Ein Rollator steht im Zimmer einer älteren Frau in einem Altenheim: Die Menschen in Deutschland werden immer älter, verschätzen sich aber bei ihrer Lebenserwartung. © picture alliance/Monika Skolimowska/dpa-Zentralbild/ZB
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  • 22.08.2019 um 10:43
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Die Deutschen leben deutlich länger als sie glauben. Im Schnitt unterschätzen die Bürger ihre Lebenserwartung um fast fünf Jahre. Sie rechnen damit, ein Alter von 82,8 Jahren zu erreichen, werden statistisch gesehen aber eher 87,7 Jahre alt. Welche Folgen das für die Altersvorsorge hat. 

Viele Verbraucher liegen bei der Einschätzung ihrer Lebenserwartung falsch. Laut einer Umfrage des Versicherungsverbands GDV rechnen die 1.017 Befragten im Schnitt damit, ein Alter von 82,8 Jahren zu erreichen. Laut Sterbetafel des Statistischen Bundesamts sind es aber eher 87,7 Jahre. Gerade jüngere Menschen liegen bei der Prognose oft falsch. So verschätzen sich die 18- bis 29-Jährigen bei ihrer Lebenserwartung um fast sieben Jahre, in der Altersgruppe 60 bis 69 sind es nur 4,4 Jahre.

Dass so viele Menschen bei ihrer Lebenserwartung daneben liegen, ist unter anderem daruf zurückzuführen, dass 48 Prozent der Befragten sich daran orientieren, wie alt ihre Eltern werden. 39 Prozent orientieren sich an der  Lebensdauer der Großeltern. „Jede Generation lebt im Schnitt aber etwa fünf Jahre länger als die vorherige“, sagt GDV-Geschäftsführer Peter Schwark.

Der Verband fordert angesichts dieser Abweichung mehr Aufklärung der Verbraucher. „Wir setzen uns dafür ein, dass die Lebenserwartung in der geplanten Online-Renteninformation mit ausgewiesen wird“, sagt Schwark. Denn: „Wer seine statistische Lebenserwartung nicht kennt, sorgt womöglich nicht ausreichend vor.“

Die Online-Renteninformation ist ein Vorstoß, der Verbrauchern einen Überblick über alle ihre Alterseinkünfte liefern soll. Die Bundesregierung will die rechtlichen Rahmenbedingungen noch in dieser Legislaturperiode setzen, in zwei bis drei Jahren soll dieser Service dann aufgebaut werden. 

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