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Assekurata-Studie LVRG setzt Beiträge in der BU-Versicherung unter Druck

Gleisbauer bei der Arbeit: Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung zählt die Finanzstärke eines Anbieters in Zukunft noch mehr.
Gleisbauer bei der Arbeit: Bei der Berufsunfähigkeitsversicherung zählt die Finanzstärke eines Anbieters in Zukunft noch mehr. © dpa/picture alliance

Zinsflaute und Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) setzen nicht nur die Rentenversicherung unter Druck. Auch auf die Berufsunfähigkeitsversicherung haben beide Faktoren Auswirkungen, wie eine aktuelle Analyse der Rating-Agentur Assekurata zeigt. Warum Vermittler und Kunden künftig viel stärker auf die Finanzkraft eines Anbieters schauen müssen, erfahren Sie hier.

Seit dem Lebensversicherungsreformgesetz (LVRG) müssen die Versicherer ihre Kunden stärker an ihren Erträgen beteiligen. Galt vorher eine Beteiligung von 75 Prozent am Risikoergebnis liegt sie nach dem LVRG nun bei 90 Prozent. „Die Dispositionsfreiheit über diese Ergebnisquelle hat sich damit für die Unternehmen verringert“, sagt Assekurata-Chef Reiner Will.

Im Gegenzug hat der Gesetzgeber aber Verrechnungsmöglichkeiten zwischen verschiedenen Ergebnisquellen zugelassen. Danach darf ein Versicherer ein negatives Kapitalanlageergebnis zum Beispiel mit einem positiven Risikoergebnis verrechnen. „Ziel war es hier, die Sicherheit für das Gesamtkollektiv der Kunden im Fall negativer Kapitalanlageergebnisse zu erhöhen. Eine Maßnahme, die im Niedrigzinsumfeld durchaus nachvollziehbar ist“, so Will.

Querverrechnung birgt mögliche Nachteile für BU-Versicherte

Die Assekurata-Experten gehen davon aus, dass einige Unternehmen diese neue Möglichkeit auch nutzen werden. Das Problem dabei: „Diese Möglichkeit stärkt zwar die Risikotragfähigkeit der Unternehmen insgesamt, kann sich allerdings insbesondere für die BU-Versicherten als Nachteil erweisen“, sagt Lars Heermann, Bereichsleiter Analyse der Assekurata.
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Gerade in der BU-Versicherung entstehen durch vorsichtig angesetzte Rechnungsgrundlagen hohe Risikoüberschüsse. Marktweit liegen sie bei rund 30 Prozent der Prämie. Diese fließen über die Überschussbeteiligung, in der Regel in Form eines Sofortrabatts auf die Prämie, zum Großteil an die Kunden zurück.

„Faktisch würde das bedeuten, dass das Teilkollektiv der BU-Kunden für das Teilkollektiv der Altersvorsorgekunden einspringt“, so Will. Grundsätzlich sind auch andere Risikoversicherungen mit Sofortrabatt von dieser Gefahr betroffen. Allerdings sind die absoluten Beiträge in der Berufsunfähigkeitsversicherung regelmäßig deutlich höher, so dass hier das wirtschaftliche Risiko für den Kunden relevanter ist.
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