Urteil Geschädigter hat nach Unfall nicht immer freie Werkstatt-Wahl

Ein Mechaniker werkelt an einem Auto herum: Nach einem Unfall kann der Geschädigte nicht immer entscheiden, wo sein Fahrzeug repariert wird.
Ein Mechaniker werkelt an einem Auto herum: Nach einem Unfall kann der Geschädigte nicht immer entscheiden, wo sein Fahrzeug repariert wird. © dpa/picture alliance

Wer mit einem Schaden aus einem Verkehrsunfall herauskommt, hat nicht unbedingt das Recht, sein Auto in einer Vertragswerkstatt reparieren zu lassen. So entschieden kürzlich die Richter des Bundesgerichtshofs.

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Man stelle sich vor:

Es ist Feierabend, der Heimweg verläuft gut – und dann rumst es doch. Als Geschädigter will man dann meist selbst entscheiden, wo das Auto zur Reparatur hinkommt.

Aber dazu hat man nicht immer das Recht. Das zeigt ein Urteil des Bundesgerichtshofs (Aktenzeichen VI ZR 182/16).

Die Richter entschieden, dass sich ein Geschädigter auf eine sogenannte „freie“ Werkstatt verweisen lassen muss.

Einzige Bedingung:

Der Schädiger muss beweisen können, dass durch die freie Werkstatt keine negativen Qualitätsunterschiede entstehen. In so einem Fall muss sich der Geschädigte dann beugen.

Es gibt aber eine Ausnahme:

Und zwar dann, wenn das Fahrzeug älter als drei Jahre ist und der Geschädigte nachweisen kann, dass er bisher immer in einer markengebundenen Fachwerkstatt zur Wartung und Reparatur war. Dann ist der Verweis auf eine freie Werkstatt laut der Richter unzumutbar.

Etwas anderes gilt bei einem über neun Jahre alten Auto. Hier ist ein Verweis auf eine freie Werkstatt auch dann nicht unzumutbar für den Geschädigten, wenn er bisher immer in einer markengebundenen Werkstatt war.

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