Sechs Monate lang haben sie getüftelt, die Entwickler der Allianz. Wie kann man Verbraucher dazu bewegen, sich an verregneten Wochenenden mit ihrer Altersvorsorge zu beschäftigen? Sie befragten Kunden, holten immer wieder Feedback ein.

Dann die zündende Idee

Warum nicht einfach Alexa einschalten, die freundliche Sprachassistentin von Amazon? Die kann doch sicherlich mehr, als nur die Wetteraussichten herunterbeten. Gesagt, getan. Über den Alexa Skill „Allianz Rente“ können Nutzer nun ihren sogenannten Renten-Score errechnen lassen. Ein Wert zwischen 1 und 100, der angibt, wie gut der Verbraucher für seine Rente gewappnet ist. Wobei gilt: Je höher der Score, desto besser.

In einem Youtube-Video kann man verfolgen, wie solch ein Gespräch abläuft. „Wie alt bist du?“, fragt etwa Alexa. Kunde: „Ich bin 29 Jahre alt.“ Alexa: „Alles klar. Wie viel verdienst du brutto im Monat?“ Kunde: „Leider viel zu wenig.“ Alexa: „Oh, das tut mir leid. Schau doch später mal auf allianz.de vorbei, da gibt es bestimmt interessante Jobs für dich.“ Kunde: „Aktuell verdiene ich rund 3.300 Euro.“

Alexa: „Alles klar. Wie viel Euro möchtest du später mal als Rente erhalten?“ Kunde: „Oh, das weiß ich nicht.“ Alexa: „Stiftung Warentest empfiehlt als Rentenziel 80 Prozent des aktuellen Nettoeinkommens. Das kann ich dir gerne ausrechnen. Wie hoch ist dein aktuelles Nettogehalt?“ Kunde: „Ungefähr 1.900 Euro.“

Spielerisch ran ans Thema Rente

Alexa: „Renten-Score berechnet! Dein Rentenwunsch plus Inflation beträgt 3.226 Euro. Du bekommst aber voraussichtlich 1.320 Euro vor Steuern und Sozialabgaben. Somit ist dein Score 41. Mit privater und betrieblicher Vorsorge lässt sich dein Wert verbessern. Investierst du schon in deinen Ruhestand?“ Kunde: „Ja.“ Alexa: „Okay, gut. Lass uns zusammen rausfinden, um wie viel sich dein Score verbessern lässt.“

Dass sich die Versicherer solche spielerischen Heranführungen an das Thema Altersvorsorge überlegen, ist gut. Denn nach wie vor sparen zu wenige Menschen für ihren Ruhestand. Und wenn sie es tun, legen sie das Geld oft aufs Sparbuch oder das Tagesgeldkonto. Angesichts des sinkenden gesetzlichen Rentenniveaus und des anhaltenden Niedrigzinsumfelds ist beides ein teurer Fehler.