Ältere Unfalltarife sollten überprüft werden, empfehlen die Analysten von Franke und Bornberg. © vproductions/Freepik
  • Von Sabine Groth
  • 11.07.2024 um 15:01
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Das Analysehaus Franke und Bornberg hat sein Rating für Unfallpolicen überarbeitet. Alle Tarife werden nun nach einheitlichen Kriterien bewertet. Im aktuellen Rating schaffen es nur knapp 10 Prozent in die Top-Kategorie. Ältere Tarife sollten Vermittler überprüfen.

Für das Unfall-Rating 2024 hat das Analysehaus Franke und Bornberg 417 Tarife von 76 Versicherern untersucht. Weniger als 10 Prozent der Tarife erreichen die Bestnote FFF+. In den beiden folgenden Leistungsklassen (FFF und FF+) finden sich fast die Hälfte der Tarife wieder. Rund 16 Prozent sind mangelhaft oder sogar ungenügend.

16 Gesellschaften haben mindestens einen FFF+-Tarif im Angebot. Dazu zählen Alte Leipziger, Baloise, die Bayerische, Haftpflichtkasse, Gothaer, Hanse-Merkur, Ideal, Inter, Interlloyd, Janitos, Rheinland, Rhion, Stuttgarter, VGH, VHV und WWK.

Vor allem bei älteren Tarife sei Vorsicht geboten: „Verbesserte Gliedertaxen, Optionen zum Mitwirkungsanteil sowie vielfältige Garantien erlauben heute passgenaue Lösungen“, meint Christian Monke, Leiter Ratings Gesundheit und Private Risiken bei Franke und Bornberg. So hätten neue Produktlinien steilere Progressionsverläufe und damit höhere Leistungen bei einem schwerwiegenden Unfall im Angebot.

„Ob hilfreiche Assistance-Leistungen, umfangreiche Erweiterungen des Unfallbegriffs, Sofortleistungen oder Update-Garantien – diese Features machen aus einem Standardprodukt maßgeschneiderten Schutz. Ältere Tarife können da oft nicht mithalten“, sagt Monke und empfiehlt, schon länger bestehende Verträge kritisch zu prüfen. Ein Neuabschluss könne die bessere Wahl sein.

Rating-Anpassung: Einheitliche Bewertungskriterien für alle Tarife

Diese deutlichen Leistungsverbesserungen der Unfallversicherungen in den vergangenen zehn Jahren waren für Franke und Bornberg ein Anlass, das Rating für private Unfallversicherungen grundlegend zu überarbeiten. Beim aktuellen Rating-Update gibt es einheitliche Kriterien für alle Tarife. „Unfalltarife sind mittlerweile so leistungsfähig, dass wir auf die Unterteilung in Grund- und Top-Schutz verzichten können“, erläutert Geschäftsführer Michael Franke. Das bedeute aber keine Abstriche bei der Qualität. Der neue Ansatz orientiere sich am bisherigen Top-Schutz-Niveau, so Franke.

Auch eine Unterscheidung zwischen Tarifen mit und ohne Gesundheitsfragen gibt es nicht mehr. Der Hintergrund: Eine private Unfallversicherung zahlt für gesundheitliche Unfallfolgen, nicht aber für Krankheiten und Gebrechen, die schon vorher eingetreten sind. Verstärken diese Krankheiten die gesundheitlichen Folgen eines Unfalls, kürzen Versicherer die Leistung anteilig um den sogenannten Mitwirkungsanteil. Bis zu einem tariflich festgelegten Prozentsatz verzichten sie auf einen Abzug. Je höher dieser Anteil, desto günstiger für Versicherte. Tarife mit Gesundheitsprüfung bieten in der Regel einen höheren Mitwirkungsanteil, der Markt ist hier aber im Wandel.

„Da inzwischen auch Tarife ohne Gesundheitsfragen hohe Mitwirkungsanteile vorsehen, bewerten wir jetzt alle Unfalltarife in einer einzigen Gruppe und nach einheitlichen Kriterien“, so Franke. Für die Höchstnote FFF+ (hervorragend) verlangt das neue Unfallrating einen Mitwirkungsanteil von 75 Prozent, bis zu dem kein Abzug erfolgt. Für die zweitbeste Bewertung FFF (sehr gut) sind 50 Prozent erforderlich.

>>> Die Rating-Ergebnisse im Detail finden Sie hier.

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Sabine Groth

Sabine Groth schreibt seit über 20 Jahren schwerpunktmäßig über Geldanlage sowie weitere Finanz- und Wirtschaftsthemen, seit 2009 als freie Journalistin. Zu ihren Auftraggebern zählen vor allem Fachmagazine und -portale.

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