Rückabwicklung gefordert Arbeitgeberpräsident gegen Rente mit 63

Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer
Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer © dpa/picture alliance

Mit 63 in das Rentenleben starten? Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer hält das für keine gute Idee. Die Rente mit 63 würde die falschen Anreize setzen, findet er. Statt früher aus dem Erwerbsleben auszuscheiden, sollte den Menschen längeres Arbeiten ermöglicht werden.

07.06.2017 13:57  Drucken

Der Wahlkampf ist angelaufen: Im September wählt Deutschland ein neues Parlament, und Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer hat sich bereits mit einem Wunsch an die künftigen Koalitionäre zu Wort gemeldet. Demnach solle die Rente mit 63 möglichst bald auf den Prüfstand gestellt werden.

„Wir müssen nicht Anreize schaffen, früher zu gehen, sondern Anreize, die längeres Arbeiten für diejenigen ermöglichen, die das wollen und können“, sagte Kramer gegenüber der Mitteldeutschen Zeitung.

Gerade im Hinblick auf den demografischen Wandel sei das ratsam, findet der Arbeitgeberpräsident: So würden 6 Millionen weniger erwerbstätige Menschen bis 2030 in Deutschland leben. Gleichwohl räumte Kramer ein, dass eine solche Änderung politisch schwierig umzusetzen wäre. Denn die Rente mit 63 habe dem Arbeitsmarkt bereits jetzt zwischen 200.000 und 250.000 Fachkräfte entzogen.

Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, hat Kramer auf einer Konferenz der Arbeitgeberverbände einen ganzen Katalog voller Forderungen präsentiert. Unter anderem sprach er sich für mehr Ganztagsbetreuung aus. So sollen Frauen besser in Vollzeitjobs arbeiten können. Außerdem, so Kramer, fehlten Deutschland ausländische Fachkräfte.

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