Die von EZB-Präsident Mario Draghi mit verursachten niedrigen Zinsen haben dem Produkt der Garantiefonds den Garaus gemacht. © dpa/picture alliance
  • Von Redaktion
  • 06.09.2016 um 08:56, aktualisiert am 06.09.2016 um 01:18
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Die Deutsche Asset Management (früher DWS) schließt Mitte November Teilfonds der wichtigsten Garantiefonds-Serie Flexpension in Fondspolicen. Welche Gründe sie hat, wie die Versicherer nun reagieren und warum Garantiefonds in diesem Marktumfeld einfach nicht mehr funktionieren.

Wie funktioniert aber in der Regel solch ein Fondsaustausch? „Wenn wir einen Fonds austauschen, informieren wir die Kunden mindestens sechs Wochen vorher darüber. Wir nennen ihnen dann einen neuen Fonds, in den sie stattdessen anlegen können. Außerdem nennen wir die Gründe, warum wir diesen Fonds ausgewählt haben“, heißt es bei der Alten Leipziger. Den Ersatzfonds wählen die Kapitalanlage-Experten des Versicherers dabei so aus, dass die Anlagestrategie des neuen Fonds möglichst nahe an die Anlagestrategie des bisherigen Fonds herankommt.

Der Kunde muss aber natürlich nicht den Ersatzfonds wählen, sondern kann sich aussuchen, was er will. Rührt er sich gar nicht, „übertragen wir das Guthaben in den von uns vorgeschlagenen Fonds“, heißt es weiter. Aber auch dann kann der Kunde jederzeit kostenlos sein Guthaben auf einen anderen Fonds übertragen.

Garantien funktionieren nicht mehr

Guntram Overbeck von der Helvetia überrascht die Nachricht von der Schließung der Flexpension-Fonds nicht. Selbst ist das Haus nicht betroffen – die Helvetia hatte keinen Höchststandsgarantiefonds der DWS eingebunden. „Seit geraumer Zeit versuchen wir den Beratern deutlich zu machen, dass Garantien in einem Null- beziehungsweise Negativzinsumfeld nicht mehr funktionieren“, sagt Overbeck.

„Oft verstehen viele Berater dies, stützen sich leider aber dennoch auf – jetzt andere – Garantien. Damals waren es die Höchststandsgarantiefonds – Flexpension, Target Click und Co. –, danach kamen die Drei-Topf-Hybride, und jetzt sind es die Indexpolicen.“

Ein Ausbrechen aus dem Garantie-Teufelskreis ist Overbecks Meinung nach nur möglich, wenn man Garantien durch Sicherheit ersetzt. „Investmentanlagen müssen in den Vordergrund geschoben werden“, sagt er. Dem stimmt auch Frank Breiting zu: „Wir propagieren seit einiger Zeit, dass Garantien und Aktien momentan nicht zusammen funktionieren.“ Man könne eben Aktieninvestments anbieten oder Garantien zusagen. „Beides geht heute einfach nicht mehr.“


Quelle: Bloomberg / Deutsche Asset Management

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