Christian Geier ist Vorstand der FP Finanzpartner AG und dort unter anderem zuständig für die Produktauswahl und Sicherung der Beratungsqualität. © FP Finanzpartner
  • Von Redaktion
  • 11.06.2020 um 11:19
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Im Dschungel der Versicherungstarife ist es schwierig, die Perlen zu finden. Jeden Monat stellt unser Gastautor Christian Geier, Vorstand der FP Finanzpartner AG und dort unter anderem zuständig für die Produktauswahl, daher in seiner Kolumne ein Produkt vor, und gibt seinen Senf dazu. Dieses Mal: „Fondsfittery“ des Volkswohl Bunds.

Ja, der Volkswohl Bund (VWB), der weiß, wie es geht. Also, wie man Makler zu Fans macht. Beispiel LVRG I: Da kam der VWB mit einem Vergütungs-Modell (fünf + drei Jahre) um die Ecke, das wohl der denkbar fairste Ausgleich zwischen Kunden-, Aufsichts- und Vermittler-Interesse war.

Beispiel Corona: Hier war der VWB mit seinen Stundungsregelungen ebenfalls lösungsorientierter Vorreiter. Dazu Produktinnovationen wie die Rente Plus mit der erhöhten Rente bei Altersvorsorgeprodukten im Pflegefall. Oder die „Klassik modern“, mit der man die Index-Rente bei uns Maklern salonfähig gemacht hat. Oder die Existenz-Grundfähigkeitenversicherung, ein echter Verkaufsschlager.

Ok, letztere wurde zwischenzeitlich durch das Spin-off „Die Dortmunder“ erst quasi ersetzt und in erstaunlicher Taktung dann in einer weiteren Evolutionsstufe wieder aufgetaut und runderneuert. Ein Hin und Her, das man den Dortmundern überraschend schnell verzeiht, genauso wie das Einstampfen und Hindümpeln der Pflege-Rente, die leider bis zum heutigen Tag noch nicht an die neue Pflegegrade-Welt angepasst wurde.

Jetzt also die „Fondsfittery“. Ein Neologismus, der sich marketingtechnisch unschwer erkennbar an der Bekleidungsbranche anlehnt. Es muss also um Kisten gehen, deren Inhalt sich an dem orientiert, was ich einmal vorgegeben habe, und die mir mehr oder weniger regelmäßig mit immer aktuellster Mode zugehen. Ein inzwischen in der Textilindustrie bewährtes und erfolgreiches Geschäftsmodell. Aber funktioniert das auch in der Altersversorgung?

Fondspolice mit ETF-Portfolios

Abseits des wirklich schicken und eingängigen Namens handelt es sich um eine fondsgebundene Rentenversicherung mit ETF-Portfolios. Letztere werden von der DWS bereitgestellt und gemanagt. Im Übrigen auch abseits des Versicherungsmantels, wo sich 34f-Inhaber die Frage stellen dürfen, was denn jetzt wohl besser ist für den Kunden. Ich bin da eindeutig: Geht es um die Vermögensbildung auf mittlere Sicht, dann wird es das freie Depot.

Geht es um Altersversorgung, nehme ich die Versicherung. Denn die Verrentungsmöglichkeiten, Bausteine zur Verdienstausfallabsicherung und erhöhte Renten im Pflegefall (da ist sie wieder, unsere Rente Plus) und die Steuervergünstigungen bei der Auszahlung machen die höheren Kosten mehr als wett.

Der Blick auf die Kosten

Kosten, natürlich, ein Punkt der in keiner Tarif-Rezension fehlen darf. Der Volkswohl Bund hat dabei eine der günstigsten Kosten-Grundstrukturen überhaupt im Markt. Bei den Abschlusskosten packt der VWB zwar stets noch 1,5 Prozent der vereinbarten Beitragssumme in den Jahren sechs bis acht oben drauf zu den 2,5 Prozent, die laut LVRG in den ersten fünf Jahren maximal sein dürfen. Und auch die 9,5 Prozent Verwaltungskosten auf den Beitrag sind nicht die mickrigsten, die man finden kann.

Aber bei den Gebühren aufs Vertragsguthaben, da wird mit 0,15 Prozent maximal tiefgestapelt. Und da letztere Position die entscheidende ist, wenn es um das unter dem Strich geht (während Kreuzzügler gegen Versicherungsvermittler immer noch die Abschlusskosten anprangern und damit rechnerisch komplett daneben liegen), hat der Volkswohl-Bund-Kunde an der Stelle schon mal ein sehr gutes Los gezogen. Ich erinnere gerne nochmal daran, dass maschinengesteuerte Anlageangebote im Internet im Schnitt das Fünffache davon aufrufen.

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FondsFittery-Lob
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