Das Rennen im Jahresendgeschäft der Kfz-Versicherer ging 2019 denkbar knapp aus, wie das Marktforschungsunternehmen Sirius Campus auf Basis einer aktuellen Studie berichtet. © picture alliance/Julian Stratenschulte/dpa
  • Von Lorenz Klein
  • 07.01.2020 um 11:10
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2,1 Millionen Autofahrer wechselten 2019 ihre Kfz-Versicherung – und sparten dabei im Durchschnitt 175 Euro Jahresbeitrag, wie eine aktuelle Studie zeigt. Wie sich klassische Vermittler im Wechselgeschäft gegen Vergleichsportale behaupten konnten und welche Versicherer die meisten Neukunden einheimsten, verrieten die Autoren von Sirius Campus ebenfalls.

Die Schlacht um wechselwillige Kfz-Versicherte ist geschlagen und die Marktforscher von Sirius Campus haben dies zum Anlass genommen, einen Strich unter das Jahresendgeschäft 2019 zu ziehen. 5,2 Prozent der rund 40 Millionen Kfz-Versicherungsnehmer wechselten zum Jahresende mindestens eine Kfz-Versicherung, wie die Studienautoren unter Berufung auf rund 1.000 Telefon- und 2.000 Online-Interviews mitteilten. Die Befragung lief vom 2. bis 13. Dezember 2019.

Die Wechselfreude der Deutschen fiel diesmal etwas verhaltener aus: Rund 200.000 Kunden weniger im Vergleich zu 2018 suchten sich einen neuen Anbieter.

Die Versicherer, die im Wechselgeschäft kräftig mitmischten, sind altbekannte Branchengrößen: Von den insgesamt rund 2,3 Millionen gewechselten Verträgen konnten diese Anbieter mindestens 6 Prozent gewinnen (geordnet nach Höhe des Bruttogewinns):

  1. Huk-Coburg
  2. Allianz
  3. VHV
  4. R+V

Da einige der Gewinner jedoch auch viele Kündigungen hinnehmen mussten, fällt das Ranking der Nettogewinner anders aus: Einen positiven Wechselsaldo von mindestens 1 Prozent erzielten laut Sirius Campus diese Versicherer:

  1. Huk-Coburg
  2. R+V
  3. Verti
  4. Sparkassen Direktversicherung
  5. Ergo

Welche Rolle kommt eigentlich noch dem klassischen Vermittler im Wechselgeschäft zu?

Auch mit dieser Frage haben sich die Autoren befasst. Demnach haben sich die persönliche Beratung und der Online-Direkt-Abschluss „ein Kopf-an-Kopf-Rennen“ geliefert. In der Summe nahmen die Hälfte aller Wechsler (51 Prozent) den Vertragsabschluss bei Versicherungsmaklern, Vertretern, Beratern in Kundencentern oder Sparkassen und Banken vor.

Check24 eindeutiger Platzhirsch

Mit insgesamt 45 Prozent nutzen etwas weniger Wechsler Vergleichsrechner oder den direkten Online- oder Telefonkontakt zu einem Versicherer. Unter den Nutzern eines Vergleichsportals präferierten dabei 70 Prozent Check24, deutlich abgeschlagen folgt Verivox mit 19 Prozent. Andere Vergleicher darunter auch das neue Joonko Vergleichsportal seien „so gut wie gar nicht zum Wechsel der Kfz-Versicherung genutzt“, teilen die Autoren mit.

Viele Kunden halten am Vermittler fest

Weiter wissen sie zu berichten, dass nur ein Drittel (36 Prozent) der Wechsler aus Eigeninitiative gewechselt hat. Tatsächlich seien Beitragsbriefe (20 Prozent) sowie Versicherungsmakler (12 Prozent) und Vertreter (11 Prozent) in der Summe „mindestens ebenso bedeutsam für die Wechselaktivität“, heißt es.

„Selbst bei der Kfz-Versicherung mit hoher Preisrelevanz im Entscheidungsprozess nutzen viele Kunden die Beratungsunterstützung von Vermittlern“, kommentierte Oliver Gaedeke, Geschäftsführer der Sirius Campus, die Ergebnisse. Dies sein ein Beleg mehr dafür, dass der Kundenwunsch nach Beratungskompetenz von Versicherungsvermittler ungebrochen sei, so Gaedeke.

Telematik-Tarife kaum gefragt

Neben einem besseren Preis spielten dabei auch Leistungsaspekte wie Absicherungsumfang oder Rabattretter eine wichtige Rolle beim Entscheidungsprozess der Versicherten. Und: 5 Prozent, also hochgerechnet rund 100.000 Verträge, wurden in der Wechselphase als Telematik-Tarif abgeschlossen.

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Lorenz Klein

Lorenz Klein ist seit Oktober 2019 stellvertretender Chefredakteur bei Pfefferminzia. Dem Pfefferminzia-Team gehört er seit Oktober 2016 an.

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