Alte Lebensversicherungsverträge kündigen oder weiterführen? Das sollten Berater ihren Kunden raten

Finanzberater Tobias Bierl.
Finanzberater Tobias Bierl. © privat

„Die Ergo-Versicherung entsorgt ihre Lebensversicherungsverträge“, schreibt Finanzberater Tobias Bierl in seinem Blog. Was der Versicherungsmakler Kollegen rät, deren Kunden betroffen sind.

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Die Versicherungsgesellschaft Ergo trennt sich vom klassischen Lebensversicherungsgeschäft. Die Verträge mit festen Zusagen sollen in eine gemeinsame Abwicklungsplattform gelotst werden. Kunden sollten sich wohl auf sinkende Renditen einstellen, prophezeit Finanzberater Tobias Bierl in seinem Blog. Denn den Garantiezins auf den Sparanteil werde es zwar weiterhin geben, aber die Überschussbeteiligung dürfte künftig geringer ausfallen.



„Da die Versicherung kein Neugeschäft mehr macht, benötigt man auch keine attraktive Überschussbeteiligung mehr als Werbeeffekt“, schreibt Bierl. Der Leidtragende sei dann der Bestandskunde.

Und was sollen Berater ihren Kunden raten, wenn sie einen alten Lebensversicherungsvertrag haben? „In vielen Fällen macht es Sinn, den Vertrag weiterzuführen“, erklärt Bierl. Dies gelte besonders dann, wenn der Vertrag vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurde und somit steuerfrei ist.

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Sollte die Lebensversicherung mit anderen Bausteinen gekoppelt sein, lohne es sich diese auf den Prüfstand zu stellen. Denn viele Absicherungen wie zum Beispiel gegen Unfall oder Todesfall würden viel kosten und nur wenig einbringen. Daher sollten Berater nach Möglichkeiten suchen, diese Bausteine zu entfernen, um so den monatlichen Beitrag zu senken.

„Wir denken schon, dass man langfristig mit einem breit diversifizierten Investment-Depot eine höhere Rendite schafft“, schreibt Bierl. Auch als Absicherung gegen den Todesfall sei die Kapitallebensversicherung heutzutage nicht mehr sinnvoll - hier wäre die Risikolebensversicherung eine kostengünstigere Alternative.
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