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Ausschluss oder Abschluss? Wie BU-Versicherer mit Vorerkrankungen umgehen

Eine Physiotherapeutin behandelt in ihrer Praxis einen jungen Mann.
Eine Physiotherapeutin behandelt in ihrer Praxis einen jungen Mann. © dpa / picture alliance

Psychische und chronische Erkrankungen, aber auch Rückenprobleme, erschweren den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung. Zwar werden 75 Prozent aller Anträge vorbehaltlos angenommen, wie Zahlen des Versicherungsverbandes GDV zeigen. Doch bei bestimmenden Konstellationen ist Vorsicht geboten. Nicht immer muss dies für den BU-Interessenten das Aus bedeuten.

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Ein Antrag auf eine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) wird in 75 Prozent der Fälle ohne Zuschläge oder Ausschlüsse angenommen. Das besagt eine aktuelle Statistik des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Die Zahlen zeigen weiter, dass nach der Gesundheitsprüfung bei 3 Prozent der Anträge die Versicherer ein Angebot mit Zuschlag unterbreiten und bei 12 Prozent bestimmte Leistungen von der Zahlung einer Rente ausschließen. In 4 Prozent der Fälle lehnten die Versicherer ab, weil das Risiko für sie nicht kalkulierbar oder zu hoch war.

Vorerkrankungen sowie risikoreiche Berufe und Hobbys sind die häufigsten Hindernisse auf dem Weg zu einer BU. Darunter fallen typischerweise chronische Erkrankungen. Zum einen ist das Risiko erhöht, dass dadurch eine Berufsunfähigkeit entsteht. Zum anderen können daraus weitere Krankheiten entstehen, die dann ihrerseits das Ausüben des Berufs unmöglich machen.

Dazu gehören laut einer Erhebung der Zeitschrift Finanztest unter anderem Asthma, Bandscheibenvorfälle, chronische Hepatitis oder auch Hauterkrankungen wie Neurodermitis. Ebenso schwierig wird es mit Diabetes.

Als „Gefahrberufe“ nennt Finanztest zum Beispiel Gerüstbauer, Spediteur oder Bauarbeiter. In der Freizeit können Sportarten, wie Skifahren, Reit- und Motorsport oder Bergsteigen einen BU-Abschluss verhindern. Dies ist allerdings nur im Extrembereich oder Profisport der Fall.

Auch bei akuten Erkrankungen, wie einer Armfraktur, kann eventuell zeitlich befristet ein Ausschluss erfolgen. Die Allianz beispielsweise nimmt den Antrag mit einem Ausschluss an. Nach zwei Jahren kann der Kunde eine Überprüfung der Ausschlussklausel beantragen. Je nachdem wie das Ergebnis dieser Prüfung ausfällt, läuft der Vertrag bis zur vereinbarten Restlaufzeit unverändert mit diesem Ausschluss weiter oder der Ausschluss wird zurück genommen.

Die Finanzberatung Bierl zeigt auf ihrer Internetseite, wie unterschiedlich etwa bei Rückenproblemen oder bei Bluthochdruck die Annahmen ausfallen. Bei der LV 1871 wurde für einen Kunden zunächst die Wirbelsäule ausgeschlossen. Doch die Option sah eine erneute Prüfung nach zwölf Monaten vor. Der Kunde war innerhalb dieser Zeit nicht wieder wegen der Erkrankung beim Arzt und so entfiel der Ausschluss.

Für Kunden mit Bluthochdruck erheben fast alle Versicherer nach Erfahrungen der Finanzberatung Bierl einen Risikozuschlag. Bei einer konkreten Anfrage für einen Kunden hätte der Zuschlag bei der Basler Versicherung 20 Prozent betragen und bei der Bayerischen 50 Prozent. Allein die Alte Leipziger nahm den Antrag zu normalen Bedingungen an.

Eine unverbindliche Risikovoranfrage kann sich daher auszahlen. Und wer tatsächlich keinen Berufsunfähigkeitsschutz erhält oder den ersehnten Vertrag nur mit Ausschluss oder gegen einen Aufschlag gewährt bekommt, kann seine Arbeitskraft anderweitig absichern. Die Alternativen bilden die Multi-Risk-Lebensversicherungen, die zum Teil auf ganz spezielle Berufsbilder zugeschnitten wurden, die Grundfähigkeitsversicherung, die Erwerbsunfähigkeitsversicherung, die Multi-Risk-Sachversicherung und die Dread-Disease-Policen.

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