Heftige Unwetter mit Starkregen und Überschwemmungen haben im Sommer im Westdeutschlands schwere Schäden verursacht. Besonders stark betroffen war das Ahrtal. © picture alliance / Geisler-Fotopress | Christoph Hardt
  • Von Achim Nixdorf
  • 11.10.2021 um 09:59
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In Deutschland häufen sich die Hitzetage mit Temperaturen über 30 Grad, wie eine aktuelle Studie zeigt. Die Versicherungswirtschaft erwartet deshalb eine dramatische Zunahme an Unwetterschäden infolge von Starkregen, Hochwasser und Sturzfluten. Ihr Appell: Der menschengemachte Klimawandel muss dringend gestoppt werden.

In den vergangenen zehn Jahren wurden bundesweit im Schnitt 11,1 Hitzetage jährlich gezählt. Das sind dreimal so viele wie noch in den 1950er Jahren. Das zeigt eine vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Auftrag gegebene Analyse von Daten des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Der GDV erwartet deshalb eine dramatische Zunahme von Unwetterschäden. „Diese Schäden bleiben nur versicherbar, wenn wir den menschengemachten Klimawandel begrenzen, so wie im Abkommen von Paris vereinbart“, sagt Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen.

Besonders seit den 1980er Jahren ist die Zahl heißer Tage in Deutschland demnach dramatisch gestiegen. Dies liege vor allem daran, dass sich im Zuge der globalen Erwärmung auch hierzulande die mittlere Temperatur seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881 um 1,6 Grad Celsius deutlich erhöht habe, konstatieren die Studien-Autoren.

„Die zunehmende Treibhausgaskonzentration führt außerdem dazu, dass die Zahl heißer Tage von Jahrzehnt zu Jahrzehnt massiv zunimmt“, sagt Andreas Becker, Leiter Klimaüberwachung beim DWD. Bei ungebremstem Treibhausgasausstoß müsse zwischen 2031 und 2060 mit einer weiteren Zunahme um fünf bis zehn heiße Tage im Jahr in Norddeutschland und zehn bis zwanzig heiße Tage in Süddeutschland gerechnet werden.

„Wir müssen reagieren“

Neben der Zunahme der Hitzetage dürfte es den Daten nach zugleich mehr und intensivere Starkregen-, Hochwasser- und Sturzfluten-Ereignisse geben, weil die aufgeheizte Atmosphäre mehr Feuchtigkeit speichern kann. „Flutkatastrophen wie jüngst an Ahr und Erft zeigen, mit welcher Wucht uns der Klimawandel treffen und welches Ausmaß er anrichten kann“, sagt Asmussen. „Wir müssen deshalb reagieren. Das bedeutet Klimafolgenanpassung, mehr Prävention, um Städte, Häuser und Industrie widerstandsfähiger zu machen und Schäden zu beschränken.“

Ungleiche Verteilung

Die heißen Tage sind laut DWD regional ungleich verteilt. Besonders betroffen sind der Osten und der Südwesten Deutschlands. „Die unterschiedliche Verteilung der Hitzetage liegt vor allem daran, dass sich Landregionen schneller erwärmen als Meeresregionen“, erklärt Becker. So bremse im Norden und Westen Deutschlands die Nähe zum Meer den Anstieg.


Berlin hat die meisten Hitzetage

Im Bundesländervergleich hatte Berlin im vergangenen Jahrzehnt mit durchschnittlich 15,7 die meisten Hitzetage. Es folgen Brandenburg und Sachsen-Anhalt. Die wenigsten heißen Tage verzeichnete Schleswig-Holstein mit 3,7 Tagen. Im Vergleich zu den 1950er Jahren hat sich die Zahl der Hitzetage hier jedoch mehr als vervierfacht.


Regional betrachtet gab es der Studie zufolge im rheinland-pfälzischen Speyer in den vergangenen zehn Jahren die meisten Hitzetage. Seit den 1950er Jahren stieg deren Zahl von durchschnittlich 9,3 auf 23 Hitzetage pro Jahr in den 2010er Jahren. An zweiter und dritter Stelle folgen Ludwigshafen am Rhein und Mannheim mit zuletzt jeweils 21,6 Hitzetagen pro Jahr. Die wenigsten heißen Tage verzeichneten die Stadt Flensburg und der Kreis Schleswig-Flensburg. Dort gab es im Schnitt jeweils nur zwei Hitzetage im Jahr.

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Achim Nixdorf

Achim Nixdorf ist seit April 2019 Content- und Projekt-Manager bei Pfefferminzia. Davor arbeitete er als Tageszeitungs- und Zeitschriftenredakteur mit dem Fokus auf Verbraucher- und Ratgeberthemen.

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