Kleine und kleinste Unternehmen sind über die Risiken ihres Unternehmens oft nicht richtig aufgeklärt. © picture all./Chromorange | Udo Herrmann
  • Von Manila Klafack
  • 21.10.2022 um 10:24
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Kleine und kleinste Unternehmen sehen sich derzeit mit vielen Sorgen konfrontiert und doch blicken sie überwiegend optimistisch in die Zukunft. Welche Risiken veränderte Geschäftsideen mit sich bringen, wissen sie allerdings oft nicht. So lautet das Fazit des Gewerbeversicherungsreports von Finanzchef24 und andsafe, für den 654 Unternehmen befragt wurden.

Die Inflation wird das wichtigste geschäftsbestimmende Thema in den nächsten zwölf Monaten sein – aber auch Lieferketten, Fachkräfteknappheit und der Klimawandel beschäftigen die kleinen und kleinsten Unternehmen in Deutschland stark. Daher sei Agilität für das unternehmerische Überleben wichtig, berge jedoch Gefahren, so das Resümee des Reports Gewerbeversicherung 2022 des Maklerunternehmens Finanzchef24 und des Insurtechs andsafe. Dieser dritte Teil der Studie, der sich um die kleinen und kleinsten Unternehmen dreht, hat untersucht, welche Herausforderungen sich diese Zielgruppe gegenübersieht, und wie es um ihren Versicherungsschutz bestellt ist.

Zuletzt habe die Corona-Pandemie dafür gesorgt, dass viele Selbstständige ihr Geschäftsmodell umstellten oder ausweiteten – mit dem Risiko, dass ihr Unternehmen ganz anderen Gefahren ausgesetzt seien, geben die Studienautoren zu bedenken. „Dort, wo neue Chancen winken, kann das Nichtwissen um begleitende Gefahren schnell zur existenziellen Bedrohung werden“, warnte Christian Buschkotte, Managing Director bei andsafe, am Donnerstag im Rahmen eines virtuellen Pressegesprächs.

Absicherung hält oft nicht mit Unternehmertum Schritt

Welche Absicherung in der Gewerbeversicherung möglich sind, ist vielen Befragten laut der Erhebung nicht klar. Nur rund jeder Dritte bezeichnet danach seine Kenntnisse als sehr gut oder als gut (34 Prozent). Mehr als jeder Vierte (27 Prozent) sieht hingegen erhebliche Wissenslücken. 39 Prozent beurteilen ihr eigenes Wissen diesbezüglich als befriedigend. Buschkotte: „Diese Unkenntnis führt ins Risiko. Ein Großteil der Selbstständigen ist kaum aufgeklärt und riskiert täglich seine finanzielle Existenz und Unabhängigkeit durch Nichtwissen.“

„Nachdem sich viele Kleinst- und Kleinunternehmer in der Corona-Pandemie im Vergleich zu Konzernen von der Politik vernachlässigt gefühlt haben, wollen sie den Herausforderungen aktiver denn je entgegentreten“, befand Payam Rezvanian, Geschäftsführer von Finanzchef24. Dabei sei die Stimmung branchenabhängig unterschiedlich. Immerhin schaue aber gut die Hälfte optimistisch auf die Geschäftsentwicklung in den kommenden zwölf Monaten.

Jeder Fünfte will schneller und digitaler werden

Auch die Digitalisierung spielt weiterhin eine große Rolle. Ungefähr jeder fünfte befragte Kleinst- und Kleinunternehmer (19 Prozent) gibt an, seine Geschwindigkeit und Anpassungsfähigkeit für mehr Wettbewerbsvorteile erhöhen zu wollen. Die Digitalisierung wollen 18 Prozent vorantreiben. Auch hier gibt es große Unterschiede zwischen den Branchen. Alle können jedoch von Cyberattacken betroffen sein und daher werde die Cyberversicherung immer wichtiger.

Hier gehts zum Report.

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Manila Klafack

Manila Klafack ist Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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