Stecker in einer Steckdosenleiste: Strom wird derzeit immer teurer. © picture alliance/dpa | Hauke-Christian Dittrich
  • Von Achim Nixdorf
  • 13.01.2022 um 19:01
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Chaos auf dem Strommarkt: Immer mehr Billiganbieter können die steigenden Kosten nicht mehr schultern und stellen die Belieferung ihrer Kunden ein. Betroffene werden jetzt automatisch zu höheren Preisen von ihren örtlichen Grundversorgern beliefert. Verbraucherschützer raten zum Anbieterwechsel. Makler können dabei helfen.

Von den steigenden Energiepreisen sind in den vergangenen Wochen manche Stromanbieter kalt erwischt worden: Weil sie ihre Verträge nicht mehr einhalten konnten, mussten sie hunderttausenden Kunden kündigen oder die Belieferung einstellen. Zu diesen Firmen gehören zum Beispiel Stromio oder Neckermann Strom. Betroffen sind auch Gasanbieter wie Gas.de.

Als Grund für den Lieferstopp geben die Unternehmen die Preissteigerungen an den Großhandelsmärkten an. „Zuletzt hat sich der Strompreis für Lieferungen auf den Beschaffungsmärkten in der Spitze um mehr als 400 Prozent erhöht“, schreibt zum Beispiel die Stromio GmbH auf ihrer Webseite. Und weiter: „Diese Ereignisse und ihre Folgen suchen in ihrer Gesamtwirkung in den vergangenen Jahrzehnten ihresgleichen und sind daher nicht vorauszusehen gewesen.“

Grundversorger sind zur Lieferung verpflichtet

Angst vor einer Versorgungsunterbrechung müssen die betroffenen Kunden nicht haben. „Die örtlichen Grundversorger übernehmen in solchen Fällen im Rahmen einer Ersatzversorgung die Belieferung, ohne dass eine Lücke entsteht. Niemand muss also aufgrund der Kündigung im Dunkeln sitzen“, sagt Lenia Baga, Juristin bei der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.

Die Ersatzversorgung ist für drei Monate gesetzlich festgeschrieben, danach werden die Kunden automatisch dem Grundversorgungstarif zugeordnet, der fast immer teurer als ein selbst gewählter Tarif ist. Verbraucher sollten diese Zeit daher nutzen, um sich nach einem günstigeren Tarif oder einem günstigeren Anbieter umzuschauen, rät Baga. Orientierung könnten hierbei Vergleichsportale bieten. Allerdings seien dort viele Preise nicht aktuell. Deshalb sollten Interessierte die Preisangaben in Vergleichsportalen immer mit den Preisen auf der Internetseite des Anbieters vergleichen.

Dienstleister wickeln den Wechsel ab

Alternativ können Kunden die Tarif- oder Anbietersuche auch einem Wechsel-Dienstleister überlassen. Diese übernehmen komplett den Vertragswechsel – und kümmern sich nicht nur einmal, sondern jedes Jahr um einen neuen, günstigeren und besseren Tarif. Fällt dabei eine Ersparnis an, wird eine Service-Gebühr berechnet. Andernfalls bleibt der Dienst für den Verbraucher kostenfrei. 

Partnermodell für Makler

Bei einem aktuellen Test der Stiftung Warentest schnitt das Hamburger Unternehmen Wechselpilot unter sieben Anbietern am besten ab. Es erhielt das Qualitätsurteil „sehr empfehlenswert“. Die übrigen Mitbewerber wie Switchup oder Cheapenergy24 stuften die Tester als „empfehlenswert“ ein. Tipp: Als Partner eines solchen „Tarifaufpassers“ können Sie auch als Makler und Vermittler von diesem Modell profitieren. Dann winkt zum Beispiel für jeden vermittelten Vertrag eine Abschlussprovision und man verdient zusätzlich prozentual an den erzielten Ersparnissen.

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Achim Nixdorf

Achim Nixdorf ist seit April 2019 Content- und Projekt-Manager bei Pfefferminzia. Davor arbeitete er als Tageszeitungs- und Zeitschriftenredakteur mit dem Fokus auf Verbraucher- und Ratgeberthemen.

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