Seit 40 Jahren betreut der Allgemeinmediziner Lothar Kruse in seiner Praxis in Hohen Wangelin Patienten aus der Region. Ende 2019 will Kruse seine Praxis abgeben, suchte aber bisher ohne Erfolg einen Nachfolger. © picture alliance/Jens Büttner/dpa-Zentralbild/ZB
  • Von Lorenz Klein
  • 30.09.2019 um 05:48, aktualisiert am 11.11.2019 um 08:59
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Die meisten Deutschen sind mit dem Gesundheitswesen zufrieden. Das Urteil über dessen Leistungen ist bei den gesetzlich Krankenversicherten im vergangenen Jahr jedoch signifikant gesunken. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Continentale Versicherungsverbundes. Die Hintergründe gibt es hier.

Eigentlich haben die Deutschen an „ihrer“ gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) seit jeher nicht viel auszusetzen. Die Zufriedenheit mit dessen Leistungen sei jedoch bei den gesetzlich Krankenversicherten im vergangenen Jahr signifikant gesunken: Im Vergleich zum Vorjahr ist sie um 7 Prozentpunkte auf 71 Prozent gefallen, wie die diesjährige Continentale-Studie zeigt, für die bundesweit 1.336 Personen ab 25 Jahren repräsentativ befragt wurden.

Beim Preis liegt die Zufriedenheit dagegen nahezu unverändert bei 70 Prozent (siehe Grafik). Privat Versicherte sind demnach insgesamt zufriedener: 82 Prozent schätzen die Leistung des Gesundheitssystems, 73 Prozent den Preis.  

Die Studie im Auftrag des privaten Krankenversicherers ermittelt seit 2001 die Zufriedenheit mit dem Gesundheitswesen in der Bevölkerung. In den vergangenen Jahren erfuhr die Zufriedenheit der GKV-Versicherten demnach zunächst einen Aufwärtstrend – seit 2011 stieg sie an oder blieb unverändert auf einem hohen Niveau. Einzige Ausnahme: 2016 fiel die Zufriedenheit mit dem Preis von 68 auf 60 Prozent.

„Grund für den signifikanten Einschnitt waren vermutlich die Zusatzbeiträge einiger Krankenkassen“, schlussfolgern die Autoren. Bis 2018 sei die Zufriedenheit jedoch wieder auf die Rekordhöhe aller seit Beginn der Befragung ermittelten Werte angestiegen. „Mit dem diesjährigen Sinken der Zufriedenheit mit der Leistung endet der Aufwärtstrend der vergangenen Jahre“, erläutern die Autoren.

Private Zusatzvorsorge weiter gefragt

Unverändert skeptisch sehen die gesetzlich Versicherten der Zukunft entgegen, berichten die Autoren weiter. So glauben 82 Prozent, dass eine gute medizinische Versorgung über den GKV-Beitrag hinaus viel Geld koste oder kosten werde. Um dem entgegenzuwirken, hielten sich viele an die private Vorsorge: 77 Prozent sehen sie schon heute oder für die Zukunft als dringend erforderlich an. „Ähnlich pessimistisch waren die Zukunftserwartungen bereits in den vergangenen Jahren“, heißt es hierzu.

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit 2016 an.

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