Pfefferminzia: Welche Idee steckt hinter Snoopr?

Markus Heussen: Im Grunde ist das ganz einfach auf den Punkt gebracht: Es ist eine Kombination aus Google-Suche und Amazon-Shooping. Snoopr ist eine intelligente Suchmaschine für Versicherungen. Wir haben uns für den Kunstbegriff Snoopr, vom englischen to snoop für schnüffeln, entschieden, weil wir für den Kunden das beste Versicherungsprodukt finden wollen, genauso wie ein Trüffelschwein. Suchen aus Leidenschaft ist die Devise, denn Trüffelschweine finden die besonderen Pilze ganz intuitiv.

Das heißt?

Beim Suchen und Finden von Versicherungsprodukten steht bei uns nicht der klassische Preisvergleich vieler Tarife im Vordergrund, sondern das tatsächliche Bedürfnis des Kunden. Dabei wollen weder der Berater noch der Kunde endlos viele Fragen nach den Feinheiten für die Tarifauswahl beantworten. Es soll schnell gehen. Wenn also der Berater im Gespräch mit dem Kunden herausgefunden hat, was er braucht und worauf er Wert legt, kann er bei Snoopr genau danach suchen. Er gibt beispielsweise „Haftpflichtversicherung für Lehrer“ ein und bekommt eine Liste mit Treffern von passenden Haftpflichtversicherungen.

Was bedeutet dieses Vorgehen für die Versicherer?

Anders als bei den üblichen Vergleichsrechnern müssen sie nicht in Kategorien des Vergleichsprogramms denken, sondern daran, was der Kunde haben möchte. Der Kunde gibt Suchbegriffe ein, weil er eine bestimmte Frage beantwortet haben möchte. Versicherer müssen sich insofern umstellen, als dass sie ihre Produkte anders als bisher präsentieren müssen. Es reicht nicht mehr, wenn in der Produktbeschreibung beispielsweise das Wort Haftpflicht erscheint. Wenn das Produkt Besonderheiten aufweist, etwa eine Deckungserweiterung für Lehrer enthält, muss das angegeben werden. Bestenfalls werden zusätzlich mediale Inhalte wie Broschüren, Videos und Dokumente hinterlegt, die die Wünsche und Bedürfnisse dieser Zielgruppe adressieren. Snoopr durchforstet die Daten und Dokumente nach relevanten Treffern aufgrund der Suchanfrage. Je zielgruppengerechter also das Produkt beschrieben wird, umso wahrscheinlicher ist es, dass es bei einer entsprechenden Suche in der Trefferliste ganz oben erscheint.

Welche Technologie läuft dabei im Hintergrund?

Unser Programm basiert auf dem Gedanken des deep learnings. Dabei lernt die Maschine Dinge aufgrund von Erfahrung. Nehmen wir beispielsweise unsere Trefferliste bei der Suche nach Haftpflichtversicherung. Ähnlich wie Google bei der Suche diejenigen Webseiten ganz oben listet, weil sie die größte Relevanz für den Suchenden haben, werden auch bei Snoopr diejenigen Produkte ganz oben stehen, die am ehesten den Wünschen des Kunden entsprechen. Die Maschine „weiß“ das, weil sie darüber Berechnungen anstellt, selbstständig Muster erkennt und Schlüsse ziehen kann. Dabei greift sie auf alle Daten und das Nutzerverhalten sowie die Datensätze zurück, die sie über die BiPRO-Schnittstellen von den Versicherungsunternehmen anfordern kann.

Wie sieht Ihre Vision des Versicherungsmarktes mit der künstlichen Intelligenz aus?

Wir wissen, dass wir uns auf absolutem Neuland befinden. Es gibt bislang nichts Vergleichbares. Allerdings sind wir überzeugt, dass unserem Ansatz die Zukunft gehört. Denn die Kunden wünschen sich Individualität in ihren Produkten, auch bei Versicherungen. Gleichzeitig stehen die Versicherer vor der Herausforderung, dem nachzukommen.

Snoopr soll irgendwann soweit sein, dass bei der Frage nach einem Produkt zum Beispiel über Amazons Echo mit der Sprechsteuerung Alexa, nur noch ein oder zwei Tarife zur Auswahl stehen. Sie werden die einzigen Angebote sein, die perfekt zum Kunden passen. Aber bis dahin dauert es noch. Aktuell befinden wir uns mit Amazons Alexa noch in einer Alpha-Testphase und sind mit Snoopr noch am Anfang des maschinellen Lernens.