Bedrohliche dunkle Wolken formen sich über einem Einfamilienhaus: Vor den finanziellen Folgen von Stürmen, Feuer & Co. schützen entsprechende Versicherungen. © Pixabay
  • Von Manila Klafack
  • 24.04.2019 um 02:50, aktualisiert am 24.04.2019 um 03:11
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Stürme, Überschwemmungen, Feuer, Einbrüche oder ein gehacktes Smart-Home-System – die Risiken rund ums Haus sind vielfältig. Mit den richtigen Versicherungen lassen sich die finanziellen Schäden auffangen.

Mitte März tobte sich Sturm Eberhard in Deutschland aus. Mit einer Windgeschwindigkeit von teilweise über 117 Kilometern pro Stunde und damit Windstärke 12 fegte er unter anderem über Nordrhein-Westfalen hinweg. Ein Autofahrer wurde dabei von einem umgestürzten Baum erschlagen. Es gab mehrere Verletzte. Dächer wurden abgedeckt und Häuser durch entwurzelte Bäume beschädigt. Bahnverbindungen und auch Flüge in Frankfurt mussten gestrichen werden. In Hessen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen gab es ebenfalls verheerende Schäden. Das global agierende Beratungsunternehmen Aon schätzt die versicherten Schäden auf einen Betrag zwischen 700 und 800 Millionen Euro.

Die Wohngebäudeversicherer werden nun zahlreiche Schäden regulieren müssen. Für Hausbesitzer zählt die Wohngebäudeversicherung aufgrund der Höhe eines möglichen Schadens zu den wichtigsten Absicherungen – schützt sie doch vor dem existenziellen Risiko des Verlusts der eigenen vier Wände. Aufgrund der zunehmenden extremen Wetterlagen, beispielsweise mit Starkregen und Überschwemmungen, gilt die zusätzliche Elementarschadenabsicherung als wichtige Ergänzung. Hier gibt es Nachholbedarf.

Eine Erhebung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) zeigt, dass die Mehrheit der Gebäude auf dem Land nicht richtig gegen Elementarschäden abgesichert ist. Das deckt sich auch mit der Erfahrung des Versicherungsprofis Peter Schmidt: „Natürlich bringen die Folgen von Unwettern wie Sturm, Hagel und eben auch Elementarereignisse wie Überschwemmungen, außergewöhnliche Schneemengen oder auch Starkregen die Thematik in die Medien und damit auch ins Bewusstsein der Kunden – und zugleich der Versicherungsvermittler. Und damit steigt auch die Nachfrage nach einem Elementarschadenschutz“, sagt der Leiter der deutschen Niederlassung der Oberösterreichischen. Dennoch hätten bundesweit viele Menschen diesen Schutz nach wie vor nicht und wählten diese Risikoabdeckung in Vergleichsprogrammen auch aktiv ab. Im Bundesdurchschnitt ist daher nicht einmal jedes zweite Haus, nämlich nur 41 Prozent, gegen Hochwasser und Co. über eine entsprechende Versicherung geschützt.

Verbraucherchützer fordern Versicherungspflicht

In Bremen und Niedersachen ist die Absicherungsdichte mit 19 beziehungsweise 20 Prozent der Häuser am geringsten. Baden-Württemberg sticht dagegen mit einer Quote von 94 Prozent der Häuser heraus. Zurückzuführen ist das auf eine entsprechende Versicherungspflicht, die bis in die 1990er Jahre hinein in diesem Bundesland galt. Für die Einführung dieser Pflicht setzen sich heute auch die Verbraucherschützer vom Bund der Versicherten und einiger Verbraucherzentralen ein. Denn insbesondere in stark gefährdeten Gebieten seien die entsprechenden Policen oftmals nicht zu erschwinglichen Prämien zu bekommen, so die Kritik.

Angesichts der Bedeutung der Versicherungen rund ums Haus wollten wir von unseren Lesern wissen, welche Versicherungen sie in diesem Bereich besonders häufig vertreiben, welche Kriterien ihnen dabei wichtig sind und wie es um Trendthemen wie Smart Home und Cyberdeckungen in diesem Zusammenhang steht. 92 Versicherungsmakler, -vertreter und -berater sowie Mitarbeiter von Versicherungsunternehmen haben sich die Zeit genommen, unsere 20 Fragen ganz oder teilweise zu beantworten. 36 Prozent der Teilnehmer vermitteln danach mehr als 30 Wohngebäudeversicherungen im Jahr. Bei 18 Prozent sind es zwischen 21 und 30 Verträge, bei 25 Prozent sind es 11 bis 20, bei 12 Prozent 5 bis 10, und 8 Prozent vermitteln höchstens 5 Policen im Jahr.

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Manila Klafack

Manila Klafack ist Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach ihrer Ausbildung zur Redakteurin verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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