„Beiträge wachsen in den Himmel“ Ex-NRW-Gesundheitsministerin prophezeit baldiges Ende der PKV

Im Interview mit der Rheinischen Post sagte die ehemalige Gesundheitsministerin von NRW, Barbara Steffens (Bündnis 90/Die Grünen), der PKV ein baldiges Ende voraus.
Im Interview mit der Rheinischen Post sagte die ehemalige Gesundheitsministerin von NRW, Barbara Steffens (Bündnis 90/Die Grünen), der PKV ein baldiges Ende voraus. © Homepage Barbara Steffens

Das Ende der privaten Krankenversicherung (PKV) sei nur noch „eine Frage der Zeit“ – das meint die ehemalige Gesundheitsministerin von Nordrhein-Westfalen, Barbara Steffens (Bündnis 90/Die Grünen), in einem Interview. Der Staat müsse nun „das Zusammengehen von PKV und GKV in ordentliche Bahnen lenken“, forderte die neue Managerin der Techniker Krankenkasse.

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„Das Ende der PKV ist doch nur eine Frage der Zeit“, sagte Barbara Steffens (Bündnis 90/Die Günen) im Interview mit der Rheinischen Post. Die ehemalige Gesundheitsministerin von Nordrhein-Westfalen leitet seit dem 1. Juli die NRW-Landesvertretung der Techniker Krankenkasse.

„Die Beiträge wachsen in den Himmel, manche Senioren müssen mehr als die Hälfte ihrer Rente dafür aufbringen“, so Steffens. Als Ministerin habe sie erschütternde Briefe zum Thema bekommen.

Sie habe sich zudem schon immer für das Solidarprinzip stark gemacht und sei in diesem Punkt „Überzeugungstäterin“, erklärte die Grünen-Politikerin. Daher habe sie auch Angebote von einer privaten Krankenversicherung und einem Pharmaunternehmen ausgeschlagen, wie sie berichtete.

Steffens: Staat muss PKV und GKV zusammenbringen

Weiter betonte sie, dass es nicht gehe, dass man „als junger Mensch mit der PKV spart und im Alter, wenn es teuer wird, in die GKV wechselt. Das wäre unsolidarisch“.

Künftig sei es nun die Aufgabe des Staates das Zusammengehen von PKV und GKV „in ordentliche Bahnen“ zu lenken, zitierte die Zeitung die TK-Managerin. Denn wegen der Minizinsen gelinge es den PKV-Anbietern immer weniger, Altersrückstellungen aufzubauen.

In Bezug auf die Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) in punkto Pflege forderte sie, dass der Pflegeberuf attraktiver werden müsse. Die häusliche Pflege sei zu stärken und in den Heimen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu verbessern. Und auch die Frage der Entlohnung sei ganz wichtig. „Perspektivisch werden wir es uns nicht mehr leisten können, dass Altenpfleger weniger verdienen als Krankenpfleger“, so die Grünen-Politikerin. Dazu müssten auch die Kassen ihren Beitrag leisten.

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