Checkliste für Verbraucher In sieben Schritten zur passenden Ruhestandsplanung

Um im Rentenalter weiterhin den gewohnten Lebensstandard genießen zu können, ist Eigeninitiative gefragt.
Um im Rentenalter weiterhin den gewohnten Lebensstandard genießen zu können, ist Eigeninitiative gefragt. © dpa/picture alliance

Die gesetzliche Rente wird für die meisten Menschen nicht reichen. Daher muss privat vorgesorgt werden. Doch wie viel Geld im Alter tatsächlich zur Verfügung stehen muss, ist vielen völlig unklar. Eine neue „Checkliste Ruhestandsplanung“ soll nun Abhilfe schaffen. Was drin steht, erfahren Sie hier.

| , aktualisiert am 07.01.2019 14:41  Drucken

Das Financial Planning Standards Board (FPSB), ein globales Netzwerk, das sich für einen weltweiten Berufsstandard für Financial Planning einsetzt, hat eine „Checkliste zur Ruhestandsplanung“ herausgebracht.

Die Checkliste soll Verbrauchern anlässlich des zweiten weltweiten Finanzplanungstages am 3. Oktober die Scheu davor nehmen, sich auf die Zeit nach dem regulären Erwerbsleben vorzubereiten. Sie soll helfen, Versorgungslücken aufdecken, um rechtzeitig gegensteuern zu können. „Das Hauptproblem der Ruhestandsplanung ist, dass die meisten Menschen nicht wissen, welche Ausgaben sie als Rentner tatsächlich haben werden“, erklärt Rolf Tilmes, Vorstandsvorsitzender des Financial Planning Standards Board Deutschland (FPSB Deutschland) in einer Mitteilung.

Und weil die Verbraucher diesen Bedarf unterschätzen, würden sie schlecht vorsorgen. „Ein professionell erstellter Finanzplan kann dem verunsicherten Verbraucher helfen, entsprechende Defizite in der Ruhestandsplanung aufzudecken“, empfiehlt Tilmes. Helfen könne dabei folgende Checkliste, deren Punkte in dieser Reihenfolge abgearbeitet werden sollten:

1. An erster Stelle steht der Kassensturz. Welche monatlichen
Einkünfte stehen nach heutigem Stand im Alter bereits zur
Verfügung? Wie hoch ist der Rentenanspruch? Was kommt aus der
betrieblichen Altersvorsorge dazu?

2. Anschließend sollten die Einnahmen mit den voraussichtlichen
Ausgaben im Alter verglichen werden. Was fällt an Kosten für
Wohnen, Lebenshaltung, Mobilität, Konsum, Hobbys etc. an? Gilt
es weitere Ausgaben wie Unterhalt oder laufende Verpflichtungen
zu berücksichtigen? Inwieweit soll das Thema Pflegerisiko
berücksichtigt werden?

3. Ergibt sich aus diesem Abgleich eine Versorgungslücke, so
sollte man anhand der im Folgenden erläuterten Schritte prüfen,
welche Zusatzvorsorge in Frage kommt.

4. Zunächst erfolgt eine Berechnung, welches individuell
notwendige Ruhestandsvermögen aufgebaut werden muss, um bis ins
hohe Alter inflationsbereinigt ausreichend versorgt zu sein,
und welche individuell notwendige Rendite nach Steuern folglich
erzielt werden sollte.

5. Anschließend sollte berechnet werden, mit welcher individuell
notwendigen Sparrate kalkuliert werden muss und welche Produkte
in Frage kommen. Außerdem interessant: Welche staatlichen
Förderungen können Sie für Ihre Ruhestandsplanung erhalten? Und
welche möglichen Steuervorteile gibt es?

6. Nicht vergessen werden darf der Schutz gegen biometrische
Risiken wie Berufsunfähigkeit und Pflegebedürftigkeit.

7. Zu guter Letzt muss der erarbeitete Finanzplan regelmäßig auf
den Prüfstand. Was hat sich verändert, welche Verträge sind
eventuell ausgelaufen, was muss angepasst werden?

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