabil Azizi (Gothaer)

„80.000 Impats pro Jahr könnten sich sofort privat versichern“

Zuletzt hinzugefügt
„In fünf Jahren sterben Online-Abschlussstrecken aus“
„Lass mal reden“ mit Ralf Pispers, Personal Business Machine (PBM)

„In fünf Jahren sterben Online-Abschlussstrecken aus“

„Es gibt kaum Branchen, die eine höhere Verantwortung tragen“
Interview-Reihe 'Mit Vision – Auf dem Weg zum Unternehmer'

„Es gibt kaum Branchen, die eine höhere Verantwortung tragen“

Skip to content