Ein Arbeiter befestigt ein Solarpanel auf dem Dach eines Wohnhauses: Photovoltaik-Anlagen müssen gut abgesichert sein. © picture alliance / SVEN SIMON | Frank Hoermann / SVEN SIMON
  • Von Lorenz Klein
  • 28.09.2021 um 10:16
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Sich eine Photovoltaikanlage aufs Eigenheim zu setzen, ziehen immer mehr Deutsche in Betracht. Geschraubt werden muss dann aber auch am richtigen Versicherungsschutz.

Immer mehr Hausbesitzer in Deutschland setzen auf Sonnenstrom vom eigenen Dach. Allein im vergangenen Jahr wurden hierzulande rund 184.000 neue Photovoltaikanlagen mit einer Leistung von rund 4,9 Gigawatt errichtet, was einem Energieplus von 27,6 Prozent gegenüber 2019 entspricht. Das teilte der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW), basierend auf Daten der Bundesnetzagentur, mit.

„Besonders stark zog die Nachfrage bei Eigenheimbesitzern an“, sagt BSW-Hauptgeschäftsführer Carsten Körnig. Hier registrierte der Branchenverband mit 99 Prozent nahezu eine Verdoppelung gegenüber 2019. Damit habe im vergangenen Jahr keine andere Energieform bei der Stromerzeugung stärker zugelegt als die Photovoltaik. Kurzum: Mit 51.000 Gigawattstunden stammte fast jede zehnte erzeugte Kilowattstunde in Deutschland aus Sonnenenergie und den inzwischen bereits knapp 2 Millionen Solarstromanlagen.

Und dabei soll es nicht bleiben: Bis zum Ende des Jahrzehnts will die Bundesregierung die solare Kraftwerksleistung verdoppeln. Klimawissenschaftler halten dieses Ausbautempo allerdings für viel zu gering: Ohne eine Verdrei- bis Vervierfachung der jährlich installierten PV-Leistung sei „der wachsende Strombedarf infolge des Atom- und Kohleausstiegs sowie der Elektromobilität nicht klimafreundlich zu decken“, beruft sich BSW-Chef Körnig auf die Wissenschaft. Und da nicht sicher ist, ob es irgendwann eine gesetzliche Solarpflicht für Neubauten im gesamten Bundesgebiet geben wird – wie sie die SPD zuletzt forderte –, hängt auch weiterhin viel von der Eigeninitiative der Eigenheimbesitzer ab, um bei der Klimarettung voranzukommen.

Warum Hauseigentümer überhaupt gewillt sind, sich eine Photovoltaikanlage aufs Dach zu schrauben, hat der Energieversorger E.on kürzlich im Rahmen einer repräsentativen Umfrage unter 10.000 Hausbesitzern untersucht. 66 Prozent wollen danach vor allem ihre eigenen Stromkosten senken, 56 Prozent einen Beitrag zum Umweltschutz leisten und 32 Prozent sehen eine Solaranlage auf dem eigenen Dach als lohnenswerte Investition an.

Batteriespeicher als Gefahrenherd

Weiter zeigte die Umfrage, dass Batteriespeicher immer stärker nachgefragt werden: 20 Prozent der PV-Anlagen-Besitzer gaben demnach an, bereits über einen Batteriespeicher zu verfügen, weitere 18 Prozent planen, diesen nachzurüsten – vor allem, weil sie damit unabhängiger werden, indem sie den Strom der eigenen Anlage speichern, um ihn beispielsweise auch nachts zu nutzen. Zudem sind PV-Anlagen mit Batteriespeicher häufig mit einer Notstrom-Lösung erhältlich, die automatisch einspringt, falls das öffentliche Netz einmal ausfallen sollte. Drei Viertel der Hausbesitzer, die sich für PV-Anlagen interessieren oder bereits eine besitzen, halten eine solche Funktion laut E.on für wichtig oder sehr wichtig.

Quellen: Bundesverband Solarwirtschaft, Civey-Umfrage im Auftrag von E.on Energie Deutschland, GDV • Illustrationen: Freepik / www.flaticon.com, rawpixel.com / Freepik

Allerdings hat die Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen verdeutlicht, welche Gefahren von beschädigten Batteriespeichern ausgehen können. „Bei der Beseitigung der Flutschäden ist bei diesen elektrischen Geräten besondere Vorsicht geboten“, sagt Mathias Zunk vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Es drohten Kurzschlüsse, Stromschläge, Brände und sogar gesundheitsschädliche Dämpfe als Folge einer Überschwemmung. „Mit Wasser oder Schlamm in Kontakt gekommene Batteriespeicher dürfen nicht wieder in Betrieb genommen werden – auch wenn diese äußerlich unbeschädigt erscheinen“, warnt Zunk.

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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