Makler sind immer mehr mit bürokratischen Arbeiten beschäftigt. © picture alliance / Panther Media | Andriy Popov
  • Von Achim Nixdorf
  • 15.12.2021 um 17:19
artikel drucken artikel drucken
lesedauer Lesedauer: ca. 01:20 Min

Verlieren Deutschlands Makler den Spaß an ihrem Beruf? Immer mehr fühlen sich durch die Zunahme der Bürokratie und den neuen Anforderungen der Digitalisierung extrem belastet. Das geht aus einer Umfrage des Zweitmarkthändlers Policen Direkt hervor. Eine große Herausforderung bleibt auch die eigene Nachfolgeregelung.

Deutschlands Versicherungsmakler verbringen inzwischen mehr als die Hälfte ihrer Arbeitszeit mit bürokratischen und technischen Tätigkeiten, obwohl sie diese Arbeiten gern abgeben und sich mehr um ihre Kunden kümmern würden. Das ist das zentrale Ergebnis des Maklerbarometers 2021 des Zweitmarkthändlers Policen Direkt, für den über 400 Makler befragt wurden.

„Deutschlands Makler kommen offenbar immer seltener dazu, sich um die Themen zu kümmern, die ihnen Freude bereiten“, sagt Philipp Kanschik, Geschäftsführer bei Policen Direkt. „Es gelingt ihnen immer weniger, die eigenen Prozesse zukunftsfähig zu machen und Zeit für ihre Kunden freizuschaufeln. Dies äußert sich in einer deutlichen Unzufriedenheit mit der eigenen Situation.“

Nachfolge weiterhin großes Problem

Auch das Thema Nachfolge bereitet der Maklerschaft weiterhin große Bauchschmerzen. 74 Prozent der über 60-jährigen gaben bei der Umfrage an, ihre Nachfolge noch nicht geregelt zu haben. Für 48,7 Prozent bleibt der eigene Bestand beziehungsweise das eigene Unternehmen die primäre Altersvorsorge. Und 40 Prozent sind sich jetzt schon sicher, dass sie über das gesetzliche Rentenalter hinaus arbeiten werden müssen.

Kanschik: „Die Nachfolgewelle türmt sich immer weiter auf. Wir erwarten, dass die Anzahl der Makler, die eine Nachfolgelösung suchen, Jahr für Jahr steigen wird und erst gegen Mitte der 2020er ihren Zenit erreicht. Vor allem im Privatkundenbereich beginnt die Marktkonsolidierung gerade erst.“ 

Klassische Verkaufsmodelle weniger relevant

Was die bevorzugten Maklernachfolgemodelle anbetrifft, so zeigt die Umfrage , dass sich der Trend hier immer mehr von klassischen Unternehmens- und Bestandsverkäufen wegbewegt. Nur noch knapp die Hälfte der Makler hält das für die eigene Situation am geeignetsten. Alle anderen bevorzugen zunehmend eine Kombination aus gemeinsamer Übergangsphase mit anschließendem Rentenmodell. Nahezu erledigt hat sich hingegen ein anderes Thema: Nur noch 15 Prozent wollen ihren Bestand auslaufen lassen.

Grafik vergrößern.

Quelle: Policen Direkt
autorAutor
Achim

Achim Nixdorf

Achim Nixdorf ist seit April 2019 Content- und Projekt-Manager bei Pfefferminzia. Davor arbeitete er als Tageszeitungs- und Zeitschriftenredakteur mit dem Fokus auf Verbraucher- und Ratgeberthemen.

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

smiley-icon

achtung: Sie nutzen einen veraltete Version des Internet Explorer und daher kann es eventuell zu fehlerhaften Darstellungen kommen. Wir empfehlen den Internet Explorer zu aktualisieren oder Google Chrome zu nutzen.

verstanden!