Auch ein Trend: Fahrrad fahren mit Hund. © picture alliance/dpa | Sebastian Gollnow
  • Von Manila Klafack
  • 04.01.2022 um 09:14
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Fahrradhändler in Deutschland bekommen wenig Nachschub, die Werkstätten können sich vor Aufträgen nicht mehr retten – und in vielen Städten kommt der Ausbau der Infrastruktur kaum hinterher. Das zeigt: Der durch die Corona-Krise ausgelöste Fahrradboom setzt sich auch 2022 fort. Hier erfahren Sie, welche Trends und Faktoren den Markt aktuell bestimmen.

Wohl so mancher, der sich zu Weihnachten ein neues Fahrrad gewünscht hat, ist leer ausgegangen. Der Grund: Fahrräder sind in Deutschland zur Mangelware geworden, die Branche hat Lieferengpässe. Ausschlaggebend hierfür sind unter anderem knappe Containerkontingente und Corona-bedingte Produktionsausfälle in Asien.

Auch 2022 scheint sich die Situation noch nicht so bald zu normalisieren. Im Gegenteil: Der Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) rechnet mit weiteren Produktionsausfällen. Auch bei Rohstoffen, Komponenten und Teilen werde die Lage angespannt bleiben. Außerdem leidet im Fahrradhandel speziell der Werkstatt- und Servicebereich unter einem erheblichen Fachkräftemangel.

Hohe Nachfrage nach E-Bikes

Gleichzeitig könnten die Verkaufszahlen für Fahrräder und E-Bikes in Europa in den nächsten zehn Jahren auf bis zu jährlich 40 Millionen Stück ansteigen. So lautet zumindest eine Prognose des Verbands European Cycling Industries (ECI). Das würde eine Verdopplung der aktuellen Verkaufszahlen bedeuten. Ein Grund: die starke Nachfrage nach E‑Bikes. Bereits 2020 hatten in Deutschland rund 40 Prozent der verkauften Räder eine Tretunterstützung.

Lastenfahrräder und E-Mountainbikes im Trend

Lastenfahrräder beziehungsweise Cargobikes werden speziell im urbanen Umfeld immer beliebter. Sie sind als Auto-Alternative vielseitig als privates und gewerbliches Transportmittel einsetzbar und stehen gemeinhin für die Verkehrswende. So gibt es inzwischen auch spezielle Familienvarianten, bei denen bereits serienmäßig zwei Kindersitze und ein Kinderverdeck verbaut sind, oder auch Modelle mit einem dreirädrigen Aufbau.

Neben elektrifizierten Cargo-, Trekking- und Cityrädern erobern auch immer mehr Mountainbikes mit Antriebsunterstützung den Markt. Sie erlauben im Off-Road-Bereich Erlebnis und Abenteuer mit weniger Anstrengung.

Andere Branchen Vorbild für Innovationen

Daneben entwickeln innovative Unternehmen die Räder immer weiter. Ein Beispiel ist der norwegische Hersteller Kindernay, der Getriebe-Nabenschaltungen produziert. Sie sind besonders wartungsarm und müssen nach der Montage nicht weiter eingestellt werden.

Die Autoindustrie stand für diese Idee ebenso Pate wie für das adaptive Kurvenfahrlicht für E-Bikes. Hier ermöglicht ein Adapter, dass der Scheinwerfer der Lenkbewegung folgt. Das soll die Fahrsicherheit erhöhen.

Infrastruktur noch ausbaufähig

Der Ausbau der Infrastruktur kann mit dem wachsenden Trend zur Fahrrad-Mobilität nicht mithalten. Wie das Online-Portal Pressedienst-Fahrrad berichtet, besteht vor allem in ländlichen Gegenden noch Nachholbedarf in Sachen Radwege und Abstellmöglichkeiten. So seien gute Fahrradparkplätze rar oder die bestehenden stets überfüllt. Die Politik habe es über Jahre versäumt, sichere Rahmenbedingungen für Radler in Form einer flächendeckenden Infrastruktur zu schaffen.

Technische Verbesserungen treiben Preise 

Die bessere Technik sowie die hohe Nachfrage machen Zweiräder immer teurer. So haben sich die Durchschnittspreise in Deutschland in den letzten Jahren mehr als verdoppelt. Allein von 2019 auf 2020 ist der Durchschnittspreis um 38 Prozent auf 1.279 Euro gestiegen, wie aus Zahlen des ZIV hervorgeht. Der durchschnittliche Neupreis eines E-Bikes liegt bei zirka 3.000 Euro. Da Zulieferer bereits weitere Preiserhöhungen angekündigt haben und diese mit Verzug an die Endkunden weitergegeben werden, ist auch zukünftig nicht von sinkenden Preisen auszugehen.

Die richtige Fahrradversicherung

Weil der Fahrradboom auch immer mehr Langfinder auf den Plan ruft, kommt der Absicherung vor Diebstahl eine große Bedeutung zu. Wird ein Fahrrad aus verschlossenen Abstellräumen, Kellern oder Wohnungen gestohlen, übernimmt die Hausratversicherung den Schaden. Meist ist jedoch die offene Straße der Tatort. Schutz bietet hier nur eine Zusatzklausel in der Police oder eine eigene Absicherung für das Fahrrad.

Eine separate Fahrradversicherung hat noch weitere Vorteile: Sie bietet Schutz bei Unfall-, Sturz- oder Vandalismusschäden. Auch Schäden, die durch Material-, Produktionsfehler oder Verschleiß entstehen, können über eine solche Police reguliert werden.

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Manila Klafack

Manila Klafack ist Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach Studium und redaktioneller Ausbildung verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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