Viele Immobilienbesitzer kennen den Ablauf der Zinsbindungsfrist ihres Darlehens nicht. © picture alliance / Robert B. Fishman
  • Von Manila Klafack
  • 05.04.2022 um 14:59
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Seit Jahresbeginn sind die Bauzinsen um einen Prozentpunkt gestiegen. Gleichzeitig kennen zwei von drei Kunden den Zeitpunkt des Endes ihrer Zinsbindung nicht oder nicht genau. Daher der Rat: Wer in den kommenden maximal fünf Jahren eine Anschlussfinanzierung benötigt, sollte sich rechtzeitig informieren.

Fünf Jahre vor Ablauf der Zinsbindung ihres Immobiliendarlehens kennen 34 Prozent den eigenen Zeitpunkt für die Anschlussfinanzierung nicht. Weitere 34 Prozent kennen ihn ungefähr und 31 Prozent wissen sehr genau, wann diese wichtige Frist abläuft. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage des Immobilienfinanzierers Interhyp zum Thema Anschlussfinanzierung unter seinen Kunden, die rund fünf Jahre zuvor ihre Finanzierung abgeschlossen haben.

Wir sehen in der Befragung unserer Kundinnen und Kunden, dass ihnen viele wichtige Informationen rund um die Anschlussfinanzierung fehlen“, sagt Mirjam Mohr, Vorständin für das Privatkundengeschäft bei Interhyp. „Fast die Hälfte unserer Befragten wusste nicht, dass jede Kreditnehmerin und jeder Kreditnehmer nach zehn Jahren mit Kündigungsfrist ohne Vorfälligkeitsentschädigung den Kreditgeber wechseln kann. Dies ist aber essenziell, denn nur so ergibt eine Umschuldung Sinn.“

Im steigenden Zinsumfeld Finanzierung prüfen

Mit dieser Umschuldung würden mehrere Tausend Euro gespart werden. Interhyp rate im steigenden Zinsumfeld dringend dazu, die eigene Finanzierung zu prüfen. Für Darlehen mit zehnjähriger Bindung haben sie sich bereits von ein auf rund 2 Prozent verdoppelt.

Auf Nachfrage würden sich Dreiviertel der Befragten für die Vor- und Nachteile eines möglichen Kreditgeberwechsels interessieren. So bewege ein niedrigeres Zinsniveau über 80 Prozent der befragten Interhyp-Kunden dazu, ihren Kreditgeber zu wechseln. 51 Prozent veranlasste ein geringer Wechselaufwand beziehungsweise geringe Wechselkosten (19 Prozent) sowie eine überschaubare Unterlagenanforderung zu einer Umschuldung.

Zudem zeige die Umfrage, dass sich sechs von zehn Befragten (60 Prozent) fünf Jahre vor der eigenen Anschlussfinanzierung noch nicht mit dem Thema beschäftigt haben. Forward-Darlehen, mit denen sich Kundinnen und Kunden das aktuelle Zinsniveau sichern können, können jedoch bereits fünf Jahre im Voraus abgeschlossen werden.

Die Interhyp-Beispielrechnung

Der Kauf einer Immobilie im Jahr 2015 für 321.000 Euro und einer Baufinanzierung mit einem Darlehensbetrag von 242.000 Euro, einem Sollzinssatz von 1,9 Prozent für zehn Jahre, einer Anfangstilgung von 2,7 Prozent und einer Rate von 928 Euro im Monat muss 2025 erneut finanzieren. Wer sich jetzt ein Forward-Darlehen sichert, wird für seine Restschuld von dann 171.100 Euro einen effektiven Jahreszins inklusive Forward-Zinsen von 2,3 Prozent erhalten. Das bedeutet für die Zinsbindung des Forward-Darlehens ab 2025 über zehn Jahre bei einer gleichbleibenden Rate Zinskosten von 30.500 Euro sowie eine Restschuld von 90.000 Euro.

Auf welchem Niveau die Zinsen im Jahr 2025 liegen werden, kann derzeit keiner vorhersagen. Allerdings zeigt ein Blick in die Vergangenheit, dass Bauzinsen vor zehn Jahren zwischen 3 und 4 Prozent möglich waren. Wer im Jahr 2025 zu einem Zinssatz von 3,5 Prozent seine Anschlussfinanzierung abschließen würde, zahlte bei gleichbleibender Rate bis 2035 knapp 50.000 Euro an Zinskosten und hat am Ende immer noch eine Restschuld von 110.000 Euro offen. Der Kunde würde damit drei Jahre und ein Monat Jahre länger brauchen, um die Schulden zu tilgen.

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Manila Klafack

Manila Klafack ist Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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