Viele positive Merkmale sprechen für eine Fondspolice. © pch.vector / freepik
  • Von Sabine Groth
  • 05.10.2020 um 14:50
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Ob im Vergleich zu anderen Lebensversicherungen oder zur direkten Fondanlage: Fondspolicen müssen sich nicht verstecken. Im Gegenteil: Steuervorteile, gute Renditechancen und eine gestiegene Flexibilität in der Produktgestaltung machen sie für viele Anlageziele attraktiv.

Zugang zu renditestarken Aktienmärkten:

Fondspolicen ebnen Kunden den Weg an die Aktienmärkte. Bei Policen ohne Garantien kann sogar ein Großteil der Beiträge die Chancen der Kapitalmärkte nutzen. Das ist im aktuellen Niedrigzinsumfeld ein entscheidender Vorteil – und für den Aufbau einer auskömmlichen Altersvorsorge nahezu unverzichtbar. Die Fondspaletten der Versicherer bieten mittlerweile eine vielfältige Auswahl. Fonds diverser Asset-Klassen mit unterschiedlichen Anlageschwerpunkten und Strategien sind im Angebot, als aktive oder passive Varianten. Daneben gibt es gemanagte Fondsportfolios. Auch beim neuen Trend zu ESG-Anlagen sind Fondspolicen-Anbieter dabei.

Hohe Flexibilität:

Heutige Fondspolicen sind mit den Policen der 1990er Jahre kaum noch zu vergleichen. Die Flexibilität hat enorm zugenommen – und wird stetig weiter ausgebaut. Das gilt sowohl für die Ansparphase als auch mehr und mehr für die Ruhestandsphase. Beitragspausen oder Zuzahlungen, diverse Entnahmemöglichkeiten, (teils kostenlose) Fondswechsel und -umschichtungen, flexibles Ablaufmanagement, sehr lange oder gar lebenslange Laufzeiten und andere vorteilhafte Produkteigenschaften gehören zum Angebot moderner Fondspolicen.

Steuervorteile:

Gegenüber der Direktanlage in Fonds hat die Fondspolice einige steuerliche Vorteile. Solange der Kunde kein Geld aus der Versicherung zieht, fallen auch keine Steuern an. Es muss weder eine jährliche Vorabpauschale wie bei der Direktanlage in thesaurierende Fonds geleistet werden, noch müssen bei Umschichtung in andere Fonds realisierte Kursgewinne sofort versteuert werden. So kann das gesamte Guthaben (ohne Steuerkosten) von den Chancen an den Kapitalmärkten profitieren. Gerade bei langfristigen Verträgen, bei denen die Fondsanlagen von Zeit zu Zeit gewechselt werden, kann hieraus ein ansehnlicher Renditevorteil resultieren. Auch bei der Kapitalauszahlung am Ende des Vertrags ist die Police im Vorteil, zumindest wenn sie mindestens zwölf Jahre läuft und nicht vor dem 62. Lebensjahr fällig ist. Dann unterliegt nach dem Halbeinkünfteverfahren nur die Hälfte der Erträge dem persönlichen Steuersatz. Bei einer lebenslangen Verrentung ist der relativ günstige Ertragsanteil zu versteuern, dessen Höhe vom Lebensjahr des Rentenberechtigten zu Beginn der Zahlungen abhängt.

Altersvorsorge, Ruhestands- oder Nachlassplanung:

Dank der flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten der Produkte und ihrer steuerlichen Regeln eignen sich Fondspolicen für viele Zielgruppen und deren Anlageziele. Als Variante mit regelmäßigen Beiträgen und ihrem Zugang zu den Kapitalmärkten sind sie ein gutes Produkt für die Altersvorsorge. Einmalbeitragspolicen kommen vor allem bei der Ruhestandsplanung ins Spiel. Ebenso kann mithilfe von Fondspolicen die Vermögensübertragung an die Nachkommen steuerlich optimiert werden.

Absicherung des Langlebigkeitsrisikos:

Eine GDV-Studie hat es schon vor Jahren belegt: Die Deutschen neigen dazu, ihre Lebenserwartung zu unterschätzen – im Schnitt um sieben Jahre. Das ist nicht schlimm, solange am Ende nicht das Geld ausgeht. Im Gegensatz zur Fondsdirektanlage, die nur mit Entnahmeplänen arbeiten kann, bieten Fondspolicen auch die Möglichkeit der lebenslangen Verrentung des Guthabens.

Sicherungsbausteine möglich:

Da es immer wieder zu Finanzkrisen oder turbulente Zeiten kommen kann, sind Sicherungsbausteine teilweise sinnvoll. Da Garantien die Rendite massiv einschränken, ist ein Sicherungsbaustein oft die bessere Alternative. So kann eine Einmalanlage über den Cost-Average-Effekt nach und nach an den Markt investiert werden, so dass auch ein Einmalbeitrag von der Durchschnittsbildung profitiert. In Krisensituationen kann kostenfrei in Sicherheit gewechselt werden, um den möglichen Finanzcrash auszusitzen. Evt. stößt man sogar direkt eine Reinistion über den Cost-Average-Effekt an, um antizyklisch in fallende Märkte zu investieren. Moderne Sicherungsbausteine sind fast immer die bessere Alternative als Garantien.

autorAutorin
Sabine

Sabine Groth

Sabine Groth schreibt seit über 20 Jahren schwerpunktmäßig über Geldanlage sowie weitere Finanz- und Wirtschaftsthemen, seit 2009 als freie Journalistin. Zu ihren Auftraggebern zählen vor allem Fachmagazine und -portale.

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