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Wenzel will’s wissen Welche Vorteile die Digitalisierung für Makler hat

Philip Wenzel: Der Versicherungsmakler ist bei Freche Versicherungsmakler für die biometrischen Risiken zuständig.
Philip Wenzel: Der Versicherungsmakler ist bei Freche Versicherungsmakler für die biometrischen Risiken zuständig. © Freche Versicherungsmakler

Für alle Vermittler ist wichtig, in Zukunft immer mehr Prozesse zu standardisieren und abzugeben, findet Versicherungsmakler Philip Wenzel. Dabei sei es egal, ob die Aufgaben ein Mensch oder eine Maschine übernimmt. Wie das funktionieren kann, erfahren Sie in seiner neuen Kolumne.

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Digitalisierung ist gerade das große Thema. Wenn ich möchte, dass ein langweiliges Produkt wie die Berufsunfähigkeitsversicherung verkauft wird, dann muss ich es nur digitale BU-Versicherung nennen und schon geht’s.

Aber ganz ohne Spaß ist Digitalisierung für Versicherungsvermittler extrem wichtig. Es hat im ersten Schritt auch nichts mit Chatbots und Online-Rechnern zu tun. Digitalisierung bedeutet nichts weiter als eine Vereinfachung der Entscheidungen. Es gibt nur Eins oder Null, nur Ja oder Nein. Das kann uns im operativen Geschäft ganz schnell weiterbringen.

Wenn ich meine täglichen Aufgaben digitalisieren möchte, muss ich also kein teures Programm kaufen. Ich muss als erstes eine ausführliche Tätigkeitsbeschreibung meines Arbeitsalltags machen, so wie beim Leistungsantrag in der Berufsunfähigkeitsversicherung. Da wird mir schnell auffallen, dass ich viele Abläufe immer nach dem gleichen Muster erledige. Und die kann ich dann digitalisieren.

Die Voranfragen bei der BU-Versicherung werde ich bei kleineren gesundheitlichen Einschränkungen zum Beispiel immer an meine Top-10-Versicherer schicken, bei größeren Problemen an meine Top 30. Wenn ich also eine E-Mail-Vorlage erstelle und zwei Verteiler anlege, habe ich schon einen digitalen Prozess.

Standardisierbare Aufgaben abgeben

Und der hauptsächliche Vorteil dabei ist nicht, dass das jetzt schneller geht. Der große Vorteil ist, dass ich das nicht selbst machen muss. Der Prozess ist ganz klar standardisiert. Das kann jeder. Auch eine nichtgelernte Kraft. Ich kann mich dann auf die Beratung konzentrieren. Und auch da werde ich bemerken, dass ich manche Sachen immer gleich erkläre und Standards nutzen kann.

Ich kann also auch digital werden, wenn ich bisher mit einer Excel-Tabelle und einer 450-Euro-Kraft arbeite, indem ich alle Standards meinem Mitarbeiter übertrage und mich auf meine Stärken konzentriere.

Verwaltungsprogramm kann sinnvoll sein

Ich kann aber auch überlegen, welche Standards nicht doch ein Computer für mich erledigen könnte. Hier gibt es umfassende Lösungen, die alles in ein Verwaltungsprogramm packen. Das ist selbstverständlich die Königslösung. Denn wenn ich alle meine Daten nutzen kann, um Prozesse zu starten oder zu steuern, habe ich fast unendlich viele Möglichkeiten. Ich kann automatisch E-Mails verschicken, wenn eine Vertragslaufzeit endet oder eine Nachversicherungsgarantie ohne Anlass gezogen werden kann.

Ob sich die Investition lohnt, hängt von der Unternehmensgröße und der strategischen Ausrichtung ab. Aber für alle Vermittler ist wichtig, in Zukunft immer mehr Prozesse zu standardisieren und abzugeben, egal, ob das dann ein Mensch oder eine Maschine ist. Wichtig ist, dass der Berater mehr Zeit bekommt, um die individuelle Lösung für seinen Kunden zu finden.

Zur Person
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Thorulf Müller

Als gelernter Historiker ist Philip Wenzel immun gegen Langweile und kann auch längere Bedingungswerke ohne Schaden lesen und analysieren. Er betreut bei der freche versicherungsmakler GmbH & CO in Kemnath die biometrischen Risiken.

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