Eine aktuelle Analyse der Leistungsregulierung in der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) zeigt laut Franke und Bornberg deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern. © picture all./dpa Themendienst|Franziska Gabbert
  • Von Lorenz Klein
  • 21.10.2022 um 16:19
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Welche Berufsunfähigkeitsversicherer (BU) in der Regulierungspraxis besonders gut abschneiden, hat das Analysehaus Franke und Bornberg im Rahmen seines „BU-Leistungspraxisratings“ untersucht. Außerdem zeigt die Analyse: Frauen schließen eine BU früher ab als Männer, werden aber auch früher berufsunfähig.

Von den elf freiwilligen BU-Versicherern, die das Analysehaus Franke und Bornberg auf Basis ihrer Leistungsregulierung bewertet hatte, erzielten Allianz, Ergo Vorsorge, Generali, Nürnberger sowie Zurich Deutscher Herold die Höchstnote „hervorragend“ (FFF+). Bemerkenswert sei dabei, dass die Hannoversche und die Signal Iduna bereits im ersten Anlauf ein „sehr gut“ (FFF) für ihre Regulierungspraxis erreichen konnten, wie die Analysten lobten.

Seit 2012 gibt es im Neugeschäft von Berufsunfähigkeitsversicherungen (BU) nur noch Unisex-Tarife – sprich: Männer und Frauen werden in der Kalkulation gleichbehandelt. In der Leistungsregulierung zeigen sich hingegen deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern.

Frauen schließen früher ab als Männer, werden aber früher berufsunfähig

„Frauen entscheiden sich früher für einen BU-Vertrag als Männer. Sie sind bei Abschluss im Durchschnitt 32,7 Jahre alt, Männer hingegen 33,5 Jahre“, weiß Michael Franke, Gründer und Geschäftsführer des Analysehauses Franke und Bornberg. Mögliche Ursachen seien ein früherer Eintritt in das Berufsleben, aber auch ein stärker ausgeprägtes Sicherheitsbedürfnis von Frauen, so der Experte. Andererseits werden Frauen im Durchschnitt früher berufsunfähig als Männer.

Franke und sein Team stützen sich für ihre Annahmen auf die Ergebnisse der „BU-Leistungspraxis-Studie 2022“. Dafür haben sie sich einmal näher angeschaut, wie unterschiedlich die Geschlechter ticken, wenn es um das Thema Berufsunfähigkeit geht.   

Demnach zeigen sich beispielsweise bei den Auslösern von BU-Fällen geschlechterspezifische Unterschiede: So schlagen Krankheiten der Psyche bei Frauen mit rund 36 Prozent der anerkannten Leistungsfälle zu Buche. Bei Männern hingegen sind es nur rund 26 Prozent. Noch auffälliger sind die Unterschiede bei Krebserkrankungen („Bösartige Neubildungen“). Franke und Bornberg zufolge liegt hier der Anteil bei Frauen um rund 9 Prozentpunkte höher als bei Männern (siehe Grafik).

BU-Ursachen variieren zwischen den Geschlechtern

Im Gegenzug sind Männer von Krankheiten des Kreislaufsystems, Muskulatur und Skelettsystem deutlich häufiger betroffen als Frauen. Das gilt auch für Unfälle. „Mögliche Ursachen sind stärker verbreitete körperliche Tätigkeiten sowie eine höhere Risikobereitschaft von Männern“, deuten die Experten die BU-Statistiken.

Frauen entscheiden sich, wie eingangs geschildert, nicht nur früher für einen BU-Schutz, sondern werden auch früher berufsunfähig als Männer. Erst im Alter von 49 Jahren liegt die Anerkennungsquote von männlichen Versicherten über der von Frauen. Das korrespondiere den Experten zufolge mit den Ursachen, da psychische Erkrankungen im Regelfall früher in die Berufsunfähigkeit münden: 32 Prozent aller Fälle werden schon in den ersten zehn Jahren ab Vertragsbeginn angezeigt. Verschleiß am Bewegungsapparat und Kreislaufkrankheiten treten hingegen erst im höheren Alter auf.

Seite 2: „BU-Versicherer sind Ja-Sager“

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit 2016 an.

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