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Warnung vor Finanzvertrieben auf dem Campus Wie klappt Altersvorsorge für Studenten?

Blick in einen großen Hörsaal der Universität Ulm: Wenn nach Absicherung der größten Risiken noch Geld übrig ist, können sich Studenten der Altersvorsorge widmen, meint Bianca Boss vom Bund der Versicherten.
Blick in einen großen Hörsaal der Universität Ulm: Wenn nach Absicherung der größten Risiken noch Geld übrig ist, können sich Studenten der Altersvorsorge widmen, meint Bianca Boss vom Bund der Versicherten. © dpa/picture alliance

„Ich habe weder eine Lebensversicherung noch einen Bausparvertrag. Ich lebe schließlich jetzt“ – die Aussage von Studentin Hannah steht sinnbildlich für die Vorsorgebereitschaft von Studierenden. Mit der Frage, ob und wie Akademiker von morgen fürs Rentenalter vorsorgen sollten – und wovon sie besser die Finger lassen sollten, hat sich ein aktueller Medienbericht beschäftigt. Was drin steht, erfahren Sie hier.

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„Ich will in den Urlaub fahren, mit Freunden in die Kneipe gehen und Konzerte besuchen“, sagt die 31-Jährige Hannah Kemper, die einen Master-Abschluss in Europäischer Ethnologie anstrebt, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).

Bei diesen Wünschen und angesichts steigender Mieten in vielen Universitätsstädten kann man sich leicht ausmalen, dass von den 918 Euro, die Studierende in Deutschland im Schnitt pro Monat zur Verfügung haben, nicht viel übrig bleibt – zum Beispiel für die Altersvorsorge. Altersvorsorge? Jetzt schon?

Nun ja, warum eigentlich nicht? Denn grundsätzlich gilt, dass eine frühe Kapitalbildung dazu führt, dass man im Rentenalter mehr Geld zur Verfügung hat – zumindest in der Theorie. Gleichwohl gibt es neben der drohenden Altersarmut ja noch andere existenzielle Risiken für Studenten, die es ebenfalls abzusichern gilt – als da wären: Krankheit, das Haftpflichtrisiko und die Berufsunfähigkeit. „Wenn nach Absicherung der größten Risiken noch Geld übrig ist, kann man sich der Altersvorsorge widmen“, sagt Bianca Boss vom Bund der Versicherten (BdV) gegenüber der FAZ.

Verbraucherzentrale Baden-Württemberg rät Studenten von Lebensversicherung ab

Wenn dies bejaht werden kann, stellt sich die Frage, wie denn das Alterssparen genau vor sich gehen sollte? Geht es nach Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg dann bloß nicht mit einer Lebensversicherung. Die Produkte würden nicht nur unter den niedrigen Zinsen leiden und immer weniger Rendite abwerfen, sondern seien auch „reichlich unflexibel und somit für Studenten eher ungeeignet“, meint Nauhauser. Zwar könnten Versicherte die Beiträge zu den Policen anpassen oder ihren Vertrag auf Eis legen. Das sei aber in der Regel mit finanziellen Nachteilen verbunden.

Deutlich flexibler sind Studenten laut FAZ-Bericht mit einem Tagesgeldkonto dran. Zur Altersvorsorge eigne sich diese Spar-Variante aber nicht – auch deshalb, weil man nach Abzug der Inflation mit Tagesgeld Verluste mache. Stattdessen seien Sparpläne eine Alternative „zur unflexiblen Lebensversicherung und zum mies verzinsten Tagesgeld“, heißt es bei der FAZ, und verweist dabei auf Sparpläne auf Basis eines Aktienfonds oder Aktien-ETFs (Exchange-Traded Funds). ETFs bildeten einen Börsenindex nach und hätten deshalb niedrigere Gebühren als aktiv verwaltete Fonds.

„Aktien bringen nämlich auf lange Sicht höhere Renditen als Anleihen – und Studenten haben in der Regel noch viel Zeit bis zum Ruhestand, so dass sie zwischenzeitliche Schwankungen an den Börsen einfach aussitzen können“, schreibt die Zeitung. Dass viele junge Menschen nicht nur bis zum Ruhestand viel Zeit haben werden, sondern später im Ruhestand selbst noch viel Jahre zu leben haben – und daher auch eine Verrentung ihrer Ersparnisse prüfen sollten, verrät der Beitrag allerdings nicht.

Verbraucherschützer warnen vor Finanzvertrieben auf dem Campus

Wie dem auch sei: Studenten, die fürs Alter vorsorgen wollen, sollten aber laut FAZ eines auf gar keinen Fall tun: Sich auf dem Campus teure und unpassende Finanzprodukte „aufschwatzen“ lassen – das Risiko hierfür sei relativ hoch, warnt die Zeitung und fährt fort:

„Viele Finanzvertriebe spekulieren darauf, dass Akademiker im Berufsleben gut verdienen werden, und wollen sie deshalb früh als Kunden gewinnen. Ihr Vertrieb ist provisionsgetrieben, die Vermittler bekommen also nur dann Geld, wenn sie etwas verkaufen. Was das Beste für den Kunden ist, steht dabei nicht immer im Vordergrund. Verbraucherschützer warnen deshalb vor solchen Strukturvertrieben.“

Wer sich für eine Altersvorsorge interessiere, sollte sich unbedingt unabhängig beraten lassen, zitiert die Zeitung BdV-Frau Bianca Boss. „Das geht zum Beispiel bei Verbraucherzentralen oder unabhängigen Versicherungsmaklern.“

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