Henning Kühl ist Chefaktuar von Policen Direkt. © Policen Direkt
  • Von Lorenz Klein
  • 04.03.2019 um 12:41
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Mehr Informationen und weniger Versicherungschinesisch: Die Mehrheit der deutschen Lebensversicherer hat ihre Standmitteilungen überarbeitet und erfüllt nun die neuen gesetzlichen Mindestanforderungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des Policenverwalters Policen Direkt. Gänzlich beseitigt sei der „Wildwuchs“ damit aber noch nicht, so die Autoren. Wie sich die jeweiligen Anbieter schlugen, erfahren Sie hier.

Die jährlich verschickten Standmitteilungen der Lebensversicherungen bereiten den Kunden in der Regel nur wenig Lesevergnügen – denn wie sich der eigene Vertrag entwickelt hat, bleibt für viele Nicht-Versicherungsprofis undurchsichtig. Der Gesetzgeber hatte auf diesen Missstand reagiert und den entsprechenden Paragrafen 155 des Versicherungsvertragsgesetzes zum 1. Juli 2018 neu geregelt – mit ersten Erfolgen, wie der Policenverwalter Policen Direkt in seiner Zwischenbilanz zu berichten weiß.

60 von 73 untersuchte Lebensversicherer erfüllen demnach die neuen gesetzlichen Mindestanforderungen vollständig. „Von einigen Versicherungen erhalten die Kunden nun daher erstmals automatisch jährlich einen Rückkaufswert und eine Todesfallleistung“, loben die Studienautoren – und betonen zugleich, dass die Gesetzesänderung „notwendig“ gewesen sei. „Der Wildwuchs der Standmitteilungen ist damit zwar noch nicht gänzlich beseitigt, dennoch profitieren Kunden eindeutig von den jetzt oft weitreichenderen Informationen“, lautet das Fazit von Henning Kühl, Chefaktuar von Policen Direkt. So hätten einige Lebensversicherer ihre Infobriefe „vollkommen neugestaltet und geben ihren nun Kunden deutlich mehr Informationen“.

Concordia, Alte Leipziger und Hannoversche bieten den besten Durchblick

21 der 73 Lebensversicherer melden zusätzlich alle weitere wichtigen Informationen, die aus Sicht der Autoren elementar seien. Dadurch könnten die Kunden dieser Unternehmen die Werte ihrer Verträge und deren Veränderung gegenüber dem Vorjahr besser verstehen, heißt es.

Die meisten Punkte erzielte Concordia (102,50), die damit das Transparenz-Ranking für sich entschied. Dahinter folgen Alte Leipziger (100,00) und Hannoversche Leben (98,75). Die schlechteste Bewertung gab es für die Frankfurt Münchener Leben (10,00) und die Dialog Leben (26,25). Nur wenig besser schnitten die Saarland Leben und die WWK mit jeweils 37,50 Punkten ab.

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Nicht alle Versicherer haben bis zum Stichtag liefern können

Die Tester haben unter anderem auch die Angaben zur Beteiligung an den Bewertungsreserven unter die Lupe genommen – und hier liegt wohl noch einiges im Argen. „Das Ergebnis zeigt, dass hier weitere Vorgaben vom Gesetzgeber zur einheitlichen und verständlicheren Darstellung notwendig sind“, geben die Studienmacher zu bedenken.

Ohnehin hätten es nicht alle Versicherer bis zum Stichtag geschafft, eine gesetzeskonforme Standmitteilung für sämtliche Kunden abzuliefern. „Andere haben nicht mehr getan als nötig und können nicht mit großen Verbesserungen punkten“, ergänzt Kühl. Bei den Versicherern, die bis Anfang 2019 noch keine gesetzeskonforme Standmitteilung übermittelt hatten, habe man nachgefragt.

Was Lebensversicherer infolge der Neuregelung des Paragrafen 155 VVG bei Produkten der kapitalbildenden Lebensversicherung beachten müssen und wie die detaillierten Studienergebnisse zu den einzelnen Lebensversicherern lauten, erfahren Sie hier.

Policen Direkt verwaltet nach eigenen Angaben einen Bestand von derzeit 12.000 Lebensversicherungen aller Gesellschaften und deren gängigste Tarifvarianten.

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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