Guntram Overbeck © Rüdiger Glahs
  • Von Oliver Lepold
  • 10.05.2019 um 08:30, aktualisiert am 07.08.2019 um 12:33
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Fondspolice oder Fondsdepot – was eignet sich besser zur Altersvorsorge? Wo liegen Vor- und Nachteile? Wie lassen sich die Kosten miteinander vergleichen und wie können Vermittler Fehler bei der Beratung vermeiden? Diese und weitere Fragen beantwortet Guntram Overbeck, Leiter Produktsteuerung Helvetia Leben, im Interview.

Pfefferminzia: Welche Vorteile haben Fondspolicen im Vergleich zur direkten Anlage in Fonds?

Guntram Overbeck: Generell können die Vorteile in vier Bereiche eingeteilt werden – und zwar in die Bereiche Steuer, Pflichtteilsreduzierung, Rendite und Absicherung der Langlebigkeit.

Was bedeutet das im Einzelnen?

Selbst nach 2005, in diesem Jahr wurde die Steuerfreiheit der Kapitalversicherungen gekippt, haben Lebensversicherungen noch viele Steuervorteile. Zum einen sind die Erträge in der Ansparphase steuerfrei, wenn eine Verrentung gewählt wird. Zusätzlich ist bei einer Rentenzahlung das sogenannte Risiko eines langen Lebens auch keines mehr, da der Versicherer eine lebenslange Zahlung garantiert. Bei Wahl einer Kapitalleistung wird nur die Hälfte der Erträge versteuert, wenn die Laufzeit von 12 Jahren und ein Alter von 62 eingehalten wird. Der Zinseszinseffekt verstärkt sich in Fondspolicen über die gesamte Laufzeit, denn es wird keine Vorabpauschale wie bei der Fonds-Direktanlage und auch keine Besteuerung bei Fondswechseln fällig. Im Todesfall der versicherten Person ist die komplette Anlage einkommensteuerfrei. Dies hat sehr große Vorteile für die Erben. Auch für die eigene Altersversorgung kann dieser Effekt genutzt werden, indem Vater oder Mutter als versicherte Person eingesetzt werden. Diese ganzen Steuereffekte können zum Beispiel gut mit dem Helvetia-Excel-Tool „Fondspolice versus Fonds“ nachvollzogen werden.

Neben der Einkommensteuer kann aber auch die Erbschaftsteuerbelastung über eine Fondspolice optimiert werden.

Ja, das ist richtig. Über eine vereinbarte Verrentung des Kapitals im Todesfall kann der zu versteuernde Betrag auf circa ein Viertel gesenkt werden. Ergänzend hierzu kommt eine mögliche Gestaltung beim Pflichtteil für ungeliebte Erben, die nur bei Lebens- und Rentenversicherungen möglich ist. Durch die richtige Gestaltung des Bezugsrechts im Todesfall kann bei rechtzeitiger Planung eine Reduzierung des Pflichtteils erreicht werden. Näheres hierzu erfahren Berater in unserer Ausbildung zum Ruhestandsplaner. Im Vergleich zu normalen Bankdepots ist zu guter Letzt auch die Rendite meist deutlich höher, da die Kickbacks der Fonds in einer Fondspolice in der Regel an den Kunden weitergereicht werden. Bei der Direktanlage in Fonds bleiben die Rückvergütungen der Fondsgesellschaften meist beim Vermittler, also zum Beispiel bei der Bank.

Welche Nachteile sind demgegenüber zu nennen?

Der Hauptnachteil der Fondspolicen liegt bei ratierlichen Verträgen in der anfänglichen Kostenbelastung. Der Rückkaufswert ist daher zu Beginn deutlich niedriger als bei Fonds. Erst nach einer gewissen Laufzeit überholen die Fondspolicen die Fonds. Man kann somit sagen, dass Standard-Fondspolicen langfristig vorteilhaft sind. Aber auch hier haben die Versicherungsgesellschaften reagiert. So hat die Helvetia Fondspolice CleVesto Favorites fast die gleiche Kostenstruktur wie ein Fondssparplan und somit auch vergleichbare Rückkaufswerte ab dem ersten Jahr. Diese neue Art von Fondspolicen hält einem echten Vergleich mit Fonds gerade im mittelfristigen Bereich stand. Sie ist flexibel, mit hohen Rückkaufswerten ausgestattet und mit allen Vorteilen einer Fondspolice versehen.

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Oliver Lepold

Oliver Lepold ist Dipl.-Wirtschaftsingenieur und freier Journalist für Themen rund um Finanzberatung und Vermögensverwaltung. Er schreibt regelmäßig für Das Investment, Pfefferminzia und private banking magazin.

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