Die Absicherung des Einkommens ist eine individuelle Angelegenheit. Das bedingt sich schon dadurch, dass jeder verschieden definiert, wann er in seiner Fähigkeit, ein Einkommen zu erzielen, eingeschränkt ist.

Der eine sieht sich als außerstande Geld zu verdienen, wenn er berufsunfähig ist. Und für einen anderen ist das erst der Fall, wenn er erwerbsunfähig ist. Der eine zieht also in Betracht umzuschulen, während das für den anderen nicht infrage kommt.

Aber gibt es auch Menschen, die ihre Fähigkeit, ein Einkommen zu erzielen, über die Sinne und Grundfähigkeiten definieren? Und wäre das falsch?

Akademisch ist das schnell beantwortet: Ja, das ist ziemlich falsch, da es keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Verlust der Grundfähigkeiten und dem Verlust des Einkommens gibt.

Prämie und Eintrittswahrscheinlichkeit abwägen

Tatsächlich kann es hier eine Schnittmenge geben. Das ist wiederum individuell zu prüfen. Aber worauf muss ich als Vermittler achten, wenn eine Grundfähigkeitsversicherung aus finanziellen Gründen als Ersatz einer Berufsunfähigkeitsversicherung gedacht ist.

Rein logisch müsste ich die Prämie und die Eintrittswahrscheinlichkeit gegeneinander abwägen, um eine Entscheidung herbeizuführen. Am meisten spricht hier gegen die Grundfähigkeitsversicherung, dass Psyche meist nur über eine Pflegebedürftigkeit abgedeckt ist und dass der Prognosezeitraum bei den meisten Anbietern bei zwölf Monaten liegt und somit doppelt so lang ist wie in der Berufsunfähigkeitsversicherung.

Da wir wissen, dass psychische Probleme für 30 Prozent aller BU-Leistungsfälle verantwortlich sind, müsste eine Prämienersparnis sehr milchmädchenhaft mindestens 30 Prozent betragen.