Das Landgericht Heidelberg: Hier fiel das Urteil zum Verivox-Fall. © dpa/picture alliance
  • Von Juliana Demski
  • 12.05.2020 um 08:43
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Das Vergleichsportal Verivox muss Kunden in Zukunft darüber informieren, dass Suchergebnisse auf einer eingeschränkten Marktauswahl beruhen. So urteilten die Richter des Landgerichts Heidelberg nach einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV).

Was ist geschehen?

Das Portal Verivox zeigt Versicherungsinteressenten beim Vergleich von Privathaftpflichtpolicen nur etwa die Hälfte (48 Prozent) aller Angebote am Markt an – und zwar nur diejenigen, die mit Verivox eine Provisionsvereinbarung abgeschlossen haben. Dem Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) gefällt das nicht und zieht vor Gericht.

Das Urteil

Die Richter des Landesgerichts Heidelberg stellen sich auf die Seite der Verbraucherschützer. Die schließen sich der Auffassung an, dass Verivox-Kunden kaum erkennen können, wie eingeschränkt die Marktauswahl während eines Tarifvergleichs wirklich ist. Laut Urteil hat das Portal gegen das Versicherungsvertragsgesetz (VVG) verstoßen (Aktenzeichen6 O 7/19). An keiner Stelle sei ein ausdrücklicher Hinweis auf die begrenzte Zahl der Anbieter erfolgt. In Zukunft ist Verivox nun dazu verpflichtet, das zu ändern. 

„Ob ein Versicherungsvergleich wirklich zu den besten Angeboten führt, hängt maßgeblich davon ab, wie viele Anbieter und Tarife einbezogen sind“, kommentiert Jana Brockfeld, Rechtsreferentin beim VZBV, das Urteil. „Deckt der Vergleich nicht einmal die Hälfte des Marktes ab, sind Kunden vor Vertragsabschluss klar und deutlich über diese wesentliche Einschränkung zu informieren“, betont die Expertin.

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Juliana Demski

Juliana Demski ist Werksstudentin bei Pfefferminzia und unterstützt die Redaktion in der täglichen Berichterstattung.

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