Insbesondere der Flug ist bei einer schweren Durchfallerkrankung dem Betroffenen nicht zuzumuten. Die Reiserücktrittsversicherung muss daher einspringen. © dpa/picture alliance
  • Von Manila Klafack
  • 18.02.2019 um 11:04, aktualisiert am 18.02.2019 um 11:34
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Muss eine Reiserücktrittsversicherung einspringen, wenn der Versicherte die Reise aufgrund einer Durchfallerkrankung nicht antreten kann? Diese Frage musste das Oberlandesgericht Celle klären – und beantwortete sie mit Ja. Hier kommen die Details.

Einer durch eine Reiserücktrittversicherung abgesicherten Person oder einem Mitversicherten ist es nicht zuzumuten, mit einer unerwarteten schweren Durchfallerkrankung eine Reise anzutreten. Dabei komme es nicht auf eine konkrete ärztliche Diagnose an, sondern darauf, ob die Symptome einen Reiseantritt ermöglichen.

Das hat das Oberlandesgericht Celle entschieden (Aktenzeichen 8 U 165/18). Die Richter urteilten somit zugunsten eines Versicherungsnehmers, weil dessen Durchfallerkrankung eine erhebliche Ausprägung angenommen habe, die trotz der Einnahme von Medikamenten fortbestand und den Erkrankten dazu zwang, in unregelmäßigen Abständen vier- bis fünfmal die Toilette aufsuchen zu müssen.

Ob während einer Flugreise oder im Urlaubsort ebenfalls die sanitären Voraussetzungen vorhanden seien, sei dabei unerheblich. Eine Zumutbarkeit des Reiseantritts dürfe nicht mit dessen technischer Durchführbarkeit verwechselt werden, heißt es. Bereits bei der Anreise zum Flughafen, beim Check-in aber auch bis zum Erreichen der Flughöhe sei nicht jederzeit eine Toilette erreichbar. Das müsse berücksichtigt werden.

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Manila Klafack

Manila Klafack ist Redakteurin bei Pfefferminzia. Nach ihrer Ausbildung zur Redakteurin verantwortete sie zuvor in verschiedenen mittelständischen Unternehmen den Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.

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