Eine junge Familie beim Spazierengehen: Eine Risikolebensversicherung schützt Familien vor der finanziellen Not, falls der Hauptverdiener stirbt. © Menschen Foto erstellt von wirestock - de.freepik.com
  • Von Lorenz Klein
  • 21.05.2021 um 17:15
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„Ihres Hauptes beraubte Familie gegen Mangel zu sichern“ beschreibt bereits 1823 den Wesenskern der Risikolebensversicherung. Und ihr Zweck ist bis in die heutige Zeit unumstritten. Trotzdem sind viele Angehörige nicht abgesichert – dabei leisten die Policen mehr als je zuvor.

Risikolebensversicherungen (RLV) gehören zu den ältesten Versicherungen überhaupt. Denn der Bedarf nach einem der wohl eindeutigsten Leistungsversprechen der Assekuranz – „Zahlung bei Tod“ – existierte schon vor Jahrhunderten. „Das Bedürfnis, die ihres Hauptes beraubte Familie gegen Mangel zu sichern“, brachte Ernst Wilhelm Arnoldi schließlich dazu, im Jahr 1827 die Gothaer Lebensversicherung zu gründen. Fast 200 Jahre später ist die Risikolebensversicherung immer noch quicklebendig – allerdings bleibe das Produkt „aktuell hinter seinen Möglichkeiten zurück“, bedauert Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer des Analysehauses Franke und Bornberg.

„Das Potenzial der Risiko-LV ist groß, aber es wird zu wenig ausgeschöpft“, findet Franke, dessen Experten-Team Ende 2020 erstmals das Leistungsvermögen des RLV-Angebots in Deutschland unter die Lupe nahm. Das aktuelle Qualitätsniveau der 268 untersuchten Tarife von 60 Versicherern sei „zufriedenstellend, aber ausbaufähig“, lautet das nicht eben euphorische Fazit des Analysehauses.

Als ausbaufähig kann man auch die Verbreitung der RLV einstufen: Während die private Haftpflichtversicherung mit einer Versicherungsdichte von rund 83 Prozent die höchste Verbreitung in deutschen Haushalten genießt, weist die Risikolebensversicherung mit 17 Prozent die niedrigste auf, wie der Versicherungsverband GDV auf Basis des Jahres 2018 berichtet.

Klar, nicht jeder Bürger benötigt eine RLV, denn ihr Zweck ist es nun mal in erster Linie, Hinterbliebenen finanzielle Sicherheit zu geben – nämlich dann, wenn der eigene Tod vorzeitig eintritt, während man zum Beispiel mitten im Berufsleben steht. Haushalte, in denen ein Paar oder ein Paar mit minderjährigen Kindern leben, verfügen dementsprechend überdurchschnittlich häufig über eine Risikolebensversicherung.

Verbreitung könnte besser sein

Trotzdem fehlt die Police auch in der Hauptzielgruppe häufig im Versicherungsordner. Mit einem Anteil von zuletzt 43 Prozent verfehlt sie die Mehrheit bei den Familien-Haushalten deutlich. Und auch das Neugeschäft lässt zu wünschen übrig. „In den letzten 20 Jahren sank die Zahl der Neuabschlüsse sogar kontinuierlich auf nur noch 474.503 Verträge im Jahr 2019“, bilanziert Franke und Bornberg auf Basis der zuletzt verfügbaren Zahlen. Insgesamt bestehen heute knapp 8 Millionen RLV-Policen.

Und wie liefen die Geschäfte im Corona-Jahr 2020 in der Risikolebensversicherung? Daniel Schallhorn, Produktmanager Lebensversicherung bei den Basler Versicherungen, kann nicht klagen: „Wir konnten unsere Neugeschäftszahlen im letzten Jahr, entgegen dem Markttrend, steigern.“ Ziel sei es, das Geschäft im Jahr 2021 erneut zu steigern, so Schallhorn, und die Basler als RLV-Anbieter „mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis am Markt zu etablieren“.

Der Versicherer gehört zu jenen sieben Anbietern, die im Risiko-LV-Rating 2020 von Franke und Bornberg mit der Höchstwertung FFF+ („hervorragend“) zu überzeugen wussten (Tarif „Risikoversicherung Premium“, siehe auch Tabelle). Den Versicherungsmaklern ein gutes Rating vorzuweisen ist definitiv verkaufsfördernd. Doch der Wettbewerb in diesem Segment verlangt nach mehr. Denn: „Bei der Kaufentscheidung spielt nach wie vor der Preis die größte Rolle“, weiß Basler-Manager Schallhorn. „Der Preiswettbewerb nimmt daher auf dem RLV-Markt immer weiter zu und ist extrem umkämpft.“

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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