Die Baustelle einiger Einfamilienhäuser in einem Neubaugebiet bei Hamburg. © dpa/picture alliance
  • Von Redaktion
  • 20.04.2016 um 06:57
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Die niedrigen Zinsen verleiten Hauskäufer zu langen Kreditlaufzeiten. Davon profitieren Lebensversicherer, die bei langfristigen Baufinanzierungen oft die besten Konditionen bieten.

Geht es also um lange Laufzeiten, sind die Lebensversicherer oft erste Wahl. „Es gibt nur wenige Banken, die Zinsbindungen von 20 Jahren oder mehr anbieten“, sagt Stephan Gawarecki. Bei der Allianz dagegen sind Laufzeiten von bis zu 40 Jahren möglich. Die Sorglos-Hypothek der Hannoverschen kommt auch auf eine maximale Zinsbindung von bis zu 40 Jahren. „Das Schöne an Annuitätendarlehen von Versicherungen ist nicht nur, dass sie besonders günstige Zinsen bei den langen Laufzeiten bieten, sondern sie haben auch noch eine Menge Optionen inklusive“, sagt Max Herbst, Inhaber der auf Immobilien spezialisierten FMH Finanzberatung.

Sondertilgung von bis zu 10 Prozent

So seien kostenlose Sondertilgungen von bis zu 10 Prozent pro Jahr keine Seltenheit, auch eine Tilgungssatzveränderung während der Zinsbindung gehöre fast zum Standardangebot. Herbst: „Einige Versicherungen erlauben eine kostenlose jährliche Tilgungsveränderung. Das ist ideal für junge Familien, die noch nicht abschätzen können, wie sich die Familiengröße entwickeln wird. Da kann man bei Bedarf die Rate auf ein Minimum reduzieren und später wieder anheben.“

Zudem gewährten einige Versicherer Zinsabschläge für Bestandskunden oder auch für den Neuabschluss etwa einer Risikolebensversicherung der jeweiligen Gesellschaft. „In bestimmten Konstellationen tragen die so durch den Zinsrabatt ersparten Zinsen nahezu die Prämie der Risikovorsorge, um die sich ein Hauptverdiener ohnehin Gedanken machen sollte“, ergänzt Gawarecki.

Tilgungssatz von mindestens 2 Prozent wählen

Bei langen Zinsbindungen gelte es aber, seinen Tilgungssatz im Auge zu behalten, meint der Experte. In einer Niedrigzinsphase verlängere ein niedriger Tilgungssatz die Laufzeit – also die Zeit, bis das Darlehen vollständig zurückgezahlt sei – überproportional. Gawarecki: „Daher raten wir zu einer Mindesttilgung von 2 bis 3 Prozent pro Jahr, um die Gesamtlaufzeit im Rahmen zu halten.“

Das beobachten die Versicherungsgesellschaften bereits durchaus. So gibt die Hannoversche an, dass ihre Kunden viel Wert auf eine hohe laufende Tilgung und optionale Sondertilgungsmöglichkeiten legen, außerdem würden sie viel Eigenkapital einbringen. Helck: „Vermutlich spielt dabei der Mangel an anderen Anlage-Alternativen aufgrund der Niedrigzinsphase eine Rolle.“

Angebotsvergleich kann tausende Euro sparen

Auch wichtig sei bei derart langen Zinsbindungen ein sauberer Angebotsvergleich. Denn schon kleine Unterschiede können sich über die Dekaden ganz schön zusammenläppern. Ein Beispiel dafür liefert Max Herbst von der FMH Finanzberatung. Anfang März bietet der beste Versicherer bis 70 Prozent Beleihung – Kaufpreis 300.000 Euro, Darlehen 210.000 Euro, 2 Prozent Tilgung, 20 Jahre fest – einen Effektivzins von 1,84 Prozent. Der schlechteste bundesweite Anbieter will 2,43 Prozent haben. Am Ende der 20 Jahre hat der Versicherungskunde beim günstigeren Anbieter also das hübsche Sümmchen von 23.000 Euro gespart. Herbst: „Da lohnt sich ein Vergleich.“

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