Teilnehmer eine Demonstration gegen den Klimawandel im September in Berlin. © picture alliance/Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa
  • Von Manila Klafack
  • 30.10.2019 um 12:49
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Die Klimaziele der Europäischen Union (EU) sind mit erheblichen Investitionen verbunden und nur umsetzbar, wenn private Investitionen zunehmend in nachhaltige Geldanlagen umgelenkt werden, so die Aussage von Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des Financial Planning Standards Board. Dafür wiederum müssten die Kunden gut ausgebildete Berater an ihrer Seite haben – und daran mangele es noch.

Privatanleger, die zunehmend nachhaltige Investments abschließen wollen, benötigen speziell für dieses Thema ausgebildete Finanzberater. Zudem kommen auf Berater und Vermögensverwalter im Rahmen von Mifid II verschärfte Regularien zu. Sie müssen künftig bei ihren Kunden zum Beispiel abfragen, inwieweit sie im Rahmen der Geeignetheitsprüfung eine nachhaltige Geldanlage bei ihrer Altersvorsorge berücksichtigen wollen. Darauf weist der Verein Financial Planning Standards Board Deutschland (FPSB) hin. Der Vorstandsvorsitzend, Rolf Tilmes, hält daher mehr Anstrengungen seitens der Finanzindustrie für dringend nötig, um Berater in Sachen nachhaltiger Geldanlage besser auszubilden.

Würden Kunden die Frage nach nachhaltigen Investments bejahen, müsse der Berater im Rahmen der Geeignetheitsprüfung dem Kunden Produkte empfehlen, die den Nachhaltigkeitszielen des jeweiligen Anlegers entsprechen. Desweiteren fließe die EU-Taxonomie in die Beratung ein. Dabei gehe es um ein Klassifizierungssystem, damit Anleger besser einordnen können, ob und inwieweit bestimmte Wirtschaftsaktivitäten von Unternehmen in ökologischer, sozialer und Governance-Hinsicht, also den sogenannten ESG-Kriterien, nachhaltig sind.

„All das ist förderlich und zielt grundsätzlich in die richtige Richtung“, meint Rolf Tilmes. Allerdings bedeute dies, dass Finanzberater heute ein sehr tiefes Wissen in diesem Bereich benötigen. „Soll diese Initiative erfolgreich sein und sollen tatsächlich mehr Anlagegelder in nachhaltige Geldanlagen fließen, dann braucht es, quasi als eine Art Multiplikator, hervorragend ausgebildete Finanzexperten in diesem Bereich. Sonst sind die ganzen Bemühungen umsonst und lassen nur frustrierte Anleger zurück.“

Hintergrund: Das Klimaziel der Europäischen Union ist ehrgeizig. Bis 2050 soll die Staatengemeinschaft klimaneutral sein. „Da dafür aber erhebliche Investitionen notwendig sind, die die Regierungen nicht allein stemmen können, sollen private Investitionen zunehmend in nachhaltige Geldanlagen umgelenkt werden“, erklärt Tilmes.

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Manila Klafack

Manila Klafack ist Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach ihrer Ausbildung zur Redakteurin verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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