Hochwasser am Rhein im Dezember 2023: Insgesamt hielten sich die Elementarschäden in Grenzen © picture alliance / NurPhoto | Ying Tang
  • Von Andreas Harms
  • 15.05.2024 um 16:46
artikel drucken artikel drucken
lesedauer Lesedauer: ca. 01:20 Min

Es hilft nichts – in der Schaden- und Unfallversicherung werden die Prämien weiter steigen. Denn so wie es jetzt läuft, werden die Versicherer das nicht lange durchhalten können, ohne ihre Bonität einzubüßen. Das meinen zumindest die Analysten von Assekurata.

Die deutschen Schaden- und Unfallversicherer werden auch im laufenden Jahr ihre Prämien deutlich erhöhen (müssen). Das erwartet die Rating-Agentur Assekurata im Rahmen ihres „Marktausblick zur Schaden-/Unfallversicherung 2024“.

Vor allem Versicherer mit relativ viel KFZ-Geschäft könnten die hohen Verluste nicht länger hinnehmen, heißt es weiter. Doch auch in der Wohngebäudeversicherung werde es stark nach oben gehen. „Obwohl der Anpassungsfaktor mit 7,4 Prozent deutlich unter dem Vorjahreswert von 14,7 Prozent liegt, steigen die Prämien im aktuellen Jahr damit erneut deutlich überdurchschnittlich“, sagt Reiner Will, Geschäftsführender Gesellschafter der Assekurata.

Überhaupt werde auch 2024 ein schwieriges Jahr. Zentralen Einfluss übt demnach einmal mehr die Inflation aus. Sie dürfte die Schadenkosten weiter steigen lassen, unabhängig von der Zahl der Schäden. Die bisherigen Prämiensteigerungen würden das nicht ausgleichen können, weshalb die Margen gering blieben. Das alles, gepaart mit der schwächelnden Wirtschaft könnte am Ende sogar auf die Bonität der Schaden- und Unfallversicherer drücken.

Immerhin: Sollten die Prämien deutlich steigen, könnte die Kraftfahrtsparte bis 2026 und 2027 wieder in die Gewinnzone zurückkehren. Denn derzeit führt man dieses Segment bei Assekurata als sogenannten „vitalen Verlustbringer“ – die Zahlen sind angesichts einer Schaden-Kosten-Quote von etwa 110 Prozent rot, aber immerhin steigen die Preise.

Für den gesamten Schaden- und Unfallmarkt ermittelte Assekurata 2023 eine Schaden-Kosten-Quote (Combined Ratio) von 98 Prozent – und einen versicherungstechnischen Gewinn von rund 1,5 Milliarden Euro.

Zahl und Höhe der Schäden (Inflation!) waren zwar gestiegen. Doch die vergleichsweise teuren Elementarschäden hielten sich im Rahmen, und die erhöhten Versicherungsprämien halfen ebenfalls. Außerdem griffen Versicherer auf ihre Schwankungsrückstellungen zurück. Das half ertragstechnisch spürbar, fehlt dann aber, wenn es um die Bonität des Hauses geht, so die Assekurata-Analysten.

Erfreut nehmen die Analysten zur Kenntnis, dass die Branche über steigende Prämien ihre Einnahmen im vergangenen Jahr um 6,7 Prozent gesteigert hat. Der langjährige Durchschnitt liegt bei lediglich 3,2 Prozent. Der größte Teil geht auch dort schon auf die Wohngebäudepolicen mit ihrer automatischen Anpassung zurück. In der Kraftfahrtsparte hatte hingegen der Preiskampf stärker steigende Prämien verhindert.

autorAutor
Andreas

Andreas Harms

Andreas Harms schreibt seit 2005 als Journalist über Themen aus der Finanzwelt. Seit Januar 2022 ist er Redakteur bei der Pfefferminzia Medien GmbH.

kommentare

Hinterlasse eine Antwort

kommentare

Hinterlasse eine Antwort