Millionenbetrug mit Versicherungen Angeklagte hüllen sich in Schweigen

Vor dem Landgericht in Schweinfurt (Bayern) müssen sich die vier Angeklagten wegen Versicherungsbetrugs verantworten.
Vor dem Landgericht in Schweinfurt (Bayern) müssen sich die vier Angeklagten wegen Versicherungsbetrugs verantworten. © dpa/picture alliance

Vier Männern wird zur Last gelegt, Versicherungsbetrug in Millionenhöhe begangen zu haben. Im Prozess vor dem Landgericht Schweinfurt geht es um ergaunerte Provisionen in Höhe von mehr als 3,5 Millionen Euro. Den aktuellen Stand des Verfahrens gibt es hier.

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Was ist geschehen?

Vier Männer im Alter von 42 bis 68 Jahren müssen sich vor dem Landgericht Schweinfurt verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten vor, jahrelang hohe Provisionen von mehr als 20 Versicherern für fingierte Renten- und Lebensversicherungen kassiert zu haben. Laut der Anklageschrift (liegt Pfefferminzia vor) beträgt das Provisionsvolumen für die Verträge, die zwischen Mai 2006 bis Januar 2008 eingereicht wurden, mehr als 3,5 Millionen Euro.

Zu Prozessbeginn am Montag haben sich die vier Angeklagten vor Gericht nicht zu den Vorwürfen geäußert. Auf Anraten ihrer Anwälte hätten sie lediglich Angaben zur eigenen Person gemacht, heißt es in einem Medienbericht.

Wie soll der Betrug erfolgt sein?

Die Beiträge der Kunden haben die Angeklagten für einen Zeitraum von mehreren Monaten bis zu drei Jahren selbst bezahlt. Nach Ablauf der vereinbarten Zeit sollten die Versicherungsnehmer entscheiden, ob sie die Verträge mit Hilfe der Angeklagten kündigen oder auf eigene Rechnung weiterlaufen lassen wollen.

Laut Anklageschrift entschieden sich die Versicherungsnehmer „in fast allen eingerichteten Fällen“ dafür, den Vertrag mit der Versicherung aufzulösen. Die Provisionen hatten die mehr als 20 betroffenen Versicherer zu dem Zeitpunkt allerdings schon ausgezahlt – auch weil die Angeklagten ihr Beitragsübernahmeversprechen gegenüber den Unternehmen nicht offenlegten. Die Angeklagten hätten sich mit derartigen Taten eine „nicht nur vorübergehende und nicht ganz unerhebliche Einnahmequelle“ verschaffen, so der Vorwurf der Staatsanwaltschaft.

Zum Rechtsstatus der Vermittler gibt die Anklageschrift keine Auskunft, es heißt aber, dass alle vier Angeklagten als Quereinsteiger in die Branche gekommen sind.

Wie geht es weiter?

Der Prozess wird am 9. Oktober fortgesetzt. Dann soll ein Ermittlungsbeamter als Zeuge gehört werden.

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