Der Schriftzug der Württembergischen an einem Gebäude: Der Versicherer hat sowohl in der Unfall- als auch in der Rechtsschutzversicherung Änderungen vorgenommen. © picture alliance / dpa | Soeren Stache
  • Von Juliana Demski
  • 21.09.2021 um 17:13
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Die Württembergische hat gleich in zwei Produktsparten ausführliche Updates durchgeführt, die Gothaer unterstützt Versicherte mit Long-Covid-Symptomen, die Zurich hat eine Cyber-Police für den Mittelstand gestartet, der Versicherer OCC hat eine E-Auto-Police auf den Markt gebracht, die Canada Life reagiert in der Rentenversicherung auf die Niedrigzinsen und die Öffentliche Versicherung Braunschweig setzt ab sofort ebenfalls verstärkt auf die Absicherung von Elektrowagen.

Württembergische überarbeitet Unfallversicherung …

Die Württembergische Versicherung hat in ihrer Unfallversicherung ein paar Updates durchgeführt. So sind in der Linie „Premiumschutz“ ab sofort auch Menisken und Knochenbrüche infolge von Unfällen durch erhöhte Kraftanstrengung und Eigenbewegung versichert. Zahnbehandlungs- und Zahnersatzkosten werden bis zu einem Betrag von 50.000 Euro übernommen. Krankenhaustagesgeld gibt es jetzt bis zu einer Dauer von 365 Tagen. Ferner sind zukünftig auch berufliches Tauchen sowie Vergiftungen durch Pflanzen Teil der versicherten Leistungen.

Daneben gibt es zahlreiche Erweiterungen in allen Linien der neuen Unfallversicherung – wie beispielsweise bei den Hilfeleistungen. Dazu zählt die wahlweise Leistung von Nachbarschaftshilfe, bei der die Württembergische als einer von wenigen Versicherern am Markt für sechs Wochen einen Betrag in Höhe von 140 Euro je angefangene Kalenderwoche ausbezahlt. Damit können bei notwendiger Hilfe im Alltag die Nachbarn oder Familienmitglieder entsprechend honoriert werden. Ferner werden künftig die Fahrtkosten zum Physiotherapeuten übernommen. Eine weitere Neuerung: Die Hilfeleistungen werden jetzt auch bei Pflegegrad 1 erbracht.

Auch in der Kinder-Unfallversicherung gibt es Veränderungen: In der Linie „Premiumschutz“ gibt es ab sofort einen sogenannten Helmbonus. Das bedeutet, dass bei unfallbedingten Verletzungen die vereinbarte Invaliditätsgrundsumme um 25 Prozent, maximal jedoch um 50.000 Euro, erhöht wird, wenn zum Unfallzeitpunkt ein Helm mit CE-Kennzeichnung getragen wurde. Ohne Vereinbarung von Krankenhaustagegeld gibt es ein Schulgeld in Höhe von 50 Euro pro Tag. In der neuen Kinder-Unfallversicherung sind nun außerdem auch die gesundheitlichen Beeinträchtigungen von Vergiftungen durch Medikamente, Tabak, Alkohol und Pflanzen abgedeckt

… und Rechtsschutzversicherung

In der Rechtsschutzversicherung hat die Württembergische in der Premiumlinie die Versicherungssummen angehoben: Innerhalb Europas war sie schon bisher unbegrenzt; weltweit wurde sie jetzt von marktüblichen 500.000 Euro auf eine Million Euro erhöht. Dabei wurde die Aufenthaltsdauer von bisher zwei Jahren auf fünf Jahre verlängert. Für Strafkautionen liegt die Summe künftig ebenfalls bei einer Million Euro.

Das Paket, das Kundinnen und Kunden über ausgesuchte Kooperationspartner erhalten, umfasst künftig neben Unterstützung und Kostenübernahme zur Erstellung einer Vorsorgevollmacht oder Betreuungsverfügung zahlreiche weitere Vorsorgeverfügungen wie etwa die Sorgerechts- und Haustierverfügung. Außerdem unterstützt die Württembergische ihre Versicherten unter anderem bei der Regelung ihres digitalen Nachlasses oder bei der Beantragung eines Pflegegrades.

Die Württembergische hat darüber hinaus ihr Angebot in der Rechtsschutzversicherung für Firmenkunden ausgebaut:

Künftig umfasst hier die Linie „Premiumschutz“ den Verwaltungsrechtsschutz im betrieblichen Bereich inklusive Vorverfahren und Streitigkeiten aus dem Wettbewerbsrecht bis 10.000 Euro. Ferner übernimmt die Württembergische die Kosten bei Enteignungs-, Planfeststellungs- und Flurbereinigungsangelegenheiten ab Gericht bis 10.000 Euro sowie von Streitigkeiten bei Erschließungs- und Anliegerabgaben. Auch die Firmenkundschaft des Unternehmens profitiert künftig von den Serviceleistungen über Kooperationspartner, wie zum Beispiel zur Erstellung einer Unternehmervorsorgevollmacht.

Die Zusatzbausteine im Gewerbe-Rechtsschutz wurden ebenfalls aufgewertet. So bietet der Spezial-Straf-Rechtsschutz nun unter anderem Schutz beim Vorwurf eines Verbrechens. Der Vertrags-Rechtsschutz für Hilfsgeschäfte beinhaltet zum Beispiel Schutz bei Streitigkeiten über den Kauf von Produktionsmaschinen bis zu 10.000 Euro.

Gothaer mit Unterstützung für Long-Covid-Patienten

Rund 10 bis 20 Prozent aller Corona-Infizierten sind vom sogenannten „Long-Covid“ betroffen – also von gesundheitlichen Langzeitfolgen nach einer überstandenen Corona-Infektion. Die Gothaer Krankenversicherung stellt ihren Vollversicherten nun ein individuelles Beratungs- und Betreuungsangebot bei einer Long-Covid Erkrankung zur Verfügung – dieses Angebot gilt auch in der betrieblichen Krankenversicherung (bKV).

Dieses Hilfsangebot können die Kunden kostenlos über verschiedene Kanäle in Anspruch nehmen. Mit an Bord ist ein spezieller Dienstleister, der die Betroffenen professionell und individuell unterstützen soll, schreibt die Gothaer in einer Pressemitteilung. Dazu gehören unter anderem die Vermittlung von Facharztterminen, Hilfe bei psychischen Problemen und die Beratung zu Therapiemöglichkeiten bei akuten gesundheitlichen Einschränkungen.

Zurich versichert Mittelstand gegen Cyber-Crime

Die Zurich Gruppe Deutschland hat ein Cyber-Produkt explizit für den Mittelstand entwickelt. „Zurich Cyber Solution“ soll Schutz vor den finanziellen Folgen von Datenverlusten und Cyber-Attacken bieten. Darüber hinaus werden Kunden im Ernstfall durch ein individuelles Krisenmanagement und diverse Soforthilfe-Maßnahmen unterstützt. Das Produkt richtet sich gezielt an mittelständische Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 150 Millionen und einer Milliarde Euro.

Dabei kombiniert das Produkt Haftpflicht- und Eigenschadendeckung in einer Versicherungslösung. So schützt die Police im Rahmen der Haftpflichtdeckung unter anderem gegen Vermögenseinbußen aus datenschutzbezogenen Pflicht- und Vertraulichkeitsverletzungen eigener Mitarbeitenden und bietet finanzielle Sicherheit bei zahlreichen möglichen Eigenschäden.

Bei Bedarf können die Kunden auch eine zusätzliche Internet-Medien-Haftpflichtdeckung dazu wählen. Diese beinhaltet zum Beispiel die Verletzung von Persönlichkeits- oder Urheberrechten. Im Schadensfall bietet das Zurich-Produkt über die Eigenschadendeckung Hilfe, um beispielsweise die wirtschaftlichen Folgen der Wiederherstellung von Daten und Systemen oder einer Betriebsunterbrechung zu mindern.

Neben Faktoren wie Größe oder Branche eines Unternehmens, bestimmt vor allem auch die Qualität des bestehenden IT-Sicherheitsnetzes die Versicherbarkeit und die Höhe der Versicherungsprämie. Ein Mindestmaß an IT-Sicherheitsstandard ist dabei Voraussetzung für den Versicherungsschutz.

Die genauen Kosten legt die Zurich individuell anhand einer Risikoprüfung im engen Austausch mit dem Mittelständler fest. Hierbei kann auch auf die Unterstützung von Zurich-Risikoingenieure und von spezialisierten Cyber-Risiko-Assessment-Partnern zurückgegriffen werden.

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Juliana Demski

Juliana Demski ist seit 2021 Junior-Redakteurin und Social-Media-Managerin bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört sie seit 2016 an.

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