Pfefferminzia Logo rgb
Ein Pfleger hilft einem Wachkomapatienten: Wer wegen Unfall oder Krankheit nicht mehr in der Lage ist, eigene Entscheidungen zur Behandlung zu machen, sollte eine Patientenverfügung abgeschlossen haben. © dpa/picture alliance
  • Von Juliana Demski
  • 23.08.2017 um 11:45
artikel drucken artikel drucken
lesedauer Lesedauer: ca. 00:55 Min

Laut einer aktuellen Studie sind die Deutschen in Sachen Vollmachten eher zurückhaltend: Nur jeder zweite Intensivpatient verfügt über eine Vorsorgevollmacht oder eine Patientenverfügung. Der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) reicht das nicht: Sie fordert bessere Aufklärung von den Krankenkassen und Ärzten.

In Deutschland hat nur jeder zweite Intensivpatient (51 Prozent) eine Vorsorgevollmacht oder Patientenverfügung vorzuweisen, so das Ergebnis einer aktuellen Studie des Uniklinikums Hamburg Eppendorf (UKE) unter der Leitung von Stefan Kluge, einem Präsidiumsmitglied der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI).

39 Prozent der Patienten haben sich sogar noch nie mit dem Thema befasst. Bei 40 Prozent aller vorliegenden Vorsorgevollmachten und 44 Prozent der Patientenverfügungen liegen außerdem keine ausreichend ausgefüllten Dokumente vor.

Und:

Nur 23 Prozent der Dokumente waren auch tatsächlich im Krankenhaus auffindbar.

Das Problem:

„Damit können wir Ärzte viele Patienten weder juristisch abgesichert noch zweifelsfrei in ihrem Sinne behandeln“, sagt Kruge.

Im Ernstfall muss dann ein Betreuer her, der wichtige Entscheidungen zur Gesundheit und Behandlung trifft – dieser muss aber nicht unbedingt aus dem engen Familienkreis des Patienten stammen.

Die DIVI fordert daher mehr Aufklärung von Seiten der Krankenkassen und Ärzte:

„Jeder Bundesbürger ab dem 18. Lebensjahr sollte eine vollständige Vorsorgevollmacht hinterlegt  haben. So kann auch ein fremder Betreuer im Krankenhaus vermieden werden“, fasst Kruge zusammen.

autorAutorin
Juliana

Juliana Demski

Juliana Demski gehörte dem Pfeffi-Team seit 2016 an. Sie war Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Das Unternehmen hat sie im Januar 2024 verlassen.

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

Pfefferminzia Logo rgb
Suche
Close this search box.
Zuletzt hinzugefügt
Zuletzt hinzugefügt
„Schadenbearbeitung war immer wie ein Wurmfortsatz“
„Lass mal reden“ mit Sami Charaf Eddine (Claimflow)

„Schadenbearbeitung war immer wie ein Wurmfortsatz“

„Wie willst du denn 1 Million Versicherte individuell ansprechen?“
„Lass mal reden“ mit Ingo Gregus (Adesso Digitalagentur)

„Wie willst du denn 1 Million Versicherte individuell ansprechen?“

Zuletzt hinzugefügt
Vermittler müssen und wollen sich weiterbilden
AfW-Vermittlerbarometer: Nachhaltigkeit

Vermittler müssen und wollen sich weiterbilden

Die besten Maßnahmen, mit denen Versicherer Maklern helfen
OMGV Award für Maklerunterstützung 2023

Die besten Maßnahmen, mit denen Versicherer Maklern helfen

Zuletzt hinzugefügt
„In fünf Jahren sterben Online-Abschlussstrecken aus“
„Lass mal reden“ mit Ralf Pispers, Personal Business Machine (PBM)

„In fünf Jahren sterben Online-Abschlussstrecken aus“

„80.000 Impats pro Jahr könnten sich sofort privat versichern“
„Lass mal reden“ mit Kabil Azizi (Gothaer)

„80.000 Impats pro Jahr könnten sich sofort privat versichern“

Zuletzt hinzugefügt
„In fünf Jahren sterben Online-Abschlussstrecken aus“
„Lass mal reden“ mit Ralf Pispers, Personal Business Machine (PBM)

„In fünf Jahren sterben Online-Abschlussstrecken aus“

„Es gibt kaum Branchen, die eine höhere Verantwortung tragen“
Interview-Reihe 'Mit Vision – Auf dem Weg zum Unternehmer'

„Es gibt kaum Branchen, die eine höhere Verantwortung tragen“

Skip to content