„Lage noch ernster als vor zwei Jahren“ Bafin sorgt sich um Pensionskassen

Frank Grund: Der oberste Versicherungsaufseher der Bafin macht sich Sorgen um den Zustand vieler Pensionskassen in Deutschland.
Frank Grund: Der oberste Versicherungsaufseher der Bafin macht sich Sorgen um den Zustand vieler Pensionskassen in Deutschland. © Bafin

Die Zinsflaute bereitet der Finanzaufsicht Bafin zunehmend Sorge – vor allem über die Lage der Pensionskassen zeigen sich die Aufseher alarmiert. Diese sei inzwischen „noch ernster als vor zwei Jahren“, sagte Deutschlands oberster Versicherungsaufseher Frank Grund. In der schwierigsten Gruppe befänden sich etwa zehn Prozent der Kassen, so Grund.

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Während die anhaltende Nullzinspolitik beispielsweise Häuslebauern Freude bereitet, sorgt sie für viel Missmut in der Altersvorsorge. Laut Finanzaufsicht Bafin bleiben künftig wohl auch die Betriebsrenten nicht verschont: „Ohne zusätzliches Kapital von außen werden einige Pensionskassen nicht mehr ihre vollen Leistungen erbringen können“, warnt Deutschlands oberster Versicherungsaufseher Frank Grund.

Ein Drittel der gut 130 Pensionskassen kontrolliere die Bafin bereits verstärkt. „Wir drängen sie, bei ihren Trägern oder Aktionären rechtzeitig Unterstützung einzufordern“, erklärt Grund. So mache sich die Aufsicht bei etwa 10 Prozent der Kassen „erhebliche Sorgen“.

„Alle Verantwortlichen sollten Interesse daran haben, Pensionskassen vor einer Schieflage zu bewahren“, so Grund weiter. „Nur dann bleibt die betriebliche Altersvorsorge ein stabiler Pfeiler der Alterssicherung in Deutschland.“

Pensionskassen sitzen auf Anlageberg von 165 Milliarden Euro

Hintergrund ist, dass es die niedrigen Zinsen den Lebensversicherern und Pensionskassen immer schwerer machen, die vor Jahren in Verträgen zugesagten Leistungen am Kapitalmarkt auch zu erwirtschaften. Im schlimmsten Fall drohen Leistungskürzungen.

Die Bafin geht davon aus, dass die Pensionskassen hierzulande Kapitalanlagen von 165 Milliarden Euro verwalten. Bei den Lebensversicherern seien es etwa 900 Milliarden Euro, wie die Wirtschaftswoche berichtet.

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