Welche steuerlichen Vorteile Fondspolicen bieten, erläutert Jürgen Henzler, Leiter dezentraler Vertrieb der Alten Leipziger, im Gespräch. © Alte Leipziger
  • Von Oliver Lepold
  • 02.11.2021 um 09:03
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Soll man besser direkt mittels eines Depots in Investmentfonds investieren? Oder lieber über den Versicherungsmantel einer Fondspolice? Worauf es bei dieser Abwägung steuerlich gesehen ankommt, fasst Pfefferminzia in diesem Beitrag zusammen.

Ob eine fondsgebundene Rentenversicherung oder ein Direktinvestment in Investmentfonds die bessere Variante darstellt, hängt stets von verschiedenen kundenindividuellen und systemrelevanten Faktoren ab. Eine pauschale Antwort gibt es daher nicht. Kriterien wie der Anlagehorizont, die gewünschte Flexibilität, die Qualität der ausgewählten Fonds, steuerliche Faktoren und nicht zuletzt natürlich die Kosten müssen bei der Entscheidung miteinbezogen werden.  

„Im direkten Vergleich schneidet die Fondspolice immer dann besser ab, wenn die steuerlichen Vorteile die Kosten des Versicherungsmantels übertreffen“, sagte Fondsexperte Michael Hauer vom Institut für Vorsorge und Finanzplanung (IVFP) bereits vergangenes Jahr in Pfefferminzia. In diesem Beitrag stehen daher die steuerlichen Vorgaben im Fokus. 

Der Unterschied bei Teilfreistellungen

Bei einem Fondssparplan genießen Anleger je nach Art des gewählten Investments verschieden hohe Teilfreistellungen. So müssen sie 15 Prozent der Erträge bei Mischfonds nicht versteuern, wenn der Fonds mindestens 25 Prozent Aktienanteil aufweist. Bei Aktienfonds sind es 30 Prozent, bei Immobilienfonds 60 Prozent und bei Immobilienfonds mit ausländischen Immobilien 80 Prozent Teilfreistellung. Voraussetzung dabei: All diese Fonds verfügen im Portfolio über mindestens 51 Prozent ihres jeweiligen Schwerpunktes. Für Rentenfonds gibt es keine Teilfreistellungen. Die Abgeltungssteuer beträgt generell 25 Prozent, wobei Anschaffungskosten, also der Ausgabeaufschlag, gegengerechnet werden dürfen. 

Bei der Fondspolice können Anleger hingegen mit einer pauschalen Teilfreistellung in Höhe von 15 Prozent rechnen, wenn die Erträge aus Investmentfonds stammen. Im Vergleich scheint hier also die Fondspolice den Kürzeren zu ziehen, allerdings können die 15 Prozent mit weiteren steuerlichen Vorteilen wie dem Halbeinkünfteverfahren kombiniert werden. Voraussetzung dafür ist eine Kapitalauszahlung nach 12 Jahren und ein Lebensalter von mindestens 62 Jahren. Dann muss nur die Hälfte des Ertrags nach jeweiligem individuellem Steuersatz des Anlegers versteuert werden. Der Solidaritätszuschlag wird hier innerhalb der Freigrenzen in voller Höhe erstattet. Sind diese Voraussetzungen bei Ablauf der Fondspolice nicht erfüllt, werden alle anfallenden Kosten gegengerechnet. Als Bemessungsgrundlage der steuerpflichtigen Erträge gilt der Unterschiedsbeitrag minus 15 Prozent. Sämtliche anfallende Kosten sind somit indirekt von der Steuer befreit. 

Kann die pauschale Teilfreistellung in Höhe von 15 Prozent mit dem Halbeinkünfteverfahren kombiniert werden, hat die Fondspolice gegenüber der Direktanlage in vielen Fällen die Nase klar vorn. Ein Beispiel von fondspolicen-analyse.de kommt bei einem Jahresbeitrag von 1.200 Euro, einer Laufzeit von 30 Jahreneiner Wertentwicklung von 6 Prozent und weiteren Annahmen (darunter einem persönlichen Steuersatz von 27 Prozent) auf eine Auszahlung von 89.365 Euro beim Sparplan und 93.154 Euro bei der Fondspolice – ein Plus von 4,2 Prozent im direkten Vergleich.

>>Seite 2: Weitere steuerliche Unterschiede

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Oliver Lepold

Oliver Lepold ist Dipl.-Wirtschaftsingenieur und freier Journalist für Themen rund um Finanzberatung und Vermögensverwaltung. Er schreibt regelmäßig für Pfefferminzia und andere Versicherungs- und Kapitalanlage-Medien.

kommentare
Wilfried Strassnig Versicherungsmakler
Vor 2 Monaten

Die Beitragshöhe ist ebenfalls ein wesentlicher Faktor! Auch bei geringen Steuervorteilen ist der Versicherungssparplan günstiger, da in diesem Fall meistens im Ruhestand die Rente steuerfrei ausbezahlt wird! Das ein Honorarberater einen Sparplan bis € 50,oo mtl. günstiger anbieten kann, halte ich für ein Gerücht. Bei Stornos ist die Beitragszahlung einer „normalen“ Versicherung beendet. Gerichtsurteile haben aber Honorarzahlungen auch nach Beendigung des Vertrages bestätigt.
Das der Markt kein Interesse an Honorarberatung hat, ist nach 10 Jahren gratis Dauerwerbung -gleichzeitigem Bashing der Makler etc. i sämtlichen Medien und ca. 300 Beratern SONNENKLAR. Da nehmen natürlich einige Clevere diese Werbung zu Mehrgeschäft wahr und erzählen den Leuten das dies ach so toll ist. Da bin ich mir ziemlich sicher, dass ich die Mehrheit dieser Verträge locker toppen kann. Sollten Kunden das lesen, ich überprüfe in 5 Minuten am Telefon KOSTENFREI Ihre Unterlagen!

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Wilfried Strassnig Versicherungsmakler
Vor 2 Monaten

Die Beitragshöhe ist ebenfalls ein wesentlicher Faktor! Auch bei geringen Steuervorteilen ist der Versicherungssparplan günstiger, da in diesem Fall meistens im Ruhestand die Rente steuerfrei ausbezahlt wird! Das ein Honorarberater einen Sparplan bis € 50,oo mtl. günstiger anbieten kann, halte ich für ein Gerücht. Bei Stornos ist die Beitragszahlung einer „normalen“ Versicherung beendet. Gerichtsurteile haben aber Honorarzahlungen auch nach Beendigung des Vertrages bestätigt.
Das der Markt kein Interesse an Honorarberatung hat, ist nach 10 Jahren gratis Dauerwerbung -gleichzeitigem Bashing der Makler etc. i sämtlichen Medien und ca. 300 Beratern SONNENKLAR. Da nehmen natürlich einige Clevere diese Werbung zu Mehrgeschäft wahr und erzählen den Leuten das dies ach so toll ist. Da bin ich mir ziemlich sicher, dass ich die Mehrheit dieser Verträge locker toppen kann. Sollten Kunden das lesen, ich überprüfe in 5 Minuten am Telefon KOSTENFREI Ihre Unterlagen!

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