Die Prachtmeile von Paris fast ohne Autos: In Zeiten von Corona genießt ein Fahrradfahrer die neue Freiheit auf den Champs Elysées. © picture alliance/Lp/Matthieu De Martignac/MAXPPP/dpa
  • Von Lorenz Klein
  • 07.05.2020 um 12:05
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Individuell und ökologisch zugleich – immer mehr Menschen nutzen das Fahrrad, um ihre eigene Antwort auf Corona-Krise und Klimawandel zu geben. Kann auch die Versicherungswirtschaft von dem Mega-Trend profitieren?

In Zeiten von Corona-Krise und Klimawandel wird das Fahrrad, sei es in klassischer Form oder als E-Bike, für immer mehr Menschen zu einer im doppelten Sinne sauberen Form der Fortbewegung – virenfrei und umweltschonend. Gibt es womöglich sogar einen Corona-Effekt, der sich auch bei der Nachfrage nach Versicherungen rund ums Rad bemerkbar macht?

„Fahrräder und E-Bikes werden auch die Freiheit geschätzt, die sie bieten. In Zeiten wie diesen, mit verständlichen und richtigen Einschränkungen unseres täglichen Lebens, verstärkt sich dieses Gefühl noch“, sagt Alexander Kanther, Leiter der Produktentwicklung bei der Ammerländer Versicherung.

„Die selbstbestimmte Bewegung an der frischen Luft, zum Einkauf oder zur Arbeit, fühlt sich gerade einfach noch besser an als sonst. Außerdem lassen sich Abstände leichter einhalten als im Bus oder in der Straßenbahn.“ Davon könnten auch Fahrradversicherungen profitieren, so Kanther. „Wie die Auswirkungen genau aussehen, wird sich aber noch zeigen. Schließlich befinden sich viele Menschen gerade auch in einer wirtschaftlich unsicheren Situation.“

Zumindest im vergangenen Jahr waren die Deutschen, wie auch schon in den Jahren zuvor, bereit, für eine gesunde und nachhaltige Mobilität tief in die Tasche zu greifen. 4,31 Millionen Fahrräder und E-Bikes wurden 2019 verkauft – ein Plus von 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) im März meldete.

Der Umsatz kletterte auf 4,23 Milliarden Euro, was einen Zuwachs von rund 34 Prozent bedeutet. Der ZIV führt das satte Umsatzplus vor allem auf den hohen Absatz von E-Bikes zurück, der den durchschnittlichen Verkaufspreis in die Höhe schnellen ließ. Dieser habe zuletzt bei 982 Euro gelegen – schaut man nur auf die E-Bikes, die bereits jedes dritte verkaufte Rad ausmachen, liegt der gemittelte Preis sogar bei über 2.300 Euro.

Viele radeln unversichert umher

Zusammen mit dem Komponenten- und Zubehörbereich ergibt sich somit ein Gesamtumsatz der Branche von circa 7 Milliarden Euro – was auch in der Versicherungswirtschaft Begehrlichkeiten weckt. Das Marktpotenzial ist beträchtlich: 70 Prozent der Deutschen besitzen mindestens ein Fahrrad, zugleich geben 54 Prozent der Besitzer an, ihr Rad nicht gegen Diebstahl versichert zu haben. Das berichtete das Vergleichsportal Check24 im März auf Basis einer repräsentativen Umfrage. Demnach haben 38 Prozent der Fahrradbesitzer ihren Drahtesel in der Hausratversicherung eingeschlossen.

Gerade einmal 4 Prozent schlossen eine gesonderte Fahrradversicherung ab. Betrachtet man nur die E-Bikes, zeigt sich dieses Bild: Genau die Hälfte ist über eine Hausratversicherung abgesichert, 20 Prozent mit einer separaten Fahrradversicherung. Welcher Weg ist nun der bessere?

Der hohe E-Bike-Wert werfe ein neues Absicherungsbedürfnis auf, das herkömmliche Versicherungsprodukte nicht erfüllen könnten, heißt es beim Versicherungsdienstleister Konzept & Marketing (K&M). Für den passenden Schutz sei aber „keine separate und meist teure Fahrradversicherung notwendig“, finden die Experten von K&M. Das Unternehmen aus Hannover setzt im Vertrieb auf die hauseigenen Fahrrad-Bausteine der K&M-Hausratversicherung „Allsafe home“.

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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